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Nightcreature: Wolfskuss

von Lori Handeland

Erscheinungsdatum: Mai 2008
Verlag: Egmont-Lyx
Ausgabe: 356 Seiten, Taschenbuchformat
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Empfehlenswert bis sehr empfehlenswert. Wer über die Ich-Erzählperspektive hinwegsehen kann und nicht nur seichte Dialoge bevorzugt, hat mit Wolfskuss eine gute Wahl getroffen. Eine lockere, spannnende Unterhaltung ohne viel Tiefgang, aber mit ruppigem Charme.

    

Eines Nachts wird die pfiffige Polizistin Jessie McQuade

zu einem Unfallort gerufen, an dem ein Wolf angefahren wurde. Das verletzte Tier hat die Fahrerin des Wagens in die Hand gebissen und ist danach geflüchtet. Aus diesem auf den ersten Blick gewöhnlichen Szenario entwickelt sich ein seltsamer Kriminalfall, da das Opfer am nächsten Tag zur Bestie mutiert und Menschen angreift.

Jessie sieht sich fortan einer Reihe von Angriffen durch Wölfe gegenüber, die allesamt zu merkwürdigen Ereignissen führen. Auf ihrer Suche nach der Wahrheit trifft sie auf den attraktiven Indianer William Codette, zu dem sie sich sofort hingezogen führt. Da er Einheimischer ist und zudem auch noch studiert hat, kann er ihr wertvolle Hilfe bei ihrem Job leisten. Doch warum verhält er sich manchmal so eigenartig und was hat es mit dem Wolfstotem auf sich, dass Jessie an der Unfallstelle gefunden hat

Wolfskuss ist ein sehr ausgewogenes, spannendes Buch.

Eine gelungene Mischung aus klassischem Krimi und paranormaler Romanze. Dabei wirkt diese doch sehr gewagte Kombination nicht aufgesetzt oder unwirklich, sondern die paranormalen Elemente sind gut in die Krimistory eingefügt. Einziger Wermutstropfen ist meiner Ansicht nach der Verweis auf Nazideutschland, der als Hintergrund für die Ereignisse hinhalten muss. Ein weiterer Negativpunkt, der jedoch nicht die Story betrifft: die Ich-Perspektive. Normalerweise bringt eine Ich-Perspektive immer mit sich, dass alle weiteren Charaktere blass und ohne Tiefe bleiben. Hier jedoch stört der Ich-Erzähler nur wenig, da viel gesprochen wird. Mittels ungezwungener Dialoge beleuchtet Lori Handeland sowohl Will Cadotte als auch die anderen Personen. Monologe kommen zwar auch vor, aber sie lockern die Situation eher auf, da sie oftmals lustig oder sarkastisch sind.

Wo manche Autoren ihre Hauptdarstellerin ewig vor sich hin sinnieren lassen, beschränkt sich Jessie auf kurze, scharfe Kommentare oder Gedankenfetzen. Überhaupt gibt es nicht viel Zeit zur Reflexion in der Geschichte. Es wird ordentlich Tempo gemacht und zwischenzeitlich ist es ein reiner Krimi. Die Liebesgeschichte ist zwar immer da, tritt aber oft in den Hintergrund. Dazu kommen dann die absolut nicht zimperlichen Gewaltdarstellungen und Action-Szenen. Insgesamt ist das Buch ziemlich frei von Kitsch und Schwülstigkeiten, was manchem Leser sehr gefallen wird. Das heißt nicht, dass es keine Liebesszenen gibt, sie sind selten, aber gezielt eingesetzt. Der erfrischende Schreibstil mit direkten Dialogen und bissigen Kommentaren der Hauptperson liest sich flüssig und schnell. Ohne zu viel von der Geschichte vorweg zu nehmen kann man sagen, dass das Paranormale Element hier ausnahmsweise mal nicht direkt die Hauptpersonen betrifft. Man fühlt sich daher eher unter "normalen" Menschen. Besonders Jessie ist sehr modern, fast untypisch für eine weibliche Hauptperson in einem Liebesroman.

Das Ende kommt dann für meine Verhältnisse etwas schnell, die Spannung bleibt aber gut erhalten. Es ist sehr leicht, dieses Buch in einem Rutsch durchzulesen, ich konnte keine Längen feststellen.

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Sabrina, , 27. September 2010, 15:22