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...oder lieber Urban Fantasy?

Die Söhne der Insel: Die Söhne der Insel

von Jean Johnson

Erscheinungsdatum: November 2009
Verlag: Blanvalet
Ausgabe: 423 Seiten, Taschenbuch
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
2100000

Ganz netter Fantasy-Liebesroman ohne große Überraschungen und dafür mit viel verschenktem Potential.

    

Auf der Insel Nightfall leben seit ihrer Verbannung

dorthin vier Zwillingspaare in einer großen Burg. Es sind acht unterschiedlich magiebegabte Männer, die in ihrem Heimatland Katan wegen ihrer besonderen Fähigkeiten gehasst und gefürchtet wurden. Einst prophezeite eine mächtige Seherin, dass jedem der Brüder ein unheilvolles Schicksal ereile, wenn sie sich in eine Frau verlieben. So kam es, dass niemals eine weibliche Seele die Insel betrat. Bis zu dem Tag, als der jüngste der Brüder, der Magier Morganen mit seinen Fähigkeiten die junge Kelly aus ihrem brennenden Haus rettet und in seine Welt teleportiert. Morganen verfolgt einen lang ausgeklügelten Plan. er will das Schicksal herausfordern und nach und nach all seine Brüder verkuppeln. Der erste soll Saber sein. Als Kelly plötzlich auf Nightfall erscheint, ist nichts mehr wie es war. Zuerst ist Saber alles andere als erfreut, als sich die kratzbürstige, eigensinnige Frau mit ihm heftige Wortgefechte liefert. Doch bald fühlt er sich unweigerlich zu ihr hingezogen. Im Hinterkopf jedoch hat er immer die Propheizeihung, die Unheil vorhersagt, sollte er sich jemals ernsthaft in eine Frau verlieben.

Angesichts der vielen guten Kritiken hatte ich einigermaßen

hohe Erwartungen an diesen Roman und ersten einer achtteiligen Serie. Leider konnte mich "Das Schwert" nicht wirklich überzeugen. Jean Johnsons Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen, bedient sich vieler blumiger Adjektive und unzähligen, langatmigen Beschreibungen. Die Dialoge sind recht salopp und oftmals ziemlich überflüssig. Als allererstes hat mich die deutsche Übersetzung der Namen der Brüder maßlos gestört. Saber haben sie beibehalten, aber bei den anderen hat man wild rumfantasiert und gebastelt. Koranen? Wie Koran? Morganen? Wie die Hexen Morgaine? Wolfer? Wie klingt das denn?? Und überhaupt sind es wenn überhaupt die "Söhne des Schicksals" und nicht die "Söhne der Insel"! Nun ja, hat man sich erst einmal ein wenig an den Schreibstil gewöhnt, kann man durchaus Gefallen an den sympathischen und liebevoll ausgestalteten Charakteren finden. Alle sind auf ihre Weise liebenswert und interessant. Bloß Kelly ist mir von Anfang an ständig auf die Nerven gefallen. Neben ihrer zickigen, aufbrausenden Art hat sie einen Putzfimmel und einen absoluten Herrschwahn. Ich meine, es ist ja ganz normal, dass ich in eine andere, magische Welt katapultiert werde und nichts besseres zu tun habe, als erst einmal den nächst besten Kerl mit einem Schulterwurf "Staub fressen zu lassen" um danach alle in eine ultimative Putzkolonne zu verwandeln. Das ist nicht lustig, sondern völlig albern - finde ich jedenfalls. Neben der recht gelungenen Annäherung von Kelly und Saber passiert in diesem Buch rein g-a-r n-i-c-h-t-s Spannendes oder Interessantes. Es werden unzählige Seiten mit Beschreibungen der Burg, der Möbel, der Kleidung etc verschwendet und Kelly ergeht sich in ellenlangen Erzählungen aus ihrer Vergangenheit. Immer wieder wird alles mögliche wiederholt bis es auch jedes Kleinkind verstanden hat. Überhaupt sind sämtliche männlichen Charaktere ziemlich weichgespült und obwohl alle besonders maskulin und kriegerisch dargestellt werden, gibt es in dem ganzen Roman keinen anständigen Kampf. Alles unterwirft sich bereitwillig Kelly, der Königin und die ach so mächtigen Magier haben am Ende Angst vor einem Steinschlossgewehr! Sicher kann man von einem Fantasy-Liebesroman nicht erwarten, dass alles super-realistisch ist - aber in sich schlüssig wäre schön. Eigentlich ist Söhne der Insel ein relativ seichter, vorhersehbarer Time Travel Roman mit ein paar paranormalen Einschlägen. Leider finde ich erwachsene Männer, die mit ihrer Magie Vorhänge waschen, Badewannen schrubben und Blumengirlanden herstellen nicht sexy. Da sind mir doch die abgestraften Dämonen von Gena Showalter lieber. Die drücken zwar mächtig auf die Tränendrüse mit ihrem Dasein als gequälte Helden, doch immerhin würden sie sich nie freiwillig von einer zänkischen Putzfrau zum Großreinemachen zwingen lassen. Eins noch (ich will ja noch ein paar gute Haare an dem Buch lassen): nachdem sich Saber und Kelly dann endlich verliebt haben, wartet man vergeblich auf das große, böse Unheil das über die Insel und ganz Katan hereinbrechen soll. Was dann nämlich kommt, ist eine derart langweilige Farce, dass ich die restlichen 100 Seiten nur noch quergelesen habe. Wie schade. Das Titelbild des Romans ist sooo schön, es klang alles so vielversprechend... vielleicht werden die Fortsetzungen ja besser.

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Die Söhne der Insel

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