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...oder lieber Urban Fantasy?

Krieger der Königin: Teil 1

von L.J. McDonald

Erscheinungsdatum: Mai 2011
Verlag: Knaur
Ausgabe: TB-Klappenbroschur, 416 Seiten
Preis: EUR 9.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
2022302

Anspruchsvolle, schön formulierte Fantasy für alle Altersgruppen.

    

Im Königreich Eferem regiert König Alcor

mit strenger Hand, immer auf der Hut vor Angriffen aus benachbarten Reichen. Um seine Armee aufzubauen, nutzt er ein magisches Ritual, mit dem mächtige Krieger, genannt Sylphen, aus einer Paralleldimension gerufen werden. Sie folgen dem Lockruf eines weiblichen Opfers und werden gewaltsam an einen männlichen Krieger gebunden. Doch nicht nur diese Kriegersylphen leben unter den Menschen, auch Erd-, Luft- und Wassersylphen können gebunden werden.

In einem kleinen Dorf fernab der Hauptstadt lebt die junge Solie - unglücklich, da sie an einen älteren Mann verheiratet werden soll. In einer Nacht- und Nebelaktion flieht sie aus ihrem Elternhaus und wird auf der Straße von Banditen überfallen und verschleppt. Sie findet sich angekettet auf einem Altar wieder und soll als Opfer für einen Kriegersylph gelten! Als das Ritual beginnt, schafft sie es, sich von ihren Fesseln zu befreien und vereitelt die Kriegerbindung, in dem sie selbst dem erscheinenden Sylph einen Namen gibt: aus "He, du" wird Hedu. Zusammen mit Hedu flieht Solie und erst langsam begreift sie, dass sie nun nie wieder in ihr altes Leben zurück kann.

Nachdem ich einige sehr positive Kritiken

über dieses Buch gefunden hatte, kam der spontane Kaufentschluss. Ich habe es nicht bereut, auch wenn ich wohl unwissenderweise hiermit meinen ersten YA bzw. "All Age" Roman gelesen habe. Absolut faszinierend und extrem angenehm an diesem Buch ist der ruhige, wunderschön ausformulierte und fantasievolle Schreibstil. Fast durchgehend sind die Sätze kurz gehalten, es gibt weder Pathos, noch lange Mono- oder Dialoge. Der gesamte Erzählstil der Autorin ist 100 % handlungsorientiert und von einem schlichten und doch gefühlvollen Ideenreichtum. Es ist nicht die typische, blumige und sich in langen Beschreibungen ergehende Fantasy-Sprache, sondern ein harmonisches, wertungs- und slangfreies Erzählen. Gleich zu Beginn lernen wir die junge Solie kennen, von der ich nicht wusste, dass sie SO jung ist. Ihr Alter wird nie erwähnt, aber ich schätze sie auf 16 oder 17. Wie allen Figuren bei L.J. McDonald liegen ihrem Wesen emotionale und leicht nachvollziehbare Züge zugrunde, deren Einfachheit so manches Mal schier entwaffnend ist. Sie will nicht verheiratet werden - also reißt sie aus. Sie soll geopfert werden - da nimmt sie all ihren Mut zusammen und wendet das Blatt. Viele dramatische Szenen und gewaltsame Inhalte (deren es einige gibt) werden durch dieses simple Verhalten fast schon verharmlost. Solie hinterfragt die Geschehnisse nicht, sie nimmt sie als Schicksal an und stellt sich ihren Aufgaben. Durch den fast völligen Verzicht auf Reflexion und dem bekannten "Hadern mit dem Schicksal", das wir von vielen Romantasy Romanen kennen, kommt es zustande, dass der wendungsreichen Handlung fast ohne Unterbrechung gefolgt werden kann. Als dann der Kriegersylph Hedu ins Spiel kommt, dachte ich, dass die Liebesgeschichte bekannten Bahnen folgen wird, aber dem ist nicht so. Auch wenn von Anfang an klar ist, dass er zu Solie gehört und sie auch über alle Maßen begehrt, bleibt diese Annäherung ganz zahm, bedeckt und irgendwie kindlich. Hedu nimmt auch die Gestalt eines "Jungen" an, was in meinem Kopf dann leider ein 14-jähriger war. Solies und Hedus Beziehung ist trotz der sexuellen Handlungen (die sehr erotikfrei sind), keusch und unschuldig. Es geht vordergründig darum, dass Hedu Solie vor allem beschützen will, in erster Linie vor anderen Männern. Trotz dieser von meiner Seite ungewohnten "Weichheit" der Charaktere, haben mir Solie und Hedu aber gut gefallen und ich liebte die Intensität ihrer rein gefühlsmäßigen Unterhaltungen und die innige Verbundenheit die ohne langes Katz- und Mausspiel entsteht. Ansonsten entwickelt sich in diesem Buch ein fast klassischer Fantasy-Plot mit diversen sich bekriegenden Königreichen, einem Bösen mit seiner Armee und den "Guten" mit ihrer Armee. Als Solies Rolle in diesem Geschehen klar wird, konzentriert sich die Geschichte auf die Konfrontation dieser Armeen und den ganzen Vorbereitungen, die dafür nötig sind. Der Schwenk weg von Solie und Hedu kurz nach Beginn des Buches macht ganz schnell klar, dass es hier kein reines Tête-à-Tête zwischen den Hauptcharakteren wird. Vielmehr breitet die Autorin mit dieser flüssigen Leichtigkeit viele sympathische und individuell ausgearbeitete Nebenfiguren aus, die allesamt eine absolute Bereicherung sind. Denn nicht nur Hedu ist ein Kriegersylph, auch der Krieger Leon hat einen an sich gebunden: Ril. Dann gibt es noch den arroganten und brutalen Jasar mit seinem Krieger Mace und rund um Solie und Hedu mehrere andere Figuren, die in die Geschichte eingreifen. Mit voranschreitender Story erhöht sich die Zahl der Szenenwechsel ständig und gegen Ende ist es wie ein Blitzlichtgewitter der unterschiedlichen Schauplätze. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, die allzu jungen Protagonisten sind für mich nicht ganz so interessant, aber die erdachte Geschichte ist wundervoll stimmig und mitreißend. Sprachlich eine absolute Erholung von den Markt überschwemmenden Stories voller F-Wörter und Gossenjargon. Fans von Kick-ass Heldinnen und Urban Fantasy werden hier allerdings nichts Verwertbares finden.

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Krieger der Königin

Teil 1
Falkenherz
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