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Skindancer: Magisches Tattoo

von Anthony Francis

Erscheinungsdatum: November 2011
Verlag: Knaur
Ausgabe: TB-Klappenbroschur, 400 Seiten
Preis: EUR 9,99
ISBN: 978-3-426-50976-0


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
** ** * **

Leider unspektakulär und völlig durchschnittlich.


Dakota Frost ist

Tättowierkünstlerin, und zwar eine ganz besondere: sie kann magische Tattoos stechen. Diese speichern Mana und können sich bewegen, von ihrem Körper lösen oder sonstige magischen Kräfte ausüben. Dakota hat sich selbst über und über damit tättowiert und gehört damit halb zu der paranormalen Einwohnerschaft der Stadt Atlanta. Diese ist nämlich in "Edger" und Normalos unterteilt, die mehr oder weniger friedlich nebeneinander leben. Dakota arbeitet in einem Studio zusammen mit anderen Tättowierern. Eines Tages erhält sie eine Nachricht vom FBI, dass sie zu Ermittlungen in einem Serienmord aussagen soll. Der Täter hat dem Opfer ein Tatto aus der Haut geschnitten und Dakota soll es zuordnen. Erschrocken von der Grausamkeit der Tat, stimmt Dakota dennoch zu und identifiziert das Tattoo als magisches Symbol. Sie möchte gleich ihre Hexenfreundin und Zeichendeuterin Jinx hinzuziehen. Parallel bekommt Dakota den Auftrag, einem Werwolf ein mächtiges Tattoo zu stechen, das ihm bessere Kontrolle über seinen Gestaltwandel geben soll. Auch dieses Tattoo scheint mysteriös zu sein. Zu guter Letzt bekommt Dakota noch Besuch vom populärsten Magier der Welt und dieser fordert sie ausgerechnet zu einem Duell heraus!

Leider bekomme ich

nichts besseres als diese wirre Inhaltsangabe hin - sorry. Besonders im Nachhinein ist mir bewusst geworden, welch Durcheinander in dieser Ansammlung von Story-Häppchen rund um Dakota Frost doch herrscht. Doch eins nach dem anderen.
Vorab muss zu meinem Bedauern festgestellt werden, dass der Roman meine hohen Erwartungen nicht erfüllen kann. Es ist bestenfalls ein durchschnittlich unterhaltsamer Urban Fantasy Mix, der überall ein bisschen geklaut hat ohne selbst Stil zu entwickeln.
Die Protagonistin Dakota Frost ist eine mutige (oft völlig kopflos), schlagfertige 1,90m Frau mit unzähligen Tattoos, die magisch sind. Sie trägt coole Klamotten und einen farbigen Irokesenschnitt. All das macht sie ein wenig zur Anti-Heldin, ist aber durchaus nicht verkehrt. Ihr Vater ist beim FBI, sonst hat sie irgendwie keine Familie. Sie lebt und arbeitet in Atlanta, einer Stadt, die es dem Autor unglaublich angetan haben muss. Wer gerne Straßennamen, Plätze und Gebäude in Atlanta kennen lernen möchte, sollte einen Blick auf Skindancer werfen. Die gesamte Story spielt sich hier ab und der Leser erfährt auch immer genau, wo. Mir war Dakota Frost leider nicht so sympathisch, wie ich gehofft habe. Pluspunkte: sie ist sozial, exzentrisch und aufgeschlossen. Negativpunkte: sie hat eine seltsame Vorstellung von ihrer Außenwirkung und kam teilweise arrogant rüber. Vor allem ihre Wirkung auf Männer schätzt sie oft überaus hoch ein und reiht jeden Typ gleich in ihre große Verehrerschaft ein. Abgesehen davon, dass die Vampirin Savannah ihre Exfreundin ist, bekommt man als Leser von Dakotas Bisexualität eher wenig mit. Ich hatte gedacht, sie würde eher in den Vordergrund rücken, aber Romantik, Liebe und Sex spielen in diesem Roman keine große Rolle.

Neben Dakota gibt es unzählige Nebenfiguren, die eine mehr oder weniger große Rolle spielen. Sie ist umgeben von einigen attraktiven Männern, die aber völlig blass bleiben. Und mit völlig blass meine ich, dass ich mich nach Beenden des Buches kaum daran erinnern konnte, wie sie überhaupt heißen. Die einzige Person, die für mich interessant geworden wäre, lässt der Autor sterben. Na toll. Genauso fahrig wie die Auswahl der Personen in diesem Buch ist leider auch der Fortgang der Story. Zu Beginn starten gleich drei Handlungsstränge gleichzeitig und man fragt sich als Leser, wie der Autor diese alle in 400 Seiten unter einen Hut bringen will. Nun, es klappt auch eher nur leidlich. Die Handlungen gehen zwar ineinander über, bleiben aber als solches völlig unspektakulär und geistlos. Ein Killer hat es auf Dakotas Tattoos abgesehen...sie soll ein magisches Duell bestreiten...ein Werwolf braucht ein Kontroll-Tattoo. Klingt am Anfang ziemlich mitreißend, entpuppt sich aber nach kurzer Zeit als fantasielos und ohne Tempo. Dakota hangelt sich in extrem kurzen Kapiteln in der Ich-Perspektive durch ein wirres Hin und Her und lässt mal hier und dort ihre coolen Sprüche ab. Dadurch bleibt überhaupt keine Zeit, um sich wenigstens mit einer Sache genau zu beschäftigen. Immer mehr hatte ich den Eindruck, dass der Autor hier die eierlegende Wollmilchsau produzieren wollte und genau das Gegenteil erreicht hat. Dakota ist durch ihre Tattoos zwar irgendwie mächtig, spielt aber dennoch für mich nicht die Rolle einer Heldin. Sie verbringt eigentlich mehr Zeit im Krankenhaus als auf sonstigen Schauplätzen.

Schließlich und endlich war ich nach Abschluss des Buches ein wenig verschnupft, weil sich aufdrängt, dass hier überall bei UF Titeln geklaut wurde, am meisten wohl bei Kate Daniels. Atlanta, ein männlicher sexy Gestaltwandler, jede Menge Paranormales, eine Parallelwelt etc etc. So schlecht, dass ich weniger als eine Durchschnittwertung geben würde, war das Buch nun nicht, aber es reicht keinesfalls aus dem bekannten Einheitsbrei heraus. Wie schade, wie schade.

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Magisches Tattoo



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mathilda, 12. November 2011, 15:39