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Zwielichtlande: Schattentochter

von Erin Kellison

Erscheinungsdatum: August 2011
Verlag: Egmont Lyx
Ausgabe: Taschenbuch kartoniert mit Klappe, ca. 350 Seiten
Preis: EUR 9,99
ISBN: 978-3-8025-8471-8


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
** ** *** ** *** ***

Emotionaler, knisternder Thriller.


Seit ihrer Kindheit

weiß Talia, dass sie anders ist, nach dem Tod ihrer Eltern in einem tragischen Unfall blieb ihr Leben verschont, ein seltsamer, dunkler Geist hat sie gerettet. Für Talia ist er der "Schattenmann", eine mächtige Kreatur, deren Erforschung sie ihr Leben fortan widmet. Als Wissenschaftlerin beschäftigt sie sich mit Nahtoderfahrungen und verfasst auch eine Abhandlung darüber. Damit erweckt sie das Interesse von Adam Thorne, der Leiter eines Institutes names Segue ist. Segue erforscht Geister, Gespenster und vor allem die dramatische Ausbreitung des sogenannten Kollektivs auf der Erde. Eine unbekannte, dunkle Macht wandelt Menschen in todbringende Geister um, die Unschuldigen die Seelen aussaugen. Auch Adams Bruder Jacob ist ein mordender, schier unsterblicher Geist. In dem abgelegenen Institut hat Adam Jacob eingesperrt und wendet all seine Geldmittel auf, um hinter das Geheimnis der Geister und des Schattenmanns zu kommen. Als er von Talia erfährt, weiß er sofort, dass er sie suchen muss. Er findet sie, gehetzt und verfolgt, von allen Kräften verlassen in einer Gasse, in Schatten versteckt. Er nimmt sie mit und somit wird Talia zu einer Schlüsselfigur im Krieg gegen das Kollektiv.

Es ist selten,

dass ich an ein Buch fast völlig ohne Vorwissen herangehe, also ohne Leseprobe, ohne Rezensionen des Originals. Daher auch meine Aussage "es ist anders, als ich es mir vorgestellt hatte". Ich dachte nämlich, es wäre leichter, oberflächlicher, vielleicht sogar ein bisschen in Richtung Young Adult Bereich. Aber das ist es nicht - überhaupt nicht.
Bereits nach wenigen Seiten zog mich die Geschichte in ihren Bann, und es wurde klar, dass es intensiv werden wird, dramatisch, dunkel und prickelnd. Der Schreibstil ähnelt stark dem von Nalini Singh, teilweise hätte das Ganze rein stilistisch auch in der Welt der Medialen und Gestaltwandler stattfinden können.
Im Prinzip erzählt die Autorin hier keine außergewöhnliche Story: eine Frau mit übersinnlichen Fähigkeiten trifft auf einen Mann und gemeinsam bekämpfen sie das Böse - und verlieben sich. Erin Kellison schafft es allerdings mit ihren faszinierenden Charakteren und einem guten Gespür für Spannung und subtile Erotik, das Ganze zu einem absoluten Highlight zu machen. Talia ist zu Beginn verängstigt, blockiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Ihr dunkles Erbe, das sie auch selbst aus Furcht nicht zu erforschen wagt, scheint ihr ein normales Leben für immer zu versagen. Man merkt ihr aber dennoch an, dass eine starke Persönlichkeit in ihr steckt. Und dann trifft sie auf Adam Thorne, den durch Schicksalsschläge hart gemachten, zielstrebigen Mann, der alles aufwendet um Talia an seiner Seite zu haben. Er ist ein bisschen gequälter Held, aber fern aller Klischees. Das Prickeln zwischen ihm und Talia ist von der ersten Sekunde an beinahe unerträglich und es ist für mich eines der besten Aspekte dieses Romans. Ohne direkt zu werden, ohne abgegriffene Vokabeln zu benutzen, ohne ihre Protagonisten gleich körperlich werden zu lassen, entwickelt Erin Kellison zwischen Talia und Adam eine Liebesgeschichte, die allen Widrigkeiten trotzen kann (auch wenn es diejenigen selbst lange nicht merken). Ich mochte die wechselnde Erzählperspektive, jeden Monolog, jede Annäherung, jedes Versagen.

Seitenlange Romantik gibt es jedoch nicht, unbarmherzig werden die Charaktere wieder in die brutale Wirklichkeit zurückkatapultiert, und die Autorin scheut sich auch nicht, liebenswerte Figuren sterben zu lassen. Mit Tod, den Schatten und dem Dämon bringt sie ein paranormales Element, das mich vorher nie großartig interessiert hat und zu dem ich auch keinen Zugang fand. In Zwielichtlande jedoch hat mich vor allem die Figur des Schattenmanns unglaublich fasziniert. Die Personifizierung des Todes selbst mag zwar anmaßend und in der Literatur überaus schwierig sein, hat er doch für die Menschen unzählige Gesichter (oder gar keines), die Autorin löst das aber sehr gut, indem sie den Schattenmann nicht "vermenschlicht", ihm fast gänzlich die Stimme versagt und ihm nur eine Randrolle zuweist. Viel mehr erfahren wir aber über Geister, Gespenster und die Schatten. Talias Gabe ist außergewöhnlich, doch mit treffenden Worten präsentiert, kann man sich lebhaft vorstellen, wie Talia die Schatten ruft, wie sie sich um sie herumschlingen und die Welt in Dunkelheit tauchen.
Streckenweise ist das Buch dermaßen spannend, dass ich es nicht beiseite legen konnte, es wechseln sich schockierende Momente mit bewegenden ab. Kontinuierlich arbeitet sich die Autorin auf einen tollen Showdown hin, in dem alles in die Wagschale geworfen wird. Vorblättern ist Gift! Es ist ein Herzklopfen-Buch, ein emotionaler Thriller, eine Geschichte zweier Liebenden über alle Grenzen hinweg - ich bin restlos begeistert und der zweite Teil ist schon so gut wie gekauft.

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Zwielichtlande Serie

Schattentochter
Schattentanz
Schattenmann

Leseprobe

Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Armitage, 28. August 2011, 12:27

Soleil, 27. August 2011, 15:18

Franzi, 26. August 2011, 18:29

Ich warte schon so lange auf dieses Buch, nach Dunkle Sehnsucht wird es gelesen. Ich bin total gespannt!