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...oder lieber Romantasy?

Mercy Thompson: Zeichen des Silbers

von Patricia Briggs

Erscheinungsdatum: Januar 2011
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch 450 Seiten
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Exzellenter, spannungsreicher und unterhaltsamer Teil der Serie. Für alle Urban Fantasy Fans eine ausdrückliche Empfehlung!

    

Endlich hat sich Mercy überwunden, mit dem Alpha-Werwolf Adam

die Gefährtenbindung einzugehen. Sie fühlt sich glücklich in seiner Nähe, doch mit dem Rudel gibt es immer noch Konflikte. Eigentlich ist Mercy froh, dass sie ihre lebensgefährlichen Abenteuer mit Vampiren und dem Feenvolk hinter sich hat, doch sie kann ihre Beziehung zu Adam noch nicht wirklich genießen. Schuld daran ist auch der Zustand von Samuel, der immer mehr seinen Lebenswillen zu verlieren scheint. Als Samuels Wolf die Kontrolle übernimmt und seine Menschlichkeit auf dem Spiel steht, muss Mercy sich entscheiden, ob sie ihm dem Marrok übergeben oder sein Problem verheimlichen will. Außer Kontrolle geratene Wölfe werden vom Rudeloberhaupt getötet und Mercy will ihren alten Freund auf keinen Fall diesem Schicksal überlassen.

Dann erhält Mercy noch einen Anruf von einem Bekannten, dessen Onkel ihr ein wertvolles Buch über das Feenvolk ausgeliehen hatte. Mercy hatte diesem alten, veschnörkelt geschriebenen Wälzer nie besondere Bedeutung beigemessen, doch es scheint, als hätte sie sich geirrt. Als der erste Anschlag auf ihr Leben vereitelt wird, weiß Mercy, dass sie erneut den Zorn eines mächtigen Wesens auf sich gezogen haben muss. Wer auch immer hinter dem Buch her ist, zögert nicht, Mercy und das Leben der Werwölfe dafür zu opfern.

Die Geschichte um die Kojotengestaltwandlerin Mercy Thompson entwickelt sich

immer mehr zu einem perfekt strahlenden Stern am Urban Fantasy Himmel. Zeichen des Silbers liest sich wunderbar flüssig und ich hatte ausnahmlos Spaß mit allen Charakteren, voran natürlich Mercy und Adam. Sprachlich beherrscht die Autorin alle Ebenen, sowohl Beschreibungen als auch Dialoge gelingen ihr immer. Obwohl die Geschichte immer aus Mercys Sicht erzählt wird, schafft ihre natürliche, gewandte Art, die Dinge zu sehen, viel Nähe zu den anderen Personen. Sie setzt sich permanent mit ihrer Umwelt auseinander und es gibt zahlreiche, gut ausformulierte Monologe, in denen Mercy sämtliche Feinheiten der Kommunikation im Wolfsrudel verarbeitet. Überhaupt bin ich immer wieder begeistert, mit welcher Liebe zum Detail Patricia Briggs auf das Phämomen Werwolf eingeht, wie haargenau sie Hierarchien beschreibt und die Stimmungen im Rudel analysiert. Sie schafft es, das Paranormale Element meisterhaft in die Welt der Menschen zu integrieren, und ihre Werwölfe sind "anders", ohne jedoch Monster zu sein.

Besonders gefallen hat mir in diesem Teil die Konfrontation Mercy - Adam, in all ihren Ausprägungen. Mal ist die Bindung extrem stark, dann wird sie wieder durch Mercys Misstrauen oder Adams Besitzgier geschwächt. Es ist schwer für beide, eine harmonische Linie zu finden, und die Liebesgeschichte ist frei von Klischees und dem vielfach verwendeten Motiv einer perfekten Liebe, die von Anfang an ohne Probleme funktioniert. Für Mercy und Adam ist es oft ein Kampf, ihre Liebe zu leben und die Auseinandersetzung mit dem Rudel spielt in Zeichen des Silbers eine große Rolle. Natürlich gibt es parallel noch eine spannende Nebenhandlung über das mysteriöse Buch und die Angehörigen des Feenvolks, die hinter ihm her sind. In solchen abenteuerlichen und gefährlichen Situationen zeigt sich Mercys wahre Stärke, ihre Klugheit und Loyalität sind beispielhaft, auch wenn sie oft impulsiv reagiert. Man kann ihr aber auch Fehler nachsehen, da sie zu keiner Zeit dämlich oder kindisch daherkommt. In der Nähe des absoluten Alphatiers Adam wird sie eben nicht zur willenlosen Gespielin, die keine eigenen Meinung mehr hat. Nein, Mercy bleibt sich treu und schreckt auch vor keinen Gefahren zurück um ihre Freunde zu retten.

Und so kommt es, dass man die knapp 400 Seiten durchgelesen hat, ohne eine einzige Seite Langeweile verspürt zu haben. Die fantasievollen und abwechslungsreichen Handlungselemente sind mit gut platzierten Schnitten unterbrochen und die Autorin gerät nie ins seitenfüllende Faseln. Was man allerdings mögen muss, ist der neutrale, reelle und irgendwie bodenständige Stil der ganzen Serie. Auch wenn durchaus Action, Romantik und Spannung geboten werden, gibt es nicht diese dramatische Emotion wie in Black Dagger oder Nightfall. Es eskaliert nie, wird nie extrem in irgendeiner Richtung. So kommt das Buch ohne viel Blut aus, ohne Gewalt, Schimpfworte, expliziten Sex. Es gibt auch nicht unbedingt atemlos außergewöhliche Charaktere oder Szenen, in denen man Gänsehaut bekommt. Das braucht Zeichen des Silbers aber auch gar nicht, denn die Geschichte lebt von den Beziehungen der Figuren untereinander. Und die sind wunderbar authentisch.

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Mercy Thompson

Ruf des Mondes
Bann des Blutes
Spur der Nacht
Zeit der Jäger
Zeichen des Silbers
Siegel der Nacht




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