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...oder lieber Romantasy?

Zwielichtlande: Schattentanz

von Erin Kellison

Erscheinungsdatum: Februar 2012
Verlag: Egmont Lyx
Ausgabe: Taschenbuch kartoniert mit Klappe, ca. 350 Seiten
Preis: EUR 9,99
ISBN: 978-3-8025-8472-5


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
** * ** * * **

Schwächelnder zweiter Teil.


Durch einen Verräter

kommt Adams bester Freund Custo Santovari ums Leben. Um jeden Preis wollte er die Organisation Segue beschützen, die sich dem Kampf gegen die Geister verschrieben hat. Custo kann es kaum glauben, dass er ein Engel sein soll, hat es doch in seinem Leben viele dunkle Seiten gegeben. Doch er kann sich mit seinem Schicksal nicht zufrieden geben, bevor er Adam über den Verräter in den eigenen Reihen informiert hat. Also überlistet er den Schattenmann vor den Himmelstoren und flieht in die Zwielichtlande.
Währenddessen ist die Primaballerina Annabella fast auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angelangt. Mit großem Talent ausgezeichnet, darf sie die Rolle der Giselle tanzen. Noch weiß sie nicht, dass sie durch ihren Tanz die Grenze zu den Zwielichtlanden übertreten kann. Als Custo die zarte Tänzerin zum ersten Mal sieht, ist er fasziniert und fühlt sich ihr sogleich verbunden. Doch schnell wird klar, dass sie durch ihre Kräfte zur Zielscheibe der Schattenwesen geworden ist, ein Schattenwolf heftet sich an ihre Fersen und kommt aus den Zwielichtlanden in die Welt der Menschen um Annabella zu holen. Custo kann gar nicht anders, als die Beschützerrolle zu übernehmen und nun wird Annabella auch in die gefährlichen Angelegenheiten von Segue verwickelt.

Beim Start von

Schattentanz hatte ich die Faszination vom Vorgänger Schattentochter noch klar vor Augen. Ich stellte mich auf ein tiefgründiges, erotisches Liebesspiel mit Geister-Gruselfaktor ein, das vom Stil mit Nalini Singh mithalten kann. Leider kann der zweite Teil der Reihe von Erin Kellison nicht an den Erfolg des ersten anknüpfen. Sowohl die Charaktere als auch die Story haben mich nicht vollends überzeugen können und ich hatte mit einigen Längen zu kämpfen.

Schattentanz spielt im gleichen "Universum" wie zuvor, knüpft fast an die Ereignisse aus Schattentochter an. Adam und Talia spielen wichtige Nebenrollen und die generelle Hintergrundhandlung über die Invasion der Geister und die Suche des Schattenmanns nach seiner Liebe Kathleen wird ein wenig vorangetrieben. Vorrangig bekommen wir aber den Engel Custo und die Ballerina Annabella präsentiert, die sich inmitten all dieser Gefahren begegnen und zusammenfinden.
Custo war mir zu keinem Zeitpunkt wirklich sympathisch, auch wenn er "leichter" und zugänglicher ist als Adam. Als Märtyrer stirbt er und wird sofort ein Engel, was er aber eigentlich gar nicht sein will, denn er hält sich für zu schlecht dafür. Dieser Ansatz ist typisch für eine männliche Hauptfigur im Romantasy-Genre, wurde aber hier meiner Meinung nach nicht gut dargestellt. Die ganze Engel-Angelegenheit, von der Begründung über die Figuren bis hin zur Visualisierung ist für mich unglaubwürdig und schlampig. Ich mochte den "Weißen Turm" und die kämpfenden Engel nicht, die über undurchsichtige Fähigkeiten verfügen und so gar nicht engelsgleich sind. Sie wirken eher wie eine Spezialeinheit des FBI. Grässlich. Da mag ich die arroganten Machtspielchen der Engel von Nalini Singh wesentlich lieber.
Custos Faszination für Annabella konnte ich nachvollziehen, ist sie doch eine feenhafte, zarte und doch starke Persönlichkeit. Dass er sich ständig davon abhalten will, ihr näher zu kommen und trotzdem mit ihr ins Bett geht...war nervig.

Annabella war ganz ok, für Ballett habe ich im Grunde genommen einiges übrig und ich mochte die Tanzszenen und die vielen Details über das Stück Giselle. Trotzdem blieb Annabella die ganze Zeit über wenig einprägsam und meistens ein Opfer der Geschehnisse und dieses mysteriösen Wolfes. Jener Schattenwolf stellt eine immer wieder hervorbrechende Bedrohung dar, der Erin Kellison in kurzen Abschnitten den Erzählblickwinkel überlässt, aber niemals das Ruder. Trotz all seiner Macht ist der Wolf eine erbärmliche Nebenfigur, die zu viel Tier ist um Charisma zu entwickeln und zu viel Mensch wird, um missachtet zu werden. Ich schwankte zwischen Abscheu und Mitleid mit diesem "Bösen".
Stilistisch ist Schattentanz nicht so stark wie der vorige Band, es gibt in die Länge gezogene Passagen und viele unnötige Wiederholungen, vor allem in Dialogen. Es kam mir stellenweise vor, als müsse die Autorin krampfhaft ihren etwas kümmerlichen Stoff auf 400 Seiten strecken. Überraschungen gibt es nicht viele und oft wird künstlich emotionalisiert durch rohe Gewalt oder explizite Darstellungen. Das kam mir eher billig vor als mitreißend und für die erotischen Szenen konnte ich mich auch nicht sehr begeistern. Ansatzweise kommt das Talent der Autorin durch, auf jeden Fall, und es gibt Strecken, die sehr unterhaltsam waren. Dann aber war phasenweise einfach die Luft raus und ich hatte keine Lust mehr auf Annabella und Custo. Zu Ende gelesen habe ich das Buch trotzdem, aber es ist im Vergleich zum ersten Teil nichts Besonderes. Schade eigentlich. Vielleicht wird der nächste Teil, in dem es endlich um Kathleen und den Schattenmann geht, besser.

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