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...oder lieber Urban Fantasy?

Stadt der Dunkelheit: Moonshine

von Alaya Johnson

Erscheinungsdatum: September 2010
Verlag: Knaur
Ausgabe: Taschenbuch, 416 Seiten
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Schlecht recherchierter, zäher Urban Fantasy Roman mit einer unglaubwürdigen Heldin.

    

Im New York der 20er Jahre

hat sich die junge Zephyr Hollis ganz dem Schutz und der Verteidigung von Minderheiten verschrieben. Sei es, dass sie sich für die Rechte der "Anderen" (Vampire, Gestaltwandler etc.) einsetzt oder für die Gleichberechtigung der Frau protestiert - Zephyr ist durch und durch ein großherziger Mensch. Leider bringt sie es nicht zu allzu viel Wohlstand dabei, sie teilt sich ein armseliges Zimmer mit ihrer Mitbewohnerin Aileen in einer Pension und gibt abends Kurse an Schulen. Eines Tages jedoch kommt sie mit dem attraktiven, aber geheimnisvollen Amir ins Gespräch, der einen gefährlichen Auftrag für Zephyr hat: sie soll den untergetauchten Vampirboss Rinaldo aufspüren, der anscheinend etwas aus unermesslich Kostbares aus Amirs Besitz entwendet hat. Zephyr willigt ein, hat sie doch so auch die Chance, dem berüchtigsten Kriminellen New Yorks und außerdem größten Drogendealer auf die Schliche zu kommen. Unterstützt wird sie auch von der flinken Reporterin Lily, die Zephyr Kontakte in bessere Kreise vermittelt um an Rinaldo heranzukommen. Doch die Suche gestaltet sich schwierig und bald gerät Zephyr in große Gefahr.

Aufgrund einiger positiverKritiken habe ich mich

nach langem Zögern doch entschieden, das Buch zu kaufen. Leider kam und ich weder mit dem Erzählstil noch mit der Protagonistin klar. Der Roman soll im New York der 20er Jahre spielen - ein originelles Detail, welches das Buch interessant machen soll - leider gelingt es der Autorin nicht, das Flair dieser Zeit zu übermitteln. Gut, woher soll ich wissen, wie es in den 20er Jahren war, aber dennoch wirken sowohl die Sprache als auch die gesamte Handlungsweise der Hauptfigur extrem modern. Welche unverheiratete junge Frau fährt in abgewetzten Klamotten auf einem Fahrrad durch verwaiste Straßen, gibt ihr letztes Geld irgendwelchen Unbekannten (obwohl sie fast am Verhungern ist), und hat einen Dämonenjäger als Vater - und das in den 20er Jahren? Von Seite zu Seite wurde mir Zephyr unglaubwürdiger und unsympathischer.

Ihr krankhaftes Helfersyndrom widerspricht jeglicher Vernunft und sie ist zu keinem klaren Gedanken fähig. Sämtliche Ereignisse sind willkürlich aneinander gereiht und bieten den Figuren keinerlei Raum für Individualität. Nur weil sie ein paar lockere Sprüche drauf hat und durch ihre Art aus dem Rahmen fällt ist Zephyr noch lange keine bewundernswerte Person, ehrlich gesagt fand ich sie größtenteils unglaublich dumm. Das Buch versucht an verschiedenen Stellen immer wieder auf die Probleme mit Prohibition, Apartheid, Rassenhass und Emanzipation anzuspielen, versagt aber kläglich. Soch politisch sensible Themen können einfach nicht in einem Fantasy Roman abgespult werden, noch dazu alle auf einmal. Es gibt sogar Anspielungen auf Deutschland, leider völlig zusammenhangslos.

Wo schon der historische Hintergrund und die Protagonistin versagen, kann es leider weder die Krimihandlung noch die Liebesgeschichte wettmachen. Die völlig abgegriffene Story um die Jagd nach dem großen bösen Drogendealer ist vorhersehbar und langweilig. Der Leser kämpft sich durch zähe Längen während man dutzende Male beschrieben bekommt, was Zephyr für schäbige Kleidung trägt, wie anstrengend die Fahrradfahrerei ist, wie hungrig sie ist etc. Den Vogel schießen aber noch Zephyrs Eltern ab, die ich absolut lächerlich fand. "Daddy" und "Mami" sind schräge Karikaturen - er wie Van Helsing auf Speed, sie völlig charakterlos und nichtssagend. Nach diesen Enttäuschungen habe ich wenigstens auf einige gute Wendungen in der sittsam und zögerlich angedeuteten Romanze zwischen Zephyr und Amir gehofft. Doch weder gibt es wirklich prickelnde Szenen noch ein positives Ende. In einem lieblos dahingehudelten Showdown muss die Autorin sämtliche begonnenen Handlungsstränge innerhalb weniger Seiten auflösen und verheddert sich in aufgesetzter Emotionalität und konstruierten Begründungen, die keinen interessieren. Ab der Mitte des Buches habe ich übrigends nur noch quergelesen und ernsthaft darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Das kommt wirklich selten vor. Als Schund würde ich es allerdings knapp nicht bezeichnen, dafür gibt es eine Hand voll ganz netter Szenen und Amir ist eigentlich ganz nett. Das Thema Dschinn ist immerhin etwas Neues.

Rein inhaltlich schreit das Buch nach einer Fortsetzung, laut Klappentext ist die Autorin auch bereits am Schreiben. Aber diese Serie werde ich definitiv nicht weiter verfolgen. Und das Cover mit dem schön geprägten Schriftzug war doch so schön.... :-(

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