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...oder lieber Romantasy?

Harper Blaine: Poltergeist

von Kat Richardson

Erscheinungsdatum: Dezember 2008
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch, Broschur, 496 Seiten
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Unterkühlte Krimiunterhaltung mit einer unsympathischen Hauptfigur.

    

Solangsam gewöhnt sich die Privatdetektivin Harper Blaine

an ihr Dasein als Grauwandlerin. Über zu wenige Aufträge kann sie sich eigentlich nicht beschweren. Obwohl er ihr unsympathisch ist, nimmt sie von Psychologie-Professor Tuckman den Job an, seine Séance-Gruppe auf Sabotage zu überprüfen. Anlässlich eines Uni-Studienprojektes hat Prof. Tuckman eine Gruppe aus verschiedensten Leuten zusammengestellt, die sich wöchentlich treffen um mittels ihrer gebündelten mentalen Kräfte einen Geist zu erschaffen. Als sich Harper genauer mit der Sache beschäftigt, stellt sie fest, dass tatsächlich getrickst wurde, um den Teilnehmern vorzugaukeln, dass ein Geist anwesend sei. Das Gespenst wurde Celia getauft und bekam auch einen ausführlichen Lebenslauf und zahlreiche Charaktereigenschaften angedichtet. Harper beobachtet dann zum ersten Mal live eine Séance und ihr fallen sofort die seltsamen Energiefäden im Grau auf, die sich währenddessen zeigen. Im weiteren Verlauf stellt Harper fest, dass auf keinen Fall alles mit rechten Dingen zugeht, denn als Möbel und Gegenstände im Raum herumfliegen, kann nur eine übersinnliche Erscheinung dafür verantwortlich sein. Das ganze wird zu einer bedrohlichen Sache, als einer der Teilnehmer brutal ermordet wird. Harper befürchtet, dass der Poltergeist Celia dafür verantwortlich sein könnte. Doch woher nimmt er seine unglaubliche Macht?

Der zweite Teil der Harper Blaine Serie

konnte mich leider noch weniger überzeugen als der erste. Kat Richardson Stil langweilt mich zusehends und es kommt keine Auflockerung in ihre kühle Distanz zu sämtlichen Personen. Die Hauptfigur Harper kämpft sich in Poltergeist durch zähe Ermittlungen und führt mit ihrer sachlich-professionellen Art unzählige Gespräche und Monologe ohne dabei etwas von sich selbst preiszugeben. Für den Leser ist sie immer noch eine unbekannte Person, die nur für ihre Arbeit lebt. Die Autorin macht kaum den Versuch, Harper ein wenig Leben, Emotionen und Vergangenheit angedeihen zu lassen, dafür ergeht sie sich lieber in ellenlangen, ständig wiederkehrenden Beschreibungen der Stadt Seattle, in dem die Geschichte spielt. Es wird klar, dass Kat Richardson lieber von unbelebten Dingen schreibt, als von lebendigen. Jede Örtlichkeit, jede Straße, jedes Gebäude in Seattle wird benannt, beschrieben und liebevoll in das Gesamtbild eingefügt. Leider reicht das nicht, um Spannung zu erzeugen. Ok, irgendwo hinter all den überlangen, mit Fachausdrücken und komplizierten Satzstrukturen gespickten Dialogen, den nichtssagenden Monologen und detailverliebten Seattle-Ansichten, lauert eine Grundspannung, die dadurch erzeugt wird, dass man bis zum Schluss nicht weiß, wer wirklich für die Untaten des Poltergeists verantwortlich ist. Handwerklich steckt hier ganz nette Krimi-Arbeit dahinter. Nur es fehlen völlig Zutaten wie Charme, Gefühl, Witz, Tempo, Überraschungen und vor allem: eine Hauptfigur, mit der man sich identifizieren kann. Harper kann man fachlich zwar ernst nehmen, menschlich jedoch kann ich absolut nichts mit ihr anfangen. Ihr Liebesleben ist so gut wie nicht existent, und es scheint sie auch nur oberflächlich zu stören. Ihre Beziehung zu Freunden ist ambivalent, mal braucht sie sie, mal ist sie von Gesellschaftlichkeit geradezu angewidert. Obwohl das Grau, Geister und Vampire eine gewisse Rolle in dieser Serie spielen, kommt meiner Meinung nach nicht die Stimmung eines paranormalen Romans auf. Es ist eher ein düsterer Mystery-Krimi, der fallbezogene Elemente logisch nacheinander abspult und Übersinnliches eher ablehnt oder gerade mal duldet. Harper steht ihrer Rolle als Grauwandlerin auch immer noch skeptisch gegenüber und wirkt oft hölzern, ängstlich oder einfach nur stur. Wo soll das noch hinführen? Es gibt wirklich keinen Anreiz, noch weitere Stories der Privatdetektivin zu lesen.

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