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...oder lieber Urban Fantasy?

Bitten Novels: Die Sehnsucht der Unsterblichen

von Clare Willis

Erscheinungsdatum: August 2011
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: EUR 7.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Solider, humorvoller Vampirliebesroman-Krimi-Genremix.

    

Die 28jährige PR Assistentin Angela,

genannt Angie, hat in einer Werbeagentur in San Francisco einen stressigen Job. Vor allem, seit ihre Chefin Lucy urplötzlich verschwindet und die Kunden auf die verbleibenden Mitarbeiter aufgeteilt werden müssen. Zusammen mit ihrer Kollegin und Mitbewohnerin Kimberley soll Angie sich um den Kunden namens Macabre Factor kümmern, die Produkte für Leute verkaufen, die im "Vampir-Stil" leben. Dazu werden sie in einen Nachtclub eingeladen, in dem Angie zum ersten Mal dem charismatischen Eric Taylor begegnet. Sofort erliegt sie seiner erotischen Anziehungskraft und lässt sich von ihm einlullen. Nach diesem seltsamen Abend ist nichts mehr wie zuvor: Angie hat keinen Appetit mehr, das Sonnenlicht tut ihren Augen weh. Und das schlimmste ist ihre Sehnsucht nach Eric. Doch Angie bleibt wachsam und versucht, einen klaren Kopf zu bewahren. Wer hat Lucy ermordet? Und was geschieht wirklich in diesem mysteriösen Nachtclub?

Es fällt mir schwer,dieses Buch

klar in entweder Urban oder Romantic Fantasy einzuordnen. Schaut man sich das Cover und den Titel des Romans an, ist das keine Frage, allerdings ist beides grässlich und völlig unpassend gewählt. Ich glaube sogar, es schadet dem Buch nachhaltig, so ein kitschiges Titelbild und so einen nichtssagenden Titel zu tragen. Nach der Vollpleite, die ich mit Alexis Morgans Traumwächter erlebt hatte, habe ich mich fast nicht getraut, dieses Buch anzufassen, weil ich es 1. gleichzeitig gekauft habe und 2. es im Verlagsprogramm in einem Atemzug mit Traumwächter genannt wurde. Den ganzen Roman über habe ich mich gefragt, was denn nun wohl die "Sehnsucht der Unsterblichen" sei? Der Tod? Ein Gefährte? Eine Seele? Es bleibt jedenfalls bei Clare Willis ungeklärt. Was dieses Buch jedoch zweifelsfrei bietet, ist eine humorvolle, flüssig und abwechslungsreich geschriebene Vampirliebesromanunterhaltung mit abgeschlossenem Ende. Kein Beginn einer Serie, keine Nebencharaktere, die sich förmlich als zukünftige Protagonisten aufdrängen, kein künstliches In-die-Länge-ziehen von Inhalten. Dieses Buch punktet mit charmanten, lebensnahen Charakteren, einer spannenden, wendungsreichen Story und einem bunten Mischmasch von Allem. Ein bisschen Krimi, ein bisschen Vampirromantik, ein bisschen Mystery, ein bisschen Chicklit (allerdings nur ganz wenig). Angie ist ein guter, bodenständiger Charakter, den man durch den Ich-Erzähler ziemlich genau kennenlernt. Die Autorin hält sich gern mit ausgiebigen, aber interessanten Beschreibungen von San Francisco, seinen Eigenheiten und Facetten auf. Genauso rollt sie Angies Leben kurz und präzise auf, wir lernen ihre Familie kennen, ihre Arbeitskollegen, ihre Ziele, ihre Erfahrungen etc. etc. Der Fortgang der ganzen Story ist sehr gradlinig und gut durchdacht, es gibt wenig Längen und immer mal wieder unterhaltsame und hübsch dekorierte Nebencharaktere. Bis zur Hälfte des Romans war ich sogar so von der flockigen Leichtigkeit des Schreibstils begeister, der einem durchaus ab und zu schmunzeln lässt, dass ich beinahe eine TOP Wertung gegeben hätte. Leider hat mir die etwas missratene Liebesgeschichte zwischen Eric und Angie ein wenig die Laune verdorben. Ich will nicht vorgreifen, daher lässt sich nur soviel sagen, dass mir kurz nach dem ersten Treffen der beiden leider die Glaubwürdigkeit abhanden gekommen ist. Die doch vorher so stabile und ambitionierte Angie wirft auf einmal alles über Bord und verfällt einem undurchsichtigen Mann, der fast magische Kraft über sie ausüben kann. Die Darstellung des Vampirs in Clare Willis Roman ist eine etwas altmodische, verklärte Art. Eric ist "von der alten Schule", mit einer unheilbaren Schwermut belastet (erinnerte mich sehr an Luis aus Interview mit einem Vampir) und hat in diesem recht kurzen Buch nicht recht Platz um sich wirklich zu entfalten. Also taucht er bei Angie auf, bringt ihr ganzes Leben durcheinander und dann... na ja. Das Ende ist eine Überraschung, mehr zu sagen wäre gespoilert. Ich war nicht damit zufrieden. Insgesamt aber hat die Autorin sich ganz gut durch den GenreMix gekämpft und ehe man sich es versieht, sind die knapp 400 Seiten ausgelesen. Was bleibt ist ein "nett", "harmlos", "unterhaltsam". Aber das ist ja manchmal auch nicht schlecht.

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Die Sehnsucht der Unsterblichen




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Grape, 07. Oktober 2011, 20:20