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Herren der Unterwelt: Schwarze Lügen

von Gena Showalter

Erscheinungsdatum: Dezember 2011
Verlag: Mira-Taschenbuch
Ausgabe: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
1101000

Seelenlos und enttäuschend.

    

Als Gideon, der vom Dämon der Lügen besessen ist,

zum ersten Mal auf die junge Scarlet trifft, hat er das Gefühl, sie bereits seit langer Zeit zu kennen. Scarlet, die Hüterin des Dämons der Alpträume, wurde von den Herren der Unterwelt gefangen genommen und isoliert. Sie vermag in die Träume aller Geschöpfe einzudringen um dort die schlimmsten Ängste wahr werden zu lassen, was auch zum Tode führen kann. Gideon hingegen kann nur unter Schmerzen die Wahrheit äußern. Scarlet behauptet, seit Jahrhunderten Gideons Frau zu sein, doch er kann sich an keine Heirat erinnern. Verzweifelt ruft er den Gott Cronus zur Hilfe, um Licht in seine verschleierte Vergangenheit zu bringen. Anscheinend war Scarlet eine Sklavin der Götter und wurde gequält und missbraucht. Gideon wollte sie befreien, verschwand dann jedoch spurlos. Ihr Hass auf ihn vermischt sich in Scarlet mit dem Verlangen, das sie all die Jahre verspürt hat.

Bevor ich diese Rezi begonnen habe,

bin ich nochmals all meine Bewertungen der anderen Teile der Reihe durchgegangen und grübelte länger vor mich hin. Warum war ich von Schwarze Lügen so enttäuscht? Und zwar nicht nur ein wenig enttäuscht, sondern so sehr, dass ich die eine Hälfte des Buches quergelesen habe und die andere mit hochgezogener Augenbraue.

Natürlich ist Gideon wie seine "Kollegen" ein ultra-maskuliner, gequälter Held, der nach der wahren Liebe sucht. Und klar ist auch, dass sein Konterpart - Scarlet - zickig, misstrauisch, lasziv, unentschlossen und todesmutig sein wird. Dieses Format bringt meist prickelnde verbale Gefechte und heiße Sexszenen mit sich. Die Hintergrundgeschichte um die Büchse der Pandora und die Suche nach den Artefakten fand ich auch immer ganz erfrischend. Bei Gideon und Scarlet ist aber so einiges schief gegangen, zuallererst die Umsetzung der Lügerei. Ich sehe ein, dass es wirklich schwierig sein kann, einen Protagonisten zu haben, der niemals die Wahrheit sagen darf. Aber diese "Übersetzungen" für Blödis haben mich nach kurzer Zeit wahnsinnig gemacht. Jetzt haben wir es uns schon so einfach formuliert, dass Gideon meistens bloß das Wort NICHT in seinen Satz einbringt, da kommt in vielen Fällen leider direkt danach die Wiederholung. Beispiel: "Ich will dich nicht nackt sehen" "Oh", dachte Scarlet, "er will mich nackt sehen". Richtig interessant hätte ich es gefunden, wenn tatsächlich diese Lügen zu Missverständnissen geführt hätten (wie es Lügen nämlich tun!), und wenn selbst der Leser nachdenken müsste, was jetzt die Wahrheit ist. So jedoch kam ich mir - sorry für das Wort - regelrecht verarscht vor. Diese Konstellation (Gideon "lügt", jemand "übersetzt") wird so überreizt, dass unzählige Mono- und Dialoge davon verseucht sind. Ab der Mitte des Buches war es mir (um mal im Lords-Jargon zu sprechen) nur unter Schmerzen möglich, weiter Gideons Worten zu lauschen.

Zweiter Negativ-Faktor war für mich Scarlets ständiger Sinneswandel: erst hasst sie Gideon, dann fühlt sie sich zu ihm hingezogen, dann hasst sie ihn wieder und so weiter. Dieser Wechsel geschieht teilweise mehrfach innerhalb einer Szene und ist meistens durch sexuelle Stimulation begründet. Mein Fazit: Jahrhundertealter Hass kann vollständig vom Anblick eines attraktiven, gut bestückten Mannes in latente Verliebtheit umgewandelt werden... HALLO???? Mit dick aufgetragenem Pathos werden Ereignisse übereinandergestapelt, durch die Scarlets Traumatisierung begründet wird, nur um dann alles durch eine willkürliche Schwindelei aufzulösen. Scarlet kam mir vor wie eine Puppe, die vom Schicksal gebeutelt wird und nicht im Geringsten einschätzen kann, was ihre wahren Gefühle sind. Gideon war vom Charakter her noch ganz erträglich, wäre da nicht die lächerliche Lügerei gewesen. Die erotischen Szenen sind ganz nett, bringen aber nichts Neues und werden von sich ständig wiederholenden Rückblicken verunstaltet. Besonders das hartnäckige Beharren der Autorin auf Scarlets traumatisierenden Erlebnissen und der Schuld, die sich dadurch ergibt, machen viel Substanz im Roman zunichte. Im Endeffekt schieben sich Gideon und Scarlet immer wieder den Schwarzen Peter zu, wer jetzt für welches Unglück verantwortlich ist, und ständig kehren sie einander den Rücken obwohl sie eigentlich total scharf aufeinander sind.

Nebenbei ergehen sich die anderen Herren der Unterwelt in diversen Randabenteuern, die aber meiner Meinung nach durch saloppe Sprüche unnütz in die Länge gezogen wurden. Das Hin und Her in der Götterwelt zwischen Cronus und Rhea muss auch mal bald ein Ende haben. Insgesamt muss ich leider erkennen, dass das, was ich früher flott und prickelnd fand, heute aufgesetzt und effekthascherisch ist. Ich müsste jetzt die ersten Teile nochmals lesen um wirklich defintiv argumentieren zu können, aber auch Gena Showalter erliegt dem Phänomen "jeder weitere Band muss mehr Seiten haben." Als ich auf der letzten Seite des Buches war, konnte ich fast nicht glauben, dass meine Zeit mit Gena Showalter um sein soll und habe direkt zu "Schwarzes Geheimnis" gegriffen. Das ist dann die letzte Chance...

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