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...oder lieber Urban Fantasy?

Nightmare Chronicles: Tochter der Träume

von Kathryn Smith

Erscheinungsdatum: November 2009
Verlag: Pan-Verlag
Ausgabe: 464 Seiten, Taschenbuch broschiert
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
2221202

Stilistisch einwandfreier, romantisch angehauchter Urban Fantasy Roman über eine Heldin mit Potential.

    

Auf den ersten Blick ist Dawn eine ganz normale junge Frau,

die als Schlafforscherin in einem Institut in New York arbeitet, mit einer Freundin in einer kleinen WG wohnt, sich gerne schminkt und ausgeht. Aber in Wirklichkeit ist Dawn die Tochter von Morpheus, dem Herrn der Träume. Sie ist halb Mensch, halb Traumwesen. Eigentlich hat sie ihr ganzes Leben ihre doppelte Existenz verdrängt und versucht, wie ein Mensch zu leben, doch es scheint, als wäre jetzt die Zeit gekommen, wo sie ihre Herkunft nicht mehr verleugnen kann. Zum einen gibt es da familiäre Probleme: ihre Mutter hatte sich entschlossen, zu ihrem Geliebten Morpheus in die Traumwelt zu gehen und liegt seither in einem für alle anderen unerklärlichen Koma. Dawn kann ihren Geschwistern und ihrem Stiefvater allerdings nicht die Wahrheit sagen. Das belastet sie sehr und ihr Hass auf ihre Mutter, die in ihren Augen egoistisch gehandelt hat, sitzt tief. Zum anderen kreisen Dawns Gedanken um ihren attraktiven Patienten Noah, der sich als luzider Träumer ihrem Forschungsprogramm zur Verfügung gestellt hat. Die Funken sprühen nur so, wenn die beiden in einem Raum sind, doch kann sich Dawn leisten, eine Liebes-Beziehung zu einem Patienten anzufangen? All das wird zur Nebensache, als eine tödliche Bedrohung aus der Traumwelt auftaucht und Dawn und ihr Umfeld in unmittelbare Gefahr geraten.

Vor Tochter der Träume hatte ich von Kathryn Smith

nur die ersten Teile ihrer Schattenritter Serie gelesen. Da hatte man sich natürlich auf den historischen Liebesromanstil eingestellt und sich ein Bild vom Schreibstil der Autorin gemacht. Mit ihrer neuen Serie präsentiert sich die Autorin jedoch von einer anderen, moderneren Seite. Mit gewählten Worten und in ausgereifter Erzählmanier berichtet sie in der Ich-Form von Dawn, der Tochter des Herrn der Träume und wie sie ihr Leben meistert. Dabei gelingt ihr ein anschauliches Portrait einer intelligenten, gefühlsbetonten, modernen Frau, wie sie tausendfach im echten Leben sein könnte. Dawn ist keine perfekte Prinzessin (obwohl sie schon eine Prinzessin ist), und hat genauso manchmal Probleme mit ihrem Äußeren, Liebeskummer etc. wie jede normale Frau. Das hat mir sehr gut gefallen, denn es bringt dem Leser die Hauptfigur näher und man kann sich sehr gut mit ihr identifizieren. Auch alle Nebenpersonen, besonders Noah, sind gut ausgearbeitet. Es ist nicht so leicht, das Buch klar zu kategorisieren, es ist kein reiner Liebesroman, aber auch kein Krimi. Um wirklich spannend zu sein, passiert im Endeffekt zu wenig. Ich vergleiche es mal mit Richelle Meads Succubus-Serie, die auch eher ein Charakterportrait ist, als ein Thriller. Natürlich ist die Suche nach der Bedrohung aus der Traumwelt auch spannend, es gibt auch einige Kampfszenen, aber im Vordergrund steht Dawns persönliche Entwicklung und ihre Interaktion mit anderen Personen. Was mir sehr gut gefallen hat waren sämtliche Szenen zwischen Noah und Dawn. Hier beweist die Autorin wahres Geschick für Romantik und Erotik ohne platt zu werden ohne abgegriffene Worte zu benutzen. Allein schon der Flirt zwischen den beiden ist so prickelnd, wie es manch andere explizite Szene in anderen Büchern niemals sein wird. Perfekt platziert, entwickelt sich so eine besondere Beziehung zwischen Dawn und Noah, die zwar alles andere als einfach, aber dennoch herrlich intensiv ist (hier wieder die Parallele zu Seth und Georgina in der Succubus-Reihe). Insgesamt fand ich die Geschichte recht ordentlich , ich muss aber sagen, das Thema Traumwelt und Dämonen hat es mir nicht so ganz angetan. Dieses Paranormale Element ist überaus blutleer und die Traumwesen sind meines Erachtens kühle, distanzierte Wesen, die sich auch nicht mit den Menschen mischen sollten. Dawn verfügt zwar über übersinnliche Kräfte, lebt aber ansonsten ein relativ normales Leben und will es auch so. Daher ist mir hier im Endeffekt zu wenig "Paranormale Action und Vielfalt". Wir sind hier weit entfernt von dem Reizüberfluss in Ilona Andrews Stadt der Finsternis. Kurz noch ein Lob an den PAN Verlag: die Ausgabe ist von guter Qualität mit einem schönen Cover und hochwertigem Papier.

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Nightmare Chronicles

Tochter der Träume
Wächterin der Träume




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Eva, 26. September 2010, 10:52