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Herren der Unterwelt: Schwarzes Flüstern

von Gena Showalter

Erscheinungsdatum: Januar 2011
Verlag: Mira-Taschenbuch
Ausgabe: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Tempo, Fantasie und Erotik - was will man mehr von einem Romantasy-Roman?

    

Die Suche nach den Artefakten,

die zur Büchse der Pandora weisen, führt die Herren der Unterwelt nach Ägypten. Irgendwo in den Pyramiden muss eines versteckt sein. Doch auch die menschlichen Jäger, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Herren und ihre Dämonen zu vernichten, waren nicht untätig und haben dort ein Lager aufgeschlagen, in dem sie Zuchtversuche an paranormalen Kreaturen durchführen.

Sabin, der Träger des Dämons des Zweifels, und seine Mitstreiter entdecken das Lager der Jäger und überwältigen die Menschen. In Gefängniszellen finden und befreien sie einige weibliche Unsterbliche, darunter auch Gwen, die halb Engel, halb Harpyie ist. Sabin ist sofort fasziniert von dem wunderschönen und zugleich tödlichen Geschöpf. Die Harpyien-Seite in Gwen ist zwar unterdrückt und nicht kontrolliert, aber unglaublich stark und zerstörerisch.

Sabin, der nur an den Sieg in diesem Krieg denkt, plant Gwen als Verstärkung für seine Streitmacht ein und beschließt, sie mit nach Budapest zu nehmen. Verängstigt und verunsichert, hat Gwen erst einmal keine Einwände und begleitet die Herren in ihre Burg. Ihre Gefühle für Sabin sind nicht klar, einerseits gefällt ihr der verschlossene und ehrgeizige Krieger, andererseits ist sie gleich zu Beginn von seinem Dämon abgeschreckt. Zweifel untergräbt ihr ohnehin angeknackstes Selbstbewusstsein und stellt alles in Frage. Auch Sabin verschließt sich gegen seine Gefühle, denn bislang hat Zweifel noch jede Beziehung zerstört.

Wer die Serie von Anfang an verfolgt hat,

bei dem stellt sich nun beim Aufschlagen des vierten Bandes eine Art "ich-komme-nach-Hause-Gefühl" ein. Wir sehen alle wieder: den zweiflerischen Sabin, den lügenden Gideon, den krankhaften Kane und alle weiteren herrlich überzogenen, liebgewonnenen Charaktere. Auch wenn dies Sabins und Gwens Geschichte ist, bekommen wir viel von den anderen Herren der Unterwelt mit und ich habe mich erneut köstlich über diesen gewagten und spritzigen Schreibstil amüsiert.

Bemerkenswert ist wirklich, dass mich der doch recht saloppe und unbekümmerte Schreibstil nicht - wie bei manch anderen Büchern - nervt. Irgendwie passen die albernen und (von weiblicher Seite) oft zickigen Kommentare zur allgemeinen Athmosphäre und stören überhaupt nicht. Von Anfang an setzt die Autorin ein hohes Tempo an und lässt zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. Diesen kreativen Wendungsreichtum kann sie bis zum Schluss durchhalten und für mich ist das einer der besten Aspekte dieser Serie. Natürlich folgt sie dem Schema "tortured-hero-findet-seine-Gefährtin", doch sie macht es mit Witz, Fantasie und Mut.

Gena Showalter lässt ihre Helden (und auch deren Gegner!) gerne und ausführlich leiden und spart auch nicht an katastrophalen, überraschenden Inhalten, mit denen sich die Protagonisten dann auseinandersetzen müssen. Sabin und Gwen dürfen sich auch durch eine Reihe - zwar klischeehafter - aber doch unterhaltsamer Schwierigkeiten kämpfen, bis sie endlich dem Verlangen nacheinander nachgeben dürfen. Leider gibt es dieses Mal nicht ganz so viel Erotik wie in den Teilen zuvor. Dafür wird viel Zeit darauf verwendet, das Wesen der halb-Harpyie Gwen zu beschreiben und welche Details ihre Andersartigkeit ausmachen. Dabei hat Gena Showalter ausgefallene, für mich teils abwegige, aber tolle Ideen und geizt nicht mit Extremen. Für Brutalität hat sie nach wie vor viel übrig und wenn man von all dem lockeren Umgangston absieht, fechten ihre Helden ganz schön blutige und tödliche Kämpfe aus. Da werden Leute gefoltert, gequält, vor den Augen aller getötet und die Art und Weise wird genau beschrieben. Überhaupt sollte man trotz des Humors realisieren, dass die Herren der Unterwelt kein Thema für Jugendliche oder zart Besaitete sind. Es ist kein Horror, keinesfalls, aber in großem Maße verherrlichte Gewalt. Das mag auch das einzige sein, was mich an diesen Romanen stört: der sinnfreie und übermäßige Einsatz von Gewalt. Die Menschen werden förmlich von den Lords abgeschlachtet und die Jäger bleiben gesichtslos und vorhersehbar. Es wäre gar nicht nötig gewesen, das Feindbild so drastisch darzustellen um die Herren noch mehr zu glorifizieren. Aber so musste ich schon öfters schlucken, wenn mal wieder eine Gruppe Menschen wie Vieh zerfetzt wird und man darf dann gar nicht anfangen zu denken, dass die ja einfach mal eine Bombe auf den Palast in Budapest schmeißen müssten...

Was mich an dieser Serie so fasziniert sind die Extreme. Auch wenn Sabin nicht mein Favorit ist, da ich mit dem Dämon des Zweifels nicht viel anfangen kann, kann dieser Teil mit unterhaltsamer Action und den vielen Szenen mit den anderen Herren punkten. Es gibt kleine Ausblicke auf das Schicksal von Gideon, Paris, Kane und Cameo und auch der Rote Faden um die Suche nach der Büchse der Pandora wird weiterverfolgt. Ich hatte zu jedem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Autorin ihre Figuren wirklich gern hat und Spaß dabei findet, über sie zu schreiben und ihnen fantasievolle Details und Charakterzüge zu verpassen. Es ist kein lieblos dahingeschusterter Romantasy mit dem typischen ultramaskulinen Helden, der durch eine Frau weichgespült wird, jedenfalls nicht nur. Um dieses Prinzip herum hat die Autorin eine haarsträubend ausgemalte Story entwickelt, die einfach zu cool ist, um sie zu verpassen. Ich jedenfalls werde der Serie bis auf Weiteres treu bleiben.

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Herren der Unterwelt

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