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Unsterblich: Unsterblich wie die Nacht

von Mina Hepsen

Erscheinungsdatum: Januar 2009
Verlag: Goldmann
Ausgabe: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
1000000

Unspektakulärer Regency-Roman mit leichtem Vampireinschlag. Noch nicht mal für seichte Abende als Unterhaltung zu gebrauchen.

    

Angelica lebt seit dem frühen Tod

ihrer Eltern mit ihrem Bruder Mikhail zusammen und wird nur gelegentlich von ihrer Tante betreut und in Benimmregeln unterwiesen. Doch sie genießt ihre Freiheit und widmet sich Lesen, Klavierspielen und dem Reitsport. Angelica ist ohnehin nicht gerne unter Menschen, denn ihre Gabe, Gedanken zu lesen, ist gleichzeitig ein Fluch und ein Segen. Sie kann den ständigen Fluss an Gedanken nicht abblocken und hört alles, was um sie herum gedacht wird. Doch eines Tages erreicht sie die schlimme Nachricht, dass das Familienvermögen verloren sei. Angelica ist geschockt, ihr friedliches Leben scheint in Gefahr. Ihren Bruder, der herzkrank ist, möchte sie damit nicht behelligen, also beschließt sie, sich schnell einen reichen Ehemann zu suchen.

Auf einem Ball fällt ihr Blick auf den attraktiven und verschlossenen Alexander Kourakin. Dieser ist in geheimer Mission in London, um im Auftrag des Clanführers der Vampire den gefährlichen Vampir Sergej aufzuspüren. Sie vermuten einen Verräter in den eigenen Reihen, der Sergej Informationen zuspielt. Alexander ist fasziniert von der bilschönen Angelica, und da sie seine Gedanken lesen kann, hält er sie zunächst für eine von seinem Volk. Später, als ihm klar wird, dass sie menschlich ist, hilft er ihr, ihre Gedanken vor anderen abzuschirmen. Angelica ist ihm unendlich dankbar und fühlt sich gleichzeitig sehr zu ihm hingezogen. Als sie jedoch eines Abends von der Neugier übermannt wird und leichtsinnigerweise in Alexander's Anwesen reinschleicht, gerät sie in Schwierigkeiten. Sie kann beobachten, wie Alexander und weitere Vampire eine Initiations-Zeremonie für einen jungen Vampir durchführen. Einerseits ist Angelica nun endlich im Bilde darüber, was Alexander wirklich ist, nur dieser kann sie natürlich nicht mehr gehen lassen. Ihr Gedächtnis kann durch ihre Gabe auch nicht gelöscht werden. Also erklärt sich Alexander zu Angelicas "Führer", übernimmt so die Verantwortung für ihre Verschwiegenheit. Doch kann er auch derjenige sein, den Angelica heiraten wird?

Entgegen sämtlicher gutenKritiken war ich von diesem

Buch recht enttäuscht. Der Schreibstil ist original Regency/historischer Liebesroman. Gehobene Sprache, viele Ausschmückungen, unwichtiges Geschwafel, Höflichkeiten, Wiederholungen. Nicht dass ich mich missverständlich ausdrücke: es gibt durchaus gute historische Liebesromane. Doch Unsterblich wie die Nacht sollte ja eigentlich ein Vampirbuch sein. Ich dachte, der Regency-Aspekt wäre nur der Hintergrund, doch das Gegenteil ist der Fall. So wie bei Ronda Thompson's Trilogie gibt es nur einen ganz leichten Paranormalen Einschlag und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man Alexander und die anderen ganz locker für normale Menschen halten. Es wird kein Blut getrunken, besondere Kräfte kommen kaum zum Einsatz, es gibt keine "andere Welt". Die Vampire leben geheim am Rand der Gesellschaft und möchten keinen Ärger machen. Sehr langweilig. So langweilig ungefähr, wie die hier dargestellte Liebesgeschichte zwischen Alexander und Angelica. Ein ewiges Hin und Her mit tausend Missverständnissen und Hindernissen. Das kann ja auch ganz amüsant sein, doch bei Mina Hepsen ist es eher nervig.

Angelica ist ein unentwickelter, komplizierter und dickköpfiger Charakter, der auch noch ziemlich unerfahren ist. Ständig muss alles tausendmal wiederholt und erklärt werden, da entweder sie es nicht rafft oder andere nicht verstehen, was sie will. Alle reden aneinander vorbei und vor allem die Dialoge Alexander-Angelica sind oft so infantil, dass ich zwischendurch das Gefühl hatte, ein Kinderbuch vor mir zu haben. Die ach so unabhängige und mutige Angelica verhält sich zu Alexander wie ein schniefendes, heulendes Baby.

Liebesszenen sind so gut wie keine vorhanden, da sich die beiden Hauptfiguren bis kurz vor Schluss noch die Köpfe einhauen. Spannung ist auch so gut wie keine vorhanden, denn das Ende ist vorprogrammiert und wer der Bösewicht ist, wird gleich auf den ersten Seiten geklärt. Am Ende kommt dann auch alles auf 20 Seiten dermaßen dicke mit Heirat, Kindern, Verwandlung und Errettung der gesamten Vampirgesellschaft, dass man nur den Kopf schütteln kann. Ich sage ja nicht, dass man aus dem Stoff mehr hätte machen können, aber dass es stilistisch und dramaturgisch so den Bach runter geht, hätte ich nicht erwartet. Immerhin gibt es keine Fortsetzung, denn das hätte ja nur noch peinlich werden können.

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