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In den Fängen der Dunkelheit

von L.A. Banks

Erscheinungsdatum: März 2012
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten
Preis: EUR 7,99
ISBN: 978-3-453-52652-5


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
*

Fahrige, nichtssagende Aneinanderreihung von Vampirnonsens.


Damali Richards lebt

ein Doppelleben, seitdem sie denken kann. Zusammen mit ihrer Ziehmutter und Mentorin Marlene und einer Handvoll harter Kerle leitet sie eine Band. Doch das Musikerdasein ist nur Tarnung, in Wirklichkeit jagt Damali Vampire. Ihre Bandmitglieder sind ausgebildete, talentierte Jäger, die ihren Schützling mit purer Waffengewalt umgeben. Doch Damali hadert mit ihrem Schicksal, wünscht sich ein normales Leben und Liebe. Sie weiß noch nicht, dass es ihr bestimmt ist, die Neteru zu sein, die mächtigste Vampirjägerin der Welt.
Und während New Orleans von einer Reihe blutiger Vampirangriffe erschüttert wird, begegnet Damali ihrem alten Freund Carlos Rivera wieder, der sie als Kind aus der Gosse geholt hatte. Carlos hat sein Geld mit Drogen und Kriminalität gemacht, was Damali abschreckt. Doch niemals konnte sie ihn wirklich vergessen und als Carlos Verwandte grausam ermordet werden, will Damali alles daran setzen, den dämonischen Feind niederzustrecken.

Mit dieser Inhaltsangabe

habe ich schon das Beste rausgeholt, was dieser Roman zu bieten hat. Ich hatte ja mit allem gerechnet: Ghettoslang, brutalste, sinnlose Gewalt, eine Anita-Blake-Kopie, rassistische Phrasen (gegen Weiße)...doch nie hätte ich damit gerechnet, L-A-N-G-E-W-E-I-L-E vorzufinden. Den Schreibstil der Autorin kann ich nur als absolut grauenhafte Zeitverschwendung beschreiben. Haltlos, planlos und in unendlichen Wiederholungen taumelt der Leser durch einen Abriss einer Story, die krude, nichtsnutzig und uninteressant ist. Aus einer neutralen Erzählperspektive heraus lernt man Damali und ihre Band kennen, beobachtet ihr Verhalten in endlosen, leeren Dialogen. Lange Kapitel umhüllen mehrere, seitenlange Kammerspiele, in denen die Personen sich über Nichtigkeiten unterhalten und wirklich banalen Smalltalk machen. Damali will endlich Tacos essen, und Chips auch und der arme Joe hat seine Dee Dee an die Vampire verloren. Und es müsste mehr Bier geben und man sollte sich mal bei einem lockeren Fick vergnügen...

Vom Slang, der im Original so vorherrschend ist, merkt man in der deutschen Übersetzung gar nichts mehr. Die Sprache ist zwar nicht gehoben, man erkennt aber keinesfalls, dass die Personen aus dem Ghetto kommen sollen. Trotz all des wortreichen Geschwafel bleiben alle Figuren unnahbar, künstlich und starr. Ich konnte mir überhaupt keine Namen merken, weil alle - außer Damali und Carlos vielleicht - komplett austauschbar sind.
Die Geschichte, in der sich Damali und ihre Band befinden, beginnt wie eine normale Vampirjagd, hat mich irgendwie an 28 days later oder Will Smith's I am Legend erinnert. Vampire sind hier mordende, mutierte Bestien, die ihre Opfer regelrecht zerfleischen und auffressen. Trotzdem können sie auch wie normale Menschen aussehen. Ihr wahres Äußeres ist jedoch grauenhaft, sie sind verwesende, klauenbewehrte Monster, die ihre Kiefer aushaken und mit haifischartigen Zähnen zuschlagen. In diesem Buch bleiben die Vampire aber trotz ihrer Macht und Grausamkeit schattenhaft am Rand. Im Laufe des Buches werden einige okkulte Ansätze erläutert um die ganze Vampirlegende mit einem Hintergrund zu versehen, doch ich fand alles an den Haaren herbeigezogen und höchst uninteressant. Ab ca. Seite 60 habe ich quergelesen, ab Seite 200 ging auch das nicht mehr und ich habe ganze Passagen übersprungen. Das letzte Drittel des Buches ist aus der Sicht von Carlos geschrieben und lässt erkennen, dass die Autorin die Story immer weiter verkompliziert und in die Länge zieht. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, was mich aber nicht sonderlich frustriert hat, da ich ohnehin nicht vorhabe, jemals wieder einen Roman dieser Autorin in die Hand zu nehmen. Ich bezweifle auch ganz stark, dass die folgenden 12 Bände der Reihe um Damali Richards übersetzt werden.

Die Schlagworte auf dem Klappentext "Gefährlich, sinnlich, unwiderstehlich", sind meiner Meinung nach Schall und Rauch, vor allem in Bezug auf "sinnlich". Es gibt keine Liebesszene in diesem Buch, keine romantische Situation, keinen Moment, wo ich emotional berührt wurde. Zwischen Carlos und Damali war wohl mal etwas, doch das ist so zerhackt und schwierig, dass es glaube ich der Autorin selbst entglitten ist. Damali verfährt sich in Zweifeln, Selbstvorwürfen, irrealen Wünschen und einem drogenartigen Wahn, der zwischen Blutgier und Trauma schwankt. Sie ist ein labiler, gefährdeter und unsympathischer Charakter, mit dem ich mich zu keinem Zeitpunkt identifizieren konnte. All ihr doch so großartiges Schicksal wird zu einem zerredeten Nichts, einer blutigen, sinnlosen Banalität. Und ich schlug das Buch zu und hatte nichts erlebt, keine Spannung, keinen Nervenkitzel, keine Emotionen.

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Huntress Legend Serie

In den Fängen der Dunkelheit



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Melanie S., 20. März 2012, 14:35

Gaby, 19. März 2012, 14:07