Urban

Fantasy

auf World of Armitage



Allie Beckstrom Serie Anita Blake Serie Nightcreature Serie Phoenix Chroniken Mercy Thompson Serie Night Huntress Serie Hollows Serie Otherworld Serie Midnight Hour Serie Phoenix Chroniken Stadt der Finsternis Serie Wolfshadow Serie

mehr...


...oder lieber Romantasy?

Blutkind

von Kim Harrison

Erscheinungsdatum: Juni 2010
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch, Großformat, 730 Seiten
Preis: EUR 15,00
ISBN: 9783453533523


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
*** *** ** * ***

Ein etwas ernsterer, ausgereifter Band in der faszinierenden Welt von Rachel Morgan.

Obwohl es sie

immer noch sehr mitnimmt, ist Rachel wild entschlossen, den Mord an Kisten aufzuklären. Durch einen Vergesslichkeitszauber kann sie sich nicht mehr an die grausamen Geschehnisse in der Nacht erinnern, doch mit der Hilfe des empathischen Therapeuten Ford versucht sie, an ihre verschütteten Erinnerungen heranzukommen. Jedes neue Detail ist mit Schmerz verbunden und es ist eine schwere Zeit für Rachel. Gleichzeitig wird sie in einen neuen Fall des FIB verwickelt: Kommissar Edden, der von Rachels Qualitäten als Runner überzeugt ist, erbittet ihre Hilfe bei der Fahndung nach einem seltsamen Paar mit einem kleinen Kind, das sich des Mordes schuldig gemacht hat. Eddens Sohn Glenn war ihnen auf die Schliche gekommen, doch als er sie stellen wollte, wurde er von der Täterin überwältigt und beinahe getötet. Für Rachel ist die Sache schnell klar, die Täterin ist eine Banshee, ein mächtiges, uraltes Wesen, das anderen die Aura entziehen und sie so töten kann. Auf noch ungeklärte Weise hat sie mit einem Menschen ein Kind gezeugt, das ein unberechenbar tödliches Mischwesen ist. Eine lebensgefährliche Jagd beginnt. Das Chaos in Rachels Leben wird komplett, als sie bemerkt, dass ein Geist seit geraumer Zeit in ihrem Zuhause umherschwebt und anscheinend ein Anliegen an sie hat. Als sie herausfindet, wer es ist, wird sie erstens von der Vergangenheit und zweitens von ihrem dämonischen Lehrmeister Al eingeholt, der seine ganz eigenen Pläne mit Rachel und dem Geist hat.

Was sich in

den ersten Teilen noch als zwar anspruchsvoller, aber recht kurzweiliger paranormaler Krimi darstellte, wird in den folgenden Bänden immer mehr zu einem ernsten, tiefgehenden Portrait einer Frau, die mit ihrem Schicksal und ihren Fähigkeiten hadert und sehr komplexe Beziehungen zu anderen Personen unterhält. In Blutkind findet diese Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt und Kim Harrison präsentiert uns eine deprimierte, teils verzweifelte, teils trotzig-mutige Rachel Morgan, die um ihren Platz und die Anerkennung in der Gesellschaft täglich kämpfen muss. Nichts scheint mehr leicht von der Hand zu gehen oder sich gar in Wohlgefallen aufzulösen. Sowohl ihre Ansätze, eine Liebesbeziehung zu haben - und zu halten - als auch ein Gleichgewicht mit der labilen Ivy aufrecht zu erhalten werden nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Über allem schwebt der Tod ihres geliebten Kisten und die schwere Bürde, den Mord aufzuklären. Die sehr düsteren Töne und traurigen Augenblicke haben mich zuerst ein wenig abgeschreckt, aber die Geschichte ist trotzdem absolut mitreißend und liebevoll erzählt, dass es dem Lesespaß keinen Abbruch tut, Rachel auch mal in einer negativen Phase zu sehen. Als treuer Fan der Serie kennt man nun viele Facetten ihrer komplexen Persönlichkeit und kann auch die Parallelen verstehen, die oftmals zu vorherigen Ereignissen gezogen werden. Es macht wenig Sinn, dieses Buch ohne Vorwissen zu lesen. Bis ins kleinste Detail versucht die Autorin, die Stimmungen einzufangen, die in diesen ungewöhnlichen Konstellationen entstehen, in die sich Rachel immer wieder begibt. Sei es die Spannung zwischen ihr und der Hexe Marshal, mit dem sie eigentlich nur befreundet sein will, zwischen ihr und Ivy, die immer noch mit ihrem Blutdurst kämpft oder zwischen ihr und ihrem Bruder, der Rachels chaotisches Leben nicht akzeptieren kann. Aber kann Rachel überhaupt ein normales Leben führen? Immer wieder kommt die Frage auf, ob sie mit ihrer unbedingt geheim zu haltenden dämonischen Existenz für immer ein gesellschaftlicher Außenseiter bleiben wird. Ihr ganz eigener, innerer Kampf wird sehr einfühlsam und treffend beschrieben und Kim Harrison findet ein perfektes Gleichgewicht zwischen Monolog und Dialog. Sämtliche Haupt- und Nebenfiguren sind sorgfältig ausgearbeitet und wunderbar individuell. Mit Jenks vulgären Sprüchen, Ivys eleganter Zurückhaltung, Glenns bodenständiger Freundlichkeit und natürlich durch das Wiedersehen mit anderen bekannten Figuren fühlt man sich wie in diese Welt hineingezogen und kann aktiv miterleben, was Rachel durchmacht. Die Ich-Perspektive bringt den Leser ganz nah ans Geschehen. Obwohl die Haupt-Handlungsstränge in diesem Teil zur Auflösung gebracht werden, bietet die Autorin wieder genug neuen Stoff für weitere Fortsetzungen. Es gibt wieder neue Probleme, neue Herausforderungen für Rachel. Ich hoffe, dass im nächsten Teil wieder mehr Romanze eingeflochten wird, denn das hat mir in Blutkind etwas gefehlt. Beachtlich ist auch, dass trotz der immer weiter steigenden Seitenanzahl der Romane überhaupt nicht das Gefühl entsteht, hier würden Inhalte künstlich in die Länge gezogen. Vielmehr glaube ich, dass die Autorin noch doppelt so viele Seiten füllen könnte, wenn es möglich wäre.

Home - Titel-Serien-Autoren A-Z - Aktuelle Topliste - Vorschau - Impressum

The Hollows Serie

Blutspur
Blutspiel
Blutmagie (Novelle)
Blutjagd
Blutpakt
Blutlied
Blutnacht
Blutflüstern (Novelle)
Blutskind
Bluteid
Blutdämon




Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Boo, 21. Oktober 2012, 23:26