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...oder lieber Urban Fantasy?

Die Schattenritter: Ewige Versuchung

von Kathryn Smith

Erscheinungsdatum: Juni 2010
Verlag: Knaur
Ausgabe: 400 Seiten, Taschenbuch
Preis: EUR 7.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
3211002

Solide, schön zu lesende Romantic Fantasy.

    

Seit Wochen wird der Vampir Temple vom Silberhandorden

in einem Verlies gefangen gehalten. Bewacht wird er von der attraktiven Vivian, der Ziehtochter von Rupert Villiers, dem Drahtzieher des Ordens. Eigentlich könnte sich der mächtige Temple jederzeit befreien, doch er versucht herauszufinden, was die Pläne des Ordens sind. Und er hat Gefallen an der kämpferischen und hübschen Vivian gefunden. Als er ihr Blut nimmt und darauf ein Gespräch zwischen ihr und Rupert belauschen kann, in dem es darum geht, die anderen Vampire in eine Falle zu locken, ist es mit Temples Gefangenschaft vorbei. Er flieht auf dem direkten Wege auf die irische Insel Clare, wo er in einer Schwesternschule einen sicheren Unterschlupf hat. Doch Rupert schickt Vivian direkt hinter ihm her und innerhalb weniger Tage ist sie ihm auf den Fersen. Und Temple kann trotz aller Feindschaft nicht von Vivian lassen.

Ewige Versuchung ist der Abschluss der Schattenritter Serie und bietet

sowohl die Liebesgeschichte um Temple und Vivian als auch die Auflösung der Gesamthandlung um den Silberhandorden und deren dunkle Machenschaften. Der simple Aufbau und relativ viele Wiederholungen und Erklärungen machen es aber auch jedem Neueinsteiger möglich, die Geschichte nachzuvollziehen. Wie auch in den Teilen zuvor kann man einen schön ausformulierten, gehobenen Liebesromanstil genießen, der gemächliche Dialoge mit pittoresken Landschaftsbeschreibungen kombiniert. Im Mittelpunkt steht die Beziehung der beiden Hauptcharaktere, die sich in gewohnter und beliebter Manier einen Schlagabtausch liefern bevor sie unweigerlich ihrem Verlangen nachgeben müssen. Temple ist der typische, männlich-starke Held mit leicht gequälter Vergangenheit, Vivian ist eine starke Frau mit eigenem Willen und einer vergrabenen, sanften Seite. Beide haben mir gut gefallen, handeln manchmal etwas naiv und vorhersehbar, aber durchaus unterhaltsam.

Er nahm den zarten Ingwer-Pfirsich-Duft ihrer Haut wahr, als sie die Kellertreppe hinunterkam. Trotzdem schwang er seine Beine nicht von der Liege. Drei Tage schmerzhafte eiternde Brandblasen an den nackten Fußsohlen, nachdem er erstmals zu entkommen versucht hatte, hielten ihn davon ab. Auf dem Boden nämlich befanden sich Kleckse von Silberfarbe, die ihm die Füße verbrannt hatten. Und jede Stunde erschien ein anderer Wächter, der einen feinen Weihwassernebel durch die Gitter sprühte – nur für den Fall, dass Brandblasen und Opium nicht ausreichten. Aber nicht einmal der Gedanke an Brandblasen konnte ihm ihren Anblick verleiden. Und er sah hinreichend klar, um ihn richtig zu genießen. O ja, er könnte sie schon deshalb töten, weil sie eine von ihnen war, aber das änderte nichts daran, dass diese Frau ein fl eischgewordenes Stück Paradies war! Sie musste mindestens eins achtzig groß sein, was er allerdings nur riet, denn er hatte bisher nicht die Ehre gehabt, neben ihr zu stehen. Und obgleich sie stets Hose, Hemd, Weste und Stiefel trug, konnte man sie unmöglich für einen Mann halten. Ihre Schenkel waren viel zu schlank, ihre Hüften zu wohlgerundet, ihre Taille zu schmal und ihre Brüste … nun, die dürften je eine gute Handvoll sein, und Temple besaß große Hände.

Die Liebesszenen, deren es viele gibt, sind sehr romantisch, ein bisschen Erotik kommt auch nicht zu kurz. Es bleibt aber alles sehr zahm und gediegen, was auch die Story allgemein charakterisiert: auch wenn blutige Taten verübt werden und gelogen oder intrigiert wird, wirkte es auf mich trotzdem irgendwie bodenständig und halb so wild. Alle wollen sich scheinbar schnell vertragen und das Böse wird rasch und sauber vom Guten getrennt. Durch die neutrale Erzählperspektive bekommt der Leser alles mit und weiß auch um die Motive und Handlungen des Silberhandordens. Leider wird dadurch einiges an Spannung genommen, das Tempo erhöht sich zwar gegen Ende, aber es gibt keine nennenswerten Überraschungen. Auf ein Wiedersehen mit den Figuren aus den Teilen zuvor hatte ich mich gefreut, leider ist deren Auftritt blass und ohne Charme. Potentieller Unterhaltungswert wird in oberflächlichen Dialogen verschenkt und es ging nichts so richtig unter die Haut. Als ich mich dann ertappt habe, wie ich Passagen übersprungen habe und das Querlesen anfing, hielt ich kurz inne und las meine anderen Rezis zu den Bänden um Reign, Chapel etc. Habe ich sie wirklich besser gefunden als Ewige Versuchung oder ist meine verhaltene Begeisterung für diesen Teil schon das Ergebnis einer "Übersättigung" an Romantic Fantasy? Denn wenn ich genau darüber nachdenke, macht dieser Teil auch nichts mehr oder weniger falsch/richtig als die anderen zuvor. Trotzdem würde ich aktuell niemals eine TOP Bewertung abgeben. Anscheinend hängt meine Ansicht über einen Roman nicht nur von dessen Qualität an sich ab, sondern auch vom entsprechenden Vergleichsmaterial. Vielleicht sogar von meiner Stimmung?? Komischerweise werde ich in letzter Zeit häufig von Romanen in Grundsatzdiskussionen um meinen "tatsächlichen" Lesegeschmack verwickelt, beim letzten Mal war es durch Riley Jenson. Davon losgelöst betrachtet, kann man mit der Schattenritter Serie jedenfalls nichts falsch machen, jeder Romantasy Fan, der gerne ein historisches Setting mag, wird gut unterhalten.

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Die Schattenritter

Unsterbliches Verlangen
Kuss der Dunkelheit
Salon der Lüste
Leidenschaft der Nacht
Ewige Versuchung

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