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Roaring Twenties: Die dunkle Macht des Mondes

von Susan Krinard

Erscheinungsdatum: Mai 2009
Verlag: Mira-Taschenbuch
Ausgabe: Taschenbuch, 512 Seiten
Preis: EUR 7.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Solider, spannender Thriller mit vielschichtigen Charakteren, die faszinieren.

    

Bei ihren eigenmächtigen Recherchen

in einer seltsamen Mordserie an den New Yorker Docks wird die junge attraktive Reporterin Gwen selbst Opfer eines Anschlags und wird in letzter Sekunde von Dorian Black vor dem Ertrinken gerettet. Obwohl er sich am Rande der Gesellschaft aufhält, kann Dorian die Frau nicht sterben lassen und nimmt sie mit in seinen ärmlichen Verschlag. Als Gwen zu sich kommt, ist sie voll Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft für ihren Retter. Sie setzt sich über seine ablehnende Haltung hinweg und sucht ihn immer wieder auf, besorgt ihm einen Job.

Gegen seinen Willen ist Dorian von Gwen fasziniert und sehnt sich nicht nur nach ihrem Blut. Sie scheint ihn als einzige aus seiner lebensverneinenden Lethargie erwecken zu können und es baut sich zwischen ihnen ein rauschendes Verlangen auf. Doch Dorian will Gwen seine wahre Identität nicht preisgeben, kann sie aber gleichzeitig nicht alleine lassen, denn ihre Nachforschungen in dem Mordfall sollen sie in große Gefahr bringen. In New York kämpfen zwei verfeindete Vampirclans (genannt Strigoi) um die Vorherrschaft und im Zuge dessen gibt es einige Opfer, die auch die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich ziehen. Tragischerweise werden alle Zeugen sofort umgebracht. Dorian muss Gwen vor diesem Schicksal bewahren, auch wenn er dafür außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen muss.

Völlig im Gegensatz zu dem grässlichen Coverbild

und dem unmöglichen Titel hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht. Die dunkle Macht des Mondes ist ein spannender und abwechslungsreicher Thriller mit gut ausgefeilten Charakteren und sehr vielen Wendungen. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm neutral, gut entwickelt und präzise. Es wird sich ganz Thriller-like nicht mit langen Dialogen oder Beschreibungen aufgehalten, die Handlung wird unerbittlich vorangetrieben. Es erinnert mich ziemlich an Jennifer Armintrouts Blutsbande.

Schwerpunkt liegt zum einen auf der Konstellation Dorian - Gwen, zum anderen aber auch auf der komplexen Struktur und Entwicklung der Vampirclans in New York und deren Kampf bzw. Probleme. Mit über 500 Seiten ist dieser in sich abgeschlossene Roman recht umfangreich und kann in 3 Abschnitte aufgeteilt werden: 1. Die Begegnung, 2. Die Annäherung/der Konflikt, 3. die Auflösung. Damit folgt er einem gut durchdachten Muster ohne langweilig zu sein. Vielmehr müssen sich die Charaktere den Anforderungen der Geschichte stellen und an ihnen wachsen. Gwen ist eine tolle Frau, modern ohne zickig zu sein, unabhängig ohne eiskalt zu wirken. Sie geht ihren Weg und bleibt Dorian treu, auch wenn dieser wahrlich kein einfacher Mann ist. Sie machen es sich nicht einfach und bis zum Schluss gibt es ernste Probleme und ständig müssen sich die beiden Hauptpersonen neu finden, auseinandersetzen und erklären. Da gibt es keine Klischees bezüglich der Liebesgeschichte und ein Happy End ist lange nicht in Sicht. Dieser komplexe Umgang mit Gefühlen, menschlichem und vampirischem Verhalten, Vergangenheitsbewältigung und tief empfundener Liebe hat mir sehr gut gefallen. So nach dem ersten Drittel des Buches war ich vollkommen gefesselt und konnte es absolut nicht aus der Hand legen.

Leider hat mir der Schluss nicht ganz so gelegen, was auch dazu führt, dass ich das Buch nicht mit voller Punktzahl bewerte. Der Aspekt dieser weltverbessernden Vampirsekte Pax unter dem wahnsinnig gewordenen Leiter Sammael nimmt gegen Ende des Buches starke Ausmaße an und dominiert die gesamte Handlung. Was also im kleinen Rahmen zwischen Dorian und Gwen begann, weitet sich später als globale Angelegenheit aus und auf einmal kommen Gwen großartige Aufgaben zu und Dorian ist der dunkle Engel, von dessen Wahnsinn oder Klarheit das Schicksal der Menschheit abhängt. Hier hätte es meiner Ansicht nach durchaus gereicht, etwas kleinere Brötchen zu backen und mehr auf Dorian und Gwen zu schauen. Nichtsdestotrotz werde ich weitere Titel von Susan Krinard im Auge behalten, denn ihr erzählerisches Potential ist bemerkenswert.

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Roaring Twenties

Die dunkle Macht des Mondes




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