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Nachtjäger: Nachtjäger

von J.T. Geissinger

Erscheinungsdatum: Juli 2013
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch, broschiert ca. 500 Seiten
Preis: EUR 8.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
1101000

Zeitverschwendung.

    

Seit dem Tod ihrer Eltern

lebt die junge Jenna mehr oder weniger auf der Flucht. Da sie über besondere Fähigkeiten wie verbesserte Sinne und Körperkraft verfügt, muss sie sich in der Welt der Menschen unauffällig verhalten.
Doch sie ahnt nicht, dass sie bereits seit langer Zeit beobachtet wird: die Ikati, das im Geheimen lebende Volk der Gestaltwandler, weiß, dass Jenna ein Halbblut ist. Da ihr Vater verbotenerweise eine Beziehung zu einem Menschen einging, wäre Jenna eigentlich eine Gefangene, doch ihr Vater opferte sich um ihr die Freiheit zu geben. All das weiß Jenna nicht, als sie von dem Alpha Leander und seinen Geschwistern Christian und Morgan aufgespürt wird. Die heftige Reaktion bringt sie völlig durcheinander und schnell wird klar, dass sie vor Leander und vor allem vor ihrer wahren Identität nicht davonlaufen kann.

Vor diesem Roman bin ich mehrfach gewarnt worden,

und beinahe hätte ich ihn auch vom Wunschzettel gestrichen. Letzten Endes hat dann doch die Neugier gesiegt, die bei mir aber auch immer von extrem positiven Rezensionen (vor allem bei Amazon) angestachelt wird. Ich möchte mir dann gerne mein eigenes Urteil bilden. Und das lautet in diesem Fall: SCHUND.

Nachtjäger ist ein typischer klischeehafter Romantasy Titel, der sich beliebig bei allem bedient, was das Genre zu bieten hat ohne jedoch in irgendeiner Form innovativ oder besonders zu sein. Da gibt es die gehetzte Jenna, die ja so unfassbar unabhängig ist und bei jeder leisen Annäherung trotzig und infantil um sich schlägt. Ihr gegenüber der ultra-maskuline Alphatyp Leander, der von Anfang an seinen Besitzanspruch auf Jenna geltend macht und fortan mehr oder weniger stoisch ihre Zickigkeiten erträgt, bis zum Zeitpunkt X, an dem Jenna plötzlich einfällt, dass ihr altes Leben vorbei ist und sie vor allem ganz furchtbar in Leander verliebt ist.

All dies plätschert in einem graphisch ausgeschmückten, wenigstens ganz annehmbaren Schreibstil daher, der mich sehr an Christine Feehan erinnert hat. Leider muss sich der Leser durch unzählige Schönheitsbeschreibungs-Orgien quälen, in denen das makellose Aussehen der Protagonisten mit den tollsten Metaphern gelobt wird. Die Menschen sind im Vergleich dazu bucklige, hässliche Kreaturen….Genauso wird sich bei sämtlichen weiteren Figuren aus dem Klischee-Topf bedient, sei es beim Nebenbuhler (Leanders Bruder) oder der Schwester. Alle pseudo-herzzerreißenden Hintergrundinfos und Rückblicke sind so süßlich-emotional aufgebauscht, dass ich nur den Kopf darüber schütteln konnte.

Von der Dynamik der Liebesgeschichte war ich ehrlich enttäuscht, es passiert wirklich nichts Überraschendes oder Bewegendes. Den Großteil des Romans tragen Jenna und Leander ihren lächerlichen Hass/Liebe Kleinkrieg aus, der nach der Hälfte in einigen recht annehmbaren Liebesszenen gipfelt. Dabei finde ich es persönlich aber immer einfach nur schrecklich, wenn sich erst voller Leidenschaft im Bett vergnügt wird und dann danach die gesamte Stimmung aus völlig banalen Gründen umschlägt. Um seitenfüllende Konflikte zu schüren, erfinden die Protagonisten dann irgendwelche ganz furchtbaren Probleme und Hindernisse, die sich gegen Ende des Buches einfach in Nichts auflösen.

Vom World Building her ist Nachtjäger einfach nur grottenschlecht und völlig unglaubhaft. Die paar noch lebenden Ikati leben verstreut über den Globus und kein Mensch weiß von ihrer Existenz. Dennoch sind alle stinkreich und besitzen z.B. in England ein protziges Anwesen mit einem riesigen dschungelartigen(!) Grundstück. Außerdem sind so gut wie alle mächtigen Personen der Weltgeschichte natürlich Ikati gewesen und keiner hat es gemerkt (z.b. Cleopatra). Alle Details, die J.T. Geissinger hier anbringt, fand ich lächerlich und an den Haaren herbeigezogen. Keine der Figuren verhält sich wie eine Katze, auch wenn ständig proklamiert sind, wie wild und tierisch alle sind.

Schlussendlich habe ich länger überlegt, ob ich dem Buch wirklich das Prädikat „Übel“ verpassen soll, aber die nervtötenden Schönheitsbeschwörungen haben dann doch den Ausschlag gegeben. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste das nochmal lesen….all die glitzernden, schimmernden, strahlenden, erotischen, sinnlichen, kraftvollen, schlanken….etc. etc. Kreaturen…nein danke.

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Nachtjäger

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