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...oder lieber Urban Fantasy?

Hell on Earth: One Way Ticket in die Hölle

von Jackie Kessler

Erscheinungsdatum: Dezember 2010
Verlag: Egmont-Lyx
Ausgabe: 360 Seiten, Taschenbuchformat
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
2211011

Lustiger Zeitvertreib ohne Tiefgang.

    

Ex-Sukkubus Jezebel führt mit ihrem Freund Paul

eigentlich ein wunderbares menschliches Leben. Ihre Brötchen verdient sie durch den Job als Erotiktänzerin im Stripclub und seit sie eine Seele hat, braucht sie sich um Angelegenheiten der Hölle nicht mehr zu kümmern. Doch so ganz lässt sie ihre Vergangenheit nicht los. Eines Tages bekommt Jezebel (nun Jesse Harris) Besuch von der Furie Alekto, die sie unbedingt mit in die Hölle nehmen will. Jesse's jahrtausendelange Freundin Meg wurde gefangen genommen und seither gefoltert. Doch kann Jesse ihr verzeihen, dass sie sie in den Tod geschickt hat? Ein anderes Problem ist Lilith. Die Königin der Unterwelt hat es weiterhin auf Jesse abgesehen und schreckt auch nicht davor zurück, unschuldige Menschen in Gefahr zu bringen. Als Jesse merkt, dass auch Pauls Leben bedroht wird, muss sie eine Entscheidung treffen: sie muss zurück in die Hölle.

Der zweite Teil der Serie um die heiße Sukkubus-Tänzerin Jezebel

(Jesse) setzt direkt an den Ereignissen des ersten Bandes an. Leser ohne Vorwissen könnten ein wenig planlos über die ersten Seiten irren, die Story ist aber nicht sehr kompliziert und man findet schnell in das lockere Geschehen hinein. Wie auch schon zuvor, schlägt Jackie Kessler einen flapsigen, freizügigen Ton an, lässt ihre Figuren wortreiche, oberflächliche Dialoge führen und macht an einigen Stellen ordentlich Tempo. Ich glaube, diese flotte Erzählgeschwindigkeit und einige halbwegs überraschende Wendungen waren es, die das Buch noch in die "Durchschnittlich" Kategorie gerettet haben.

One Way Ticket in die Hölle strotzt nur so vor sexuellen Anspielungen, Erotikszenen und anzüglichem Getue. Jezebel selbst präsentiert in der Ich-Erzählform dem Leser all ihre lustbetonten Neigungen und Gefühle und man erfährt haarklein, wie geil sie bei dem und jenem Anblick wird etc. Ganz Sukkubus (obwohl sie ja eigentlich ein Mensch ist), kann sie kaum einem männlichen Reiz widerstehen und kann auch schon mal eine wichtige Aufgabe (oder lebensgefährliche Bedrohung) vergessen, wenn es heiß wird. Dadurch wird die Ernsthaftigkeit der gesamten (teilweise durchaus spannenden und mitreißenden) Story ziemlich herabgesetzt. Ein etwas müder, billiger und auf Gossenjargon bauender Humor macht es auch nicht sehr viel besser. "Fuck you" und sonstige Aussprüche finde ich nach wie vor einfach nur grässlich, gibt es da auf Deutsch nichts Besseres? Jezebel ist ein anstrengender, herumwuselnder und unfertiger Charakter mit unzähligen Schwächen und wenig Entwicklungspotential. Ihre Naivität ist mal lustig, mal nervig. Es scheint, als hätte die Autorin ihre Figur in jeder Situation gerade so handeln lassen, dass es der Originalität der Handlung zuträglich sein soll. Leider wird dadurch Jezebels Charakter total schwammig und austauschbar. Eigentlich könnte sie durch jedes halbwegs sexy weibliche Wesen verkörpert werden und als ich das Buch zuschlug, hatte ich schon quasi die Hälfte ihrer Persönlichkeit vergessen, weil sie so nichtssagend war (sexuelle Neigungen zählen bei mir nicht als Charakterzug).

Ihr Konterpart Paul ist ein nichtsahnender Softie, der - trotz weniger Anwandlungen - sämtliche Marotten seiner geliebten Jesse duldet. Man muss als Leser schon akzeptieren, dass Jesse durchaus auch mit anderen Herren (oder Dämonen) intim wird. Monogamie ist nicht unbedingt ihre Stärke. Man muss es auch mögen, dass sich die Protagonistin ständig selbst reflektiert und sich an ihrer anziehenden Wirkung auf Männer aufgeilt. Innere Werte? Wer braucht die schon... Bleibt noch zu sagen, dass alle Nebenfiguren entweder total überzogen oder einfach nur klischeehaft sind. Die Darstellung der Hölle und ihrer Bewohner ist... fantasievoll. Total unglaubwürdig, aber amüsant. Die Art, wie die Autorin durch die abenteuerliche Geschichte führt, ist auch nicht verkehrt, würde man die Sexszenen abziehen, käme man auf ein Drittel weniger Seiten. Insgesamt kann dieser zweite Teil der Serie ganz gut unterhalten, hinterlässt bei mir aber nicht das Bedürfnis, Jezebels Geschichte weiter zu verfolgen.

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Hell on Earth

Ein Sukkubus in Nöten
One Way Ticket in die Hölle

Leseprobe


Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Melanie S., 06. März 2012, 20:35

Armitage, 04. März 2012, 19:20

Melanie S., 01. März 2012, 20:17