Romantic

Fantasy

auf World of Armitage




mehr...


...oder lieber Urban Fantasy?

Velvet Haven: Paradies der Dunkelheit

von Sophie Renwick

Erscheinungsdatum: April 2011
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch, 430 Seiten
Preis: EUR 8.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
2321002

Erotische Romantasy nach klassischem Muster.

    

Ein Krieg zeichnet sich ab zwischen der Menschenwelt

und Annwyn, dem Reich der Sidhe und Feenwesen. Derjenige, der die magischen Gegenstände zur Machtergreifung findet, wird über beide Welten herrschen und Vernichtung bringen, so heißt es. Einst wurde Raven, dem König von Annwyn, von einer eifersüchtigen Frau ein böser Fluch auferlegt: sein Halb-Gargyle Bruder wurde verbannt und er selbst wurde dazu verflucht, auf den Sex mit Menschenfrauen angewiesen zu sein, um seine Zauberkraft zu erhalten. So begibt sich Raven - genannt Bran - des Abends in den Nachtclub Velvet Haven, der ein Tor zwischen den beiden Welten versteckt. Hier treffen Menschen und Sidhe aufeinander - und Bran findet hier seine Frauen.

Nun entscheidet die Königin von Annwyn, Calleach, dass Bran in den drohenden Krieg eingreifen soll - er muss die magischen Gegenstände bzw. den Drahtzieher der bösen Machenschaften finden. Es geschehen bereits brutale Ritualmorde, die auf einen Magier hinweisen. Dann eines Abends trifft Bran im Velvet Haven auf die süße Krankenschwester Mairi und fühlt sich sofort zu ihr hingezogen. Eigentlich genügen ihm Menschenfrauen als reine Energiequelle, aber bei Mairi spürt Bran eine besondere, weiße Aura. Es scheint, als wäre ihre Begegnung vorherbestimmt...

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch,

dass es sehr erotiklastig ist, wusste ich vorher schon und konnte mich darauf einstellen. Man sollte es auch wirklich nur lesen, wenn man Fan von 1. ein wenig schwülstigen, blumigen Schreibstil, 2. gequälten, extrem maskulinen Protagonisten und 3. Sexszenen ist. Bin ich das? Ja, meistens schon *grins* - - unter der Vorraussetzung, dass die Handlung an sich nicht total nebenbei abstürzt.

Bei Velvet Haven ist das nur teilweise gelungen, daher bewegt sich der Roman so im oberen Mittelmaß. Hier die Details warum: Schreibstil und Ausdrucksweise der Autorin sind normaler Liebesroman-Jargon, teils sehr überzogen und sich überschlagend in Superlativen, aber doch flüssig lesbar. Die Geschichte wird aus der neutralen Erzählperspektive geschildert, welche immer wieder zwischen Bran und Mairi hin und herwechselt. Später kommt dann noch die Sichtweise des "Bösen" hinzu. Bran ist - wie ausnahmslos alle männlichen Figuren in diesem Buch - ein betörend schöner, düsterer und geheimnisvoller Macho, der über mächtige Kräfte verfügt. Unzählige Male bekommt der geneigte Leser beschrieben, wie gut es Mutter Natur mit seinen sexuellen Attributen, dem Schwanz insbesondere, gemeint hat. Ich benutze das Wort hier deswegen, weil es im Roman extrem häufig verwendet wird. Ansonsten durchläuft Bran die typische Läuterung von "Liebe ist nichts für mich" zu "meine Gefährtin ist mein Ein und Alles". Ich fand ihn weder außergewöhnlich (trotz seiner Raben-Gestaltwandelei) noch besonders interessant. Genauso verhält es sich mit Mairi. Zu Beginn macht sie öfters deutlich, dem anderen Geschlecht gegenüber sehr misstrauisch zu sein und blockt alle Annäherungsversuche resolut ab. Auch kommt sie schüchtern, fast schon prüde rüber. Mit dem Anblick von Bran wendet sich das Blatt aber sehr schnell und Mairi wird zur lüsternen, sexhungrigen Frau, die auf einmal großes Vertrauen ausgerechnet zu dem düsteren Bran verspürt. Zwischen den beiden gibt es fast keine Dialoge, die Interaktion beschränkt sich fast nur auf Sex. Und den gibt es schon sehr früh und sehr sehr häufig. Auch mehrere Male im Traum oder in Form von Fantasien. Die Szenen sind erotisch, teils recht explizit und haben mir gut gefallen, eigentlich sind sie das Beste an dem ganzen Roman.

Der Versuch einer originellen Hintergrundgeschichte um den Krieg zwischen Annwyn und der Menschenwelt, dem obskuren Magier, der Ritualmorde begeht und schließlich auch der vorbestimmten Rolle, die Mairi und Bran dabei spielen sollen, hat mir nicht sonderlich gefallen. Die Autorin versucht, Elemente der keltischen Mythologie einzubringen und es wird von Sidhe, Selkies und Göttinen gesprochen. Viel Wert wird auch auf die mystische Prophezeihung gelegt und die Tatsache, dass alle Charaktere ja einem unabwendbaren Schicksal zum Opfer fallen. Leider ist die Darstellung ziemlich verworren und das Buch relativ vollgepackt mit unstrukturierten Informationen und angefangenen Handlungssträngen, die jedoch in der Sexlastigkeit untergehen. Um den Nebencharakteren Leben zu verleihen und den Plot einigermaßen gut recherchiert und sinnvoll zu erzählen, hätte das Buch doppelt so viele Seiten haben müssen.

Insgesamt wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber Stimmung kommt trotzdem auf, deshalb hab ich das Buch ganz gerne gelesen. Es erinnert mich ein wenig an C. Feehan, da ergehen sich die ultramaskulinen tortured heroes auch in Liebesschwüren...

Home - Titel-Serien-Autoren A-Z - Aktuelle Topliste - Vorschau - Impressum

Velvet Haven

Paradies der Dunkelheit
Pforten der Finsternis




Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Es sind noch keine Einträge vorhanden.