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Wächter der Seelen: Gefährlich wie ein Engel

von Annette McCleave

Erscheinungsdatum: Januar 2011
Verlag: Knaur
Ausgabe: Taschenbuch, 464 Seiten
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
1001000

Seichter, nichtsnutziger Klischeemüll. Sorry, aber das ist das schlechteste Buch, das ich seit Monaten gelesen habe.

    

Von der Herrin des Todes höchstpersönlich

hat der Seelenwächter Lachlan McGregor den Auftrag bekommen, das 14jährige Mädchen Emily zu beschützen. Emily lebt mit ihrer Mutter Rachel in einfachen Verhältnissen und steckt mitten in den Problemen, die ein Teenager so hat. Eigentlich hat Lachlan genug zu tun mit seiner Seelenkollekte und der Ausbildung unerfahrener Krieger, dennoch geht ihm Emilys Mutter Rachel bereits nach dem ersten Treffen nicht mehr aus dem Kopf. Er weiß, dass eine Beziehung zwischen einem Unsterblichen und einer menschlichen Frau unmöglich ist, zudem plagen ihn immer noch heftige Selbstzweifel über die Ermordung seiner Frau und seiner drei Kinder durch den mächtigen Dämon Drusus. Damals vor Jahrhunderten hatte Lachlan Rache geschworen und strebt seitdem danach, die Seelen seiner Familie zu befreien.

Nun befindet er sich aber schon mitten in einem strudel aus Emotionen für Rachel und ihre Tochter, und als herauskommt, dass Drusus selbst sehr an Emily interessiert zu sein scheint, werden alle in einen gefährlichen Krieg zwischen Himmel und Hölle mit hineingezogen.

Ich hatte mich von dem angenehmen Cover und dem interessanten Klappentext

zum Kauf dieses Buches verleiten lassen. Leider wurde mir schon nach wenigen Seiten klar, dass es überhaupt nicht mein Fall ist. Annette McCleaves Schreibstil ist unfassbar langatmig, dabei holprig, ungeschickt und ohne Tiefgang. Sie neigt dazu, ihre Charaktere wiederholen zu lassen, was ohnehin schon in Beschreibungen ellenlang erläutert wird. Scheinbar Atmosphäre schaffende Details wie dass ein Türbogen aus Mahagoni ist wirken aufgesetzt und schinden nur Platz. Genauso verhält es sich leider auch mit ihren Charakteren. Lachlan McGregor ist der typische gequälte Held, ein wahrer Softie in Kriegergestalt, der zwar nicht in den Himmel kam, aber aktiv auch keinerlei Ecken und Kanten aufweist. Er ist so glatt und vorhersehbar wie jeder andere in diesem Buch. Rachel ist eine besorgte, hektische Mutter, die irgendwie ständig frustriert ist. Mit ihr konnte ich mich so gar nicht identifizieren. Ihre Tochter Emily ist der typische rebellierende Teenager, sie macht immer genau das Gegenteil, was von ihr erwartet wird. Die ganzen Spannungen zwischen ihr und Rachel sind aber höchst klischeehaft und lapidar beschrieben und langweilten mich einfach nur. Richtige Emotionen kamen da an keiner Stelle rüber.

Die Bösewichte sind lächerlich, ich bin schon allein von der Tatsache genervt, dass sie immer so bezeichnende Namen verpasst bekommen wie z. B. Drusus. Ansonsten quält sich die vorhersehbare Story über die Seiten dahin, es gibt Diskussionen zwischen Rachel und Emily, zwischen Rachel und Lachlan, zwischen Lachlan und Emily, zwischen Rachel und ihrer Chefin etc. etc. Natürlich findet Rachel irgendwann heraus, dass Lachlan etwas mehr ist als nur der Priester, als der er sich tarnt und es kristallisiert sich auch heraus, dass Emily wohl im Kampf zwischen Himmel und Hölle eine besondere Rolle spielt. All diese Inhalte hätten aber auf ca. 100 Seiten präsentiert werden können inklusive der beiden oberflächlichen Liebesszenen zwischen Rachel und Lachlan.

Da sich ab Seite 50 alles zäh wie Kaugummi in die Länge zog, habe ich quergelesen bis zum letzten Drittel und mich mehr oder weniger über den Showdown der Story amüsiert. Auf einmal wird natürlich alles in die Wagschale geworfen und Engel, die Herrin des Todes, Gott und Konsorten bekommen ihre Rolle. Die ganzen Hintergrundinformationen der Autorin über die Arbeit der Seelenwächter, ihre Daseinsberechtigung, die Charakterisierung von Gott und dem Teufel sind samt und sonders hanebüchen und klischeehaft. Überhaupt mutet der Roman stellenweise sehr pseudo-religiös an und die "Läuterung" von Lachlan am Ende zu lesen war mir ein Greuel. Schließlich blieb dann nichts mehr übrig, was mir an diesem Buch gefallen hat, es war noch nicht mal albern oder lustig, wie solche Romantasy-Storys dann ja manchmal - unfreiwillig - sind. Von den Folgebänden werde ich jedenfalls die Finger lassen.

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Wächter der Seelen

Gefährlich wie ein Engel




Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Soleil, 18. Januar 2011, 14:09

Darlia, 18. Januar 2011, 03:48

Uff, danke!! Du hast mich mal wieder vor einem Fehlkauf bewahrt. :-D