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...oder lieber Urban Fantasy?

Hell on Earth: Ein Sukkubus in Nöten

von Jackie Kessler

Erscheinungsdatum: August 2010
Verlag: Egmont-Lyx
Ausgabe: 384 Seiten, Taschenbuchformat
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
2221012

Leichte, unterhaltsame Romantic Fantasy mit einer höllisch-heißen Heldin.

    

Sukkubus Jezebel ist in Schwierigkeiten:

seit sie aus der Hölle geflohen ist, sind ihr ihre dämonischen Vorgesetzten auf den Fersen. Eigentlich war sie als Verführerin seit Jahrtausenden dafür zuständig, Seelen der Menschen einzufangen, doch dieser Aufgabe kann sie nun nicht mehr nachgehen. Um sich vor ihren Häschern zu tarnen, überredet Jezebel eine Hexe, ihr Menschengestalt zu verleihen. Als Jez als Mensch wiedererwacht, macht sie sich kurzerhand mit dem Geld und anderen Habseligkeiten - und einem Körper mit haargenau dem gleichen Aussehen - der Hexe aus dem Staub nach New York. Sie will nie mehr zurück in die Hölle und beschließt, ein neues Leben zu beginnen. Doch wie lebt man als Mensch? Auf ihrer Fahrt nach New York begegnet Jez erst einmal dem attraktiven und charmanten Paul, der sofort ihr Herz zum Rasen bringt. Sie träumt sogleich davon, ihn zu verführen - doch sie ist kein Sukkubus mehr. Als Jez schnell merkt, dass sie ohne Geld nicht weit kommt, heuert sie in dem Stripclub "Belles" als Tänzerin an. Alle sind sofort begeistert von ihrem Talent und ihrer Anziehungskraft auf Männer. Doch Jez ist auch hier nicht vor ihren Verfolgern sicher, und das Wiedersehen mit Paul entwickelt sich ganz schnell zu einer Gefahr für ihr Herz - das eigentlich gar nichts von Liebe halten sollte...

Ich hatte mir dieses Buch allein wegen einiger Kritiken

ausgesucht, die behaupten, es sei kein affektiert-albernes Chick-lit Märchen mit Figuren wie aus Beverly Hills 90210, sondern ein originelles, unterhaltsames Lesevergnügen mit prickelnden Szenen und einer sympathischen Hauptdarstellerin. Es stimmt! Allerdings musste ich mich durch das erste Drittel des Buches kämpfen um mich dann letzten Endes davon überzeugen zu lassen. Ein Sukkbus in Nöten beginnt wie beinahe jeder Roman des Comedy/Chick lit Genre mit einer chaotischen weiblichen Hauptfigur, die schrecklich heiß auf alle Männer ist (sei es nun ihre Natur oder nicht), sich ewig lang mit Klamotten, Schminke und Markenprodukten aufhält und alles schrecklich aufregend findet. Derbe und vulgäre Sprüche reihen sich nur so aneinander und bis auf besagten Paul sind alle Nebenfiguren zu Beginn sehr flach und unterstes Niveau. Extrem nervig fand ich zu Beginn, dass ständig Jezebels Höschen durchnässt wurde - anscheinend braucht es nur einen Mann im Umkreis von 100 m um sie fast zum Orgasmus zu bringen. Es ist teilweise ganz amüsant zu sehen, wie sich Jezebel mehr oder weniger hilflos in der Menschenwelt ein Leben zusammenpuzzelt und dabei immer wieder in Schwierigkeiten gerät. Aber so hätte das nicht noch 250 Seiten weitergehen können, denn dann hätte ich das Buch weggelegt.

Vielmehr berappelt sich die Autorin nach dem ersten Drittel der Geschichte und beginnt, mehr Substanz aufzubauen. Jezebels Charakter enthält mehr Tiefe, durch geschickt platzierte Rückblicke erfährt man nach und nach mehr über den wahren Grund ihrer Flucht aus der Hölle und kann sich besser in sie hineinversetzen. Kommt sie anfangs nur als extrem sexorientiertes, ordinäres Etwas daher, entwickelt sich Jezebel im Laufe der Geschichte in eine sympathische, liebenswerte Person mit Stärken und Schwächen und einer guten Mischung aus höllischer Andersartigkeit und bekannter Menschlichkeit. Es ist sicher nicht leicht, einen eigentlich unmenschlichen Charakter darzustellen, der aber so aussieht wie eine ganz normale Frau. Jackie Kessler gelingt es zunehmend, dem Leser Jezebels Gefühle nahezubringen und man glaubt ihr wirklich, dass sie vorher als Höllenwesen nur niederen Instinkten zugewandt war - und dass dies wesentlich einfacher gewesen ist. Auch wenn es unzählige sexuelle Anspielungen, viel nackte Haut und hübsche Körper gibt, finde ich nur die Szenen zwischen Paul und Jezebel wirklich erotisch. Locker, originell und lebensecht beschreibt die Autorin die ungewöhnliche Szenerie zwischen Jez und ihrem Angebeteten, der sie des öfteren durch ein Wechselbad der Gefühle schickt. Eine schöne, interessante Lovestory, gewürzt natürlich mit Jezebels großem Geheimnis.

Natürlich gibt es auch streckenweise dämliche Fülldialoge, Geschwätz über Mode, Männer und Klischees. Aber das Buch driftet nicht ins Nichtssagende ab sondern verpackt damit nur eine im Grunde genommen sympathische Story. Klar, dass Jez nicht unbeobachtet in die Menschenwelt fliehen kann und klar, dass es zwischen Paul und ihr noch zu Missverständnissen kommt. Aber die Spannung wird bis zum Schluss gut gehalten und es gibt einige überraschende Wendungen. Auch wenn meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden, habe ich diesen ersten Teil der "Hell's Bells" Serie doch genossen und hatte mich gerade an die etwas derbe Sprache gewohnt - da war er auch schon ausgelesen.

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Hell on Earth

Ein Sukkubus in Nöten
One Way Ticket in die Hölle

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