Urban

Fantasy

auf World of Armitage




mehr...


...oder lieber Romantasy?

Spellcrackers: Der kalte Kuss des Todes

von Suzanne McLeod

Erscheinungsdatum: April 2010
Verlag: Goldmann
Ausgabe: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
0133113

Temporeicher Urban Fantasy Roman in einer komplexen Alternativ-Welt.

    

Wie schon zuvor

gerät die Sidhe Genevieve, genannt Genny, in Schwierigkeiten. Da ihr Blut eine Kostbarkeit ist, wird sie von den ansässigen Vampiren geradezu bedrängt, was die Hexen gar nicht gerne sehen. Genny arbeitet weiterhin zusammen mit dem Satyr Finn, der jetzt ihr Boss ist, für die Firma Spellcrackers.com, die paranormale Fälle in London bearbeitet. Aktuell sollen sie dem Treiben einiger Geister auf den Grund gehen und Genny gruselt sich jedes Mal, wenn ein Geist in Gestalt eines kleines Mädchen hinter ihr herschwebt und sie beobachtet. Genny beschließt, dem Werben der Vampire ein Ende zu setzen, indem sie ein Abkommen mit dem mächtigen Malik al Khan schließt. Doch der ist spurlos verschwunden seit ihrem letzten Treffen. Dann gerät sie plötzlich mitten in einen Mordfall und unter Tatverdacht und überdies scheint es auf einmal jede übernatürliche Kreatur in der Gegend auf sie abgesehen zu haben.



Das Buch hat

ziemlich genau ein Jahr in meinem Regal gestanden und auf seine Zeit gewartet - irgendwie war immer ein anderes wichtiger gewesen. Zu Unrecht, wie ich feststellen musste, denn der zweite Teil der Spellcrackers Serie ist ein gelungener Urban Fantasy Abenteuertrip mit einer quirligen und eigenwilligen Heldin.
Suzanne McLeods Schreibstil muss man allerdings mögen, er ist leicht umständlich, sehr abwechslungsreich und voller farbiger Adjektive und Beschreibungen. Sie bedient sich gerne und häufig Metaphern und Wortspielereien und legt Genny bissige, scharfsinnige Kommentare in den Mund. Man muss schon aufmerksam lesen um alle Feinheiten zu erfassen. Es ist kein Buch, das man - auch nur stellenweise - überfliegen kann. Ebenso komplex wie die Sprache ist auch die Handlung. Was mit einem einzigen Anlass beginnt, fächert sich schnell in mehrere Handlungsstränge auf, die vorerst scheinbar nichts miteinander zu tun haben, später aber ineinanderfließen und sich gegenseitig steuern. Es gibt eine Fülle an Nebencharakteren, die wunderbar fantasievoll und abwechslungsreich dargestellt sind. Gut und Böse ist nicht auseinanderzuhalten und verschwimmt auch im Laufe der Geschichte. Und dann sind da noch die Schauplätze, deren es viele - auch authentische - gibt, und die mit blumigen Worten dem Leser nahe gebracht werden.

Also stürzt sich die zielstrebige Genny - aus deren Sicht wir alles mitbekommen - mutig in ihr eigenes Abenteuer und gerät natürlich gleich von Beginn an ständig in Lebensgefahr. Ab und an hatte ich meine Probleme, mich mit ihr als Hauptfigur zu identifizieren, denn sie ist eine etwas unnahbare, zynische Person. Trotz des Ich-Erzählers wahrt Genny eine Distanz zum Leser, die zwar bei dem hohen Tempo der Handlung fast schon notwendig ist, dem ganzen aber eine kühle Note verleiht. Ich mag "harte" Actionheldinnen à la Dante Valentine oder Max aus Shadowblade, aber wenn die andere Seite in ihnen so ganz und gar unterdrückt wird, verliere ich einen großen Teil der Sympathie. Genny ist so eine Person, man liest ganz gerne über sie und freut sich an den haarsträubenden Dingen, die sie erlebt, aber so richtig "echt" ist sie nicht.

Die Story ist so ein wenig wie "Staatsfeind Nummer eins" oder "Stirb langsam", eine Art actionreicher, paranormaler Auf-der-Flucht-Krimi ohne eine Minute zum Luftholen, ohne lange emotionale Verwicklungen, ohne Romantik. Dafür hat Genny wahrlich keine Zeit - und will sie auch nicht haben. Es gibt einige prickelnde Stellen, vor allem wenn der Vampir Malik auftritt, aber Liebe ist in diesem Roman absolut nicht ausschlaggebend. Er lebt vielmehr von dem Ideenreichtum der Autorin und der spannenden Umsetzung. Von Seite zu Seite gerät Genny tiefer in den Schlamassel und Nebencharaktere entpuppen sich als hilfreich oder feindselig. Ab und an war es mir einfach zu viel des Guten und ich konnte das Buch auch nicht in einem Rutsch durchlesen, dafür ist es einfach zu anstrengend. Aber Der Kalte Kuss des Todes ist auf jeden Fall exzellente Urban Fantasy Unterhaltung, für alle, die zum Beispiel auch Karen Chance mögen. Ich finde, ihr Stil ähnelt sehr dem von Suzanne McLeod.

Home - Titel-Serien-Autoren A-Z - Aktuelle Topliste - Vorschau - Impressum

Spellcrackers

Süßer als Blut
Der kalte Kuss des Todes
Bittersüße Nacht




Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Es sind noch keine Einträge vorhanden.