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Krieger der Königin: Falkenherz

von L.J. McDonald

Erscheinungsdatum: Januar 2012
Verlag: Knaur
Ausgabe: TB-Klappenbroschur, 416 Seiten
Preis: EUR 9.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Recht unterhaltsame Fortsetzung.

    

Auf einer Reise in ein benachbartes Königreich

wird die junge Lizzy, Leons Tochter, von Sklavenhändlern entführt. Nur in Begleitung des Jungen Justin und ihrer Freundin, war Lizzy hilflos den skrupellosen Piraten ausgeliefert. Da sie aus dem Reich Sylphental ist, das unter ihrer Königin Solie all Sylphen befreit hat, versprechen sich die Sklavenhändler von ihr und ihrem Wissen einen hohen Preis. Im fernen Reich Meridal allerdings wirft man sie in den Harem, nachdem sie als Kriegeropfer nicht taugte. Lizzys Vater macht sich schwere Vorwürfe, als er von der Entführung erfährt und bricht zusammen mit seinem Sylphenkrieger Ril und Justin sofort auf, um Lizzy zu befreien. Leon weiß nicht, dass Ril seit Lizzys Kindheit in sie verliebt ist und mit dem Mädchen eine besondere Verbundenheit teilt. So schafft es Ril, Lizzy aufzuspüren, doch da er seit einem schweren Kampf nicht mehr so stark ist wie andere Sylphenkrieger, müssen sie auf einen guten Plan vertrauen, um Lizzy zu befreien.

Es ist selten, dass ich nicht genau weiß,

was ich von einem Buch halten soll. Falkenherz ist die Geschichte von Ril und Lizzy und gleichzeitig ein orientalisch anmutendes Fantasie-Abenteuer mit einem interessanten paranormalen Element. Die Sylph sind Wesen aus einer Parallelwelt, die von den Menschen durch ein Portal geholt und zu ihren Diensten gezwungen werden. Hierbei werden die "Muster" der Sylphen an einen menschlichen Meister "gebunden", ein undurchschaubarer und esoterischer Prozess, der den Sylphen zum Sklaven aller Befehle des Meisters macht. Ein Sylph kann mehrere Meister unterschiedlicher Stufe haben, deren Befehle sich überlagern und widersprechen können. Die mächtigen Kriegersylphen sehnen sich nach einer Frau und kommen nur deswegen in die Welt der Menschen. Wenn eine Frau mit einem Kriegersylph schläft, macht sie sich damit zu einer Königin und kann einen sogenannten "Stock" gründen. Ich führe diesen Erklärungsansatz jetzt nicht weiter aus, für mich hat er nämlich zu viele Logik-Lücken und Stolpersteine. Ehrlich gesagt ist er auch das, was mich an L. J. McDonalds Büchern am meisten stört. Im Grunde genommen beweist sie nämlich ein Talent zum Schreiben, Erfindungsgabe und Originalität. Ihre gestaltwandelnden Fantasiewesen, die mal wie eine Wolke mit Blitzen, mal wie ein Monster oder ein Tier aussehen findet man sonst nicht in der paranormalen Welt und für eine Weile erlag ich der Faszination des Neuen. In der Story von Ril und Lizzy fühlte mich mich leider aber nur mäßig unterhalten und eckte oft mit den Sylph und ihren Eigenarten an. All die Regeln, die diese Wesen allein durch ihre Natur unterworfen sind, konstruieren ein komplziertes Geflecht an Bedingungen und Folgen. Demnach nehmen Passagen, in denen Ril und die anderen mit diesen Befehlen und Mustern hadern, extrem viel Platz ein. Ja, er darf ihr nahe sein, dann darf er sie aber wieder nicht lieben, dann werden alle Befehle neutralisiert, dann wieder neu aufgebaut, gelöscht, upgedated und vertieft etc. Die eigentliche Person des Ril löst sich im Laufe dieses Buches in ein waberndes Nichts auf, in einem Spielball all jener Muster und Befehle. Für mich blieb er so blass und unglaubwürdig, eine schwache Figur ohne Willen. Lizzy war ganz ok, ein wenig kindisch und unbeholfen, aber gradlinig und ehrlich. Durch den beschaulichen, leicht trägen und sehr gegenständlichen Schreibstil kommt man den Charakteren nicht sehr nahe und ich konnte mich kaum mit ihr identifizieren. Es wird viel Zeit dafür aufgewandt, Nebenfiguren, Schauplätze und eben jenes Sylphensystem zu erklären, aber all dies kommt ohne viel Emotionalität aus. Manchmal kam es mir so vor, als würde die Autorin einen extrem distanzierten Standpunkt einnehmen und alles wie eine Geschichte von vorgestern rezitieren. Was manche als ausgeglichene ruhige Erzählweise loben würden, empfand ich als gefühlsarm und fatalistisch. Um mal einen Vergleich zu ziehen: Nalini Singhs Stil ist das genaue krasse Gegenteil von L. J. McDonalds Schreibweise. Nun darf man nicht denken, in Falkenherz würde nichts passieren. Die Story ist voll von Ereignissen, Kämpfen, tragischen Schicksalen, Gewalt und diesem kühlen Hauch von Romantik. Dieses Abenteuer lief vor meinem inneren Auge ab wie ein bunter, toll zusammengestellter Film. Doch für mich fehlt dem Falken das Herz.

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Krieger der Königin

Teil 1
Falkenherz
Schattenmacht




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