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Die Chroniken der Jägerin: Gefährtin der Dämonen

von Marjorie M. Liu

Erscheinungsdatum: März 2010
Verlag: Blanvalet
Ausgabe: 480 Seiten, Taschenbuchformat
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Kruder, futuristischer Urban Fantasy Roman mit einer geheimnisumwobenen Heldin. Keine leichte Kost.

    

Maxine Kiss ist eine Jägerin, sie lebt das Erbe der Dämonenwächterin

weiter, wie auch schon ihre Mutter und sämtliche weiblichen Vorfahren zuvor. Zu Maxine gehören fünf Dämonen, die tagsüber als komplett bedeckende Tättowierungen auf ihrer Haut "schlafen" und sich des Nachts lösen um in den Schatten herumzustreifen und Maxine im Kampf beizustehen. Bislang hat Maxine in Einsamkeit gelebt um ihre Identität zu schützen, doch eines Tages, als sie eine Gegend in Seattle aufsucht, an der besonders viele Dämonen die Grenze zwischen ihrer und der menschlichen Welt überschreiten, trifft sie auf einen Mann, der gerade von Dämonen angegriffen wird. Entgegen ihrer Vorsätze rettet Maxine den Mann und bringt ihn in Sicherheit. Mit scheinbar unfassbarer Ruhe beobachtet der schwer auf eine Krücke gestützte Grant, wie Maxine's Tättowierungen sich in die kleinen Dämonen verwandeln. Obwohl es immer eine Gefahr ist, wenn andere zu viel über sie wissen, kann Maxine dem Reiz nicht widerstehen, Grant näher kennenzulernen und erkennt, dass auch er ein besonderes Talent im Bezug auf Dämonen hat. Doch bei der Suche nach ihrer wahren Bestimmung und im Kampf der Dämonen um die Herrschaft über die Welt, in den Maxine unweigerlich verwickelt ist, kann er nicht eingreifen.

Der erste Teil der Chroniken der Jägerin

besteht aus der einleitenden Kurzgeschichte (ca. 150 Seiten) "Jägerin Kiss" und dem Hauptteil "Gefährtin der Dämonen". Für das Verständnis des letzteren ist die Kurzgeschichte allerdings nicht unbedingt nötig, sie beschreibt eigentlich nur, wie sich Maxine und Grant kennenlernen. Trotzdem ist sie der lesenswertere Teil des Buches. Wer bereits die erschienenen Bände von Marjorie M. Lius Dirk & Steele Serie gelesen hat, kennt ihren ausschweifenden, exzentrischen, teils poetischen, teils verwirrenden Schreibstil. In Gefährtin der Dämonen hat sie all diese stilistischen Merkmale jedoch derart intensiviert, dass streckenweise das Verständnis der Handlung davon beeinträchtigt wird. Versteht man in der Einleitung Maxine Kiss noch als eine durch ihr Erbe vorbestimmte Jägerin, die die Welt vor einfallenden Dämonen beschützen soll, scheint sich in der Haupthandlung noch viel mehr hinter allem zu verbergen. Die angesetzte Gradlinigkeit der Handlung verliert sich bald völlig in unzähligen Andeutungen, angefangenen Handlungssträngen und undurchsichtigen Personen. Nicht dass ich eine undurchschaubare Handlung mit komplexen Charakteren uninteressant fände - ganz und gar nicht; doch hier rutscht das Ganze meiner Meinung nach recht schnell in eine chaotische Surrealität ab, die das Lesen nicht nur anstrengend macht sondern auch substanzlos bleibt. Maxine ist zu Beginn die typische Einzelkämpferin, die ihre wahren Talente noch nicht ausgenutzt hat.

Bald jedoch wird sie zum passiven Spielball plötzlich auftretender Ereignisse von globaler Wichtigkeit und kann mit ihrer Rolle als Retterin der Welt irgendwie nichts anfangen. Ihr Sehnen nach einem ruhigen Leben mit Grant tritt in den Hintergrund und die Anfangs schön romantische Liebesgeschichte wird gar nicht weiterverfolgt. Je mehr Maxine die Kontrolle verliert, desto weniger gefiel mit die Geschichte. Ab Mitte des Romans trudelt sie nur noch beinahe willenlos zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und wirkt wie ein hilfloses Opfer ihres Erbes. Es scheinen auch keine "normalen" Charaktere mehr um sie herum zu existieren, alles wird unglaublich bedeutungsvoll, wichtig und natürlich geheim. Noch nicht einmal ihre fünf kleinen Freunde helfen ihr, was sie für mich zusehends unsympathischer machte. Maxines Leiden scheint kein Ende zu nehmen, ständig gibt es Angriffe auf ihren Geist und Körper, wird ihre Moral in Frage gestellt und das Leben ihrer Freunde bedroht. Die erzwungene Ruhelosigkeit passt nicht mehr zu dem blumigen, verschlungenen Schreibstil und es wird immer schwerer, dem Roten Faden der Geschichte zu folgen. Bruchstückhaft werden Szenen ein- und ausgeblendet und man ahnt, dass Maxines Schicksal noch so einiges zu bieten hat, doch leider versteckt sich ihre Greifbarkeit hinter verworrenen Geheimnissen und kühlen Nebenfiguren. Fans von M. Liu sollten einen Blick auf dieses Buch werfen, Liebesromanleser bekommen hier nichts passendes.

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Die Chroniken der Jägerin

Gefährtin der Dämonen
In den Armen der Finsternis




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