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Satyr: Der Kuss des Satyrs

von Elizabeth Amber

Erscheinungsdatum: März 2009
Verlag: Knaur
Ausgabe: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: EUR 7.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Klischeehafte, konstruierte Erotikunterhaltung, die man wohl mit Humor nehmen muss

    

Nicholas Satyr ist genau wie seine beiden jüngeren

Brüder Raine und Lyon Herr eines renommierten Weinguts und lebt in relativer Abgeschiedenheit von der Außenwelt. Dies ist auch gut so, denn die Menschen sollen auf keinen Fall herausfinden, dass sie zu den Wesen aus der "Anderwelt" gehören. Sie sind halb Mensch, halb Satyr und verfügen über besondere Fähigkeiten, unterscheiden sich jedoch auch in anderen Dingen von den Menschen. Jeden Monat bei Vollmond übermannt sie die Lust und sie müssen fast hemmungslos ein Ventil für aufgestaute "Energien" finden. Während dieser Verwandlung in den Satyr sind sie sehr angreifbar. Eines Tages erhält Nicholas ein Schreiben seines Vaters, das seinen letzten Willen enthält. Er fordert, dass Nicholas und seine drei Brüder auf jeden Fall schnellstens heiraten und Nachkommen zeugen sollen.

Es gibt auch schon konkrete Kandidatinnen: die drei Töchter, die der Satyrgott mit Feen gezeugt hat, und die jetzt ohne Wissen über ihre Andersartigkeit unter den Menschen leben sollen. Eine in Rom, eine in Venedig und eine in Paris. Zuerst sind die Brüder nicht erfreut über ihr neues Schicksal, doch vernünftigerweise fügen sie sich und teilen sich wahllos die Frauen auf. Zuerst macht sie Nicholas auf die Suche und entdeckt Jane in der Nähe von Rom. Sie arbeitet heimlich als Wahrsagerin, um sich ein Zubrot zu verdienen. Nicholas folgt ihr und zieht Erkundigungen über die zurückhaltende Frau ein. Bevor Jane irgendwie reagieren kann, hat er schon bei ihrer intriganten und geldgierigen Tante Izabel um Janes Hand angehalten. Da er ein wohlhabender Adliger ist, kommt es sofort zur Zusage und Jane ist verheiratet. Für sie beginnt eine kritische Phase, denn sie fürchtet, dass ihre besonderen Talente und ihre äußerliche Andersartigkeit auffallen werden. Außerdem möchte sie nicht von ihrer Schwester Emma getrennt werden. Doch es gibt keinen Aufschub und Jane folgt Nicholas auf sein abgelegenes, riesiges Landgut. Nach kurzer Zeit beginnt sie, unter Nicholas reserviertem Verhalten zu leiden und der kalte Sex, den er von ihr fordert, befriedigt sie überhaupt nicht. Zudem beginnen ihr immer mehr seltsame Dinge in dem Haushalt aufzufallen, um deren Erklärung sich Nicholas jedoch erfolgreich drückt. Als Jane eines Tages mitbekommt, dass Nicholas regelmäßig seine Mätressen aufsucht, reagiert sie mit Ärger und Enttäuschung. Sie möchte Nicholas Geliebte und von ihm in Liebesdingen unterwiesen werden. Nicholas lässt sich darauf ein, doch er weiß nicht, wie sie auf seine wahre, leidenschaftliche und unersättliche Natur reagieren wird.

Der Kuss des Satyrs ist ein ungewöhnlicher Erotikroman.

Der Schreibstil der Autorin hält sich relativ genau an die Zeit und den Ort der Handlung, also altmodische Wortwahl, strenge Rollenklischees, viel Pomp und Intrigen. Dabei halten Dialoge und Monologe bzw. Beschreibungen sich gut die Waage. Die erste Hälfte des Buches liest sich flüssig und wie ein sehr freizügiger historischer Liebesroman. Der Paranormale Zusatz in Form von Figuren aus der Griechischen Mythologie kommt aber von Anfang an sehr komisch daher.

Die Daseinsberechtigung dieser Wesen ist total aus der Luft gegriffen, und die sogenannte Anderwelt ist ein kaum beschriebener Ort in einer anderen Dimension (?). Das hab ich dann erstmal ignoriert und die Story an sich betrachtet, ganz ohne Suche nach dem Sinn. Doch selbst dann kommt es alles so hanebüchen und krass, dass ein irritiertes Kopfschütteln nicht ausbleibt. Es ist, als würde die Autorin nach der Hälfte so richtig aufdrehen und bald wird nur noch kopuliert. Für einen Erotikroman nichts ungewöhnliches, doch ich fand es leider überhaupt nicht prickelnd. Das mag zum großen Teil an der Darstellung der Hauptcharaktere liegen. Nicholas ist ein kalter, berechnender, schwanzgesteuerter Schönling, der von Jane ohne Gegenleistung Dinge verlangt, die ihr Angst machen.

Er ist gänzlich unromantisch und seine körperliche, besondere "Anomalie" ist irgendwie abartig. Jane ist eine ganz konservativ erzogene und anständige Frau mit moralisch strengen Wertvorstellungen. Auch wenn sie weiß, dass sie kein Mensch ist, ist ihr Verhalten durch und durch menschlich und angemessen einer Frau im 19. Jahrhundert. Dummerweise konnte ich ihr ab der Mitte des Buches nicht ein Fünkchen Respekt mehr entgegenbringen, da sie sich von dem Tyrann Nicholas sowas von runterbuttern lässt, ohne auch nur den Ansatz von Widerstand zu zeigen. Von mir aus kann das ja früher echt so gewesen sein, doch was ist denn an Spannung in der Story, wenn alles von Anfang an klar ist? Nachdem dann also nur noch übrig bleibt, wann und wie oft und wie versaut die beiden es noch tun, bis die 400 Seiten vorbei sind, hatte ich mich eigentlich auf ein emotionsloses letztes Drittel eingestellt. Doch weit gefehlt! Gegen Ende wird ja nochmal alles aufgefahren was geht und von Mord und Totschlag, Entführung, wildem Durcheinander-Jeder-mit-Jedem-in-alle-Öffnungen-Sex über die Rettung der Plantage, der drei Brüder, Janes Schwester und was weiß ich, kommt dann auch das obligatorische "Ich liebe Dich". Das hat dann auch nix mehr gerettet. Eigentlich dachte ich dass Sharon Page den miesesten Paranormalen Erotischen Roman fabriziert hätte, aber ich habe mich getäuscht, dagegen ist die Vampirdreiecksgeschichte ja das reinste Lesevergnügen. Einen Punkt für Aufmachung habe ich wegen dem schön geprägten Umschlag gegeben, der Klappentext ist total daneben!

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