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Gilde der Jäger: Engelszorn

von Nalini Singh

Erscheinungsdatum: August 2010
Verlag: Egmont-Lyx
Ausgabe: 400 Seiten, Taschenbuchformat
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
2211002

Etwas schwächerer, zweiter Teil mit einigen Längen.

    

Nach einem Jahr im Koma ist die Vampirjägerin Elena

Deveraux nun endlich erwacht - als neugeborener Engel. Der mächtige Erzengel Raphael hat ihr ein neues Leben als Engel an seiner Seite geschenkt. Doch obwohl sie sich gleich in neue Erfahrungen stürzen will, muss sie sich noch schonen, sowohl für stürmische Zärtlichkeiten von Raphael als auch für die ersten Flugversuche ist sie noch zu schwach. Als Raphael und Elena eine Einladung von dem uralten Erzengel Lijuan zu einem Ball in China erhalten ist klar, dass Elena bis dahin bei Kräften sein muss. Jeder weiß, dass Raphaels neue "Trophäe" gefährlich lebt, noch nie zuvor gab es einen erschaffenen Engel. Elena hat genauso viele Neider wie Feinde, selbst unter ihren angeblichen Beschützern und hat alle Hände voll zu tun sich in ihrem schwachen Zustand zu wehren. Dann erfährt sie von einer grausamen Mordserie unter der Engelsbevölkerung der geheimen Zuflucht. Jemand sehr einflussreiches und mächtiges hat anscheinend vor, Zwietracht unter den Engeln zu sähen und schreckt auch nicht davor zurück, Kinder zu misshandeln und zu entführen. Elena und Raphael sind entsetzt und machen sich auf die Suche nach dem Täter.

Der erste Teil der neuen Serie von Nalini Singh hat

mich wirklich begeistert und natürlich konnte ich kaum das Erscheinen des Folgebandes erwarten. Leider kann dieser weder inhaltlich, noch dramaturgisch noch (leider, leider) in erotischer Hinsicht an den ersten Band heranreichen. Wir treffen wieder auf Elena, die nach einem Jahr Koma langsam ihre Kräfte wiedererlangt. Raphael ist immer noch der selbstgerechte, außerirdisch attraktive und dominante Partner, der genau weiß, dass Elena seine Achillesferse ist, ihr aber nicht widerstehen kann. Elenas Gefühle ihm gegenüber schwanken zwischen Ehrfurcht, Verlangen, Liebe und auch sehr oft Angst. Natürlich ist es verständlich, dass sie so einem mächtigen Wesen gegenüber Furcht empfindet, doch ihr selbst hat Raphael doch noch nie etwas getan. Elenas Gefühlswelt unterliegt starken Schwankungen und genauso, wie ihre Beziehung zu Raphael ständig auf dem emotionalen Prüfstand ist, wird sie ständig Opfer ihrer grauenhaften Kindheitserinnerungen. Durch nahtlos einfließende Rückblicke schafft Nalini Singh eine permanente Bedrohung, legt ihrer Hauptfigur schwere Bürden auf und hetzt sie durch blutige Bewältigung einer traumatisierten Kindheit. All dies liegt im gewohnt ausführlichen, Metapher-reichen und teils leicht schwülstigen Schreibstil der Autorin vor und sie scheut auch nicht vor Wiederholungen zurück. So gern ich diesen blumigen Stil mag, bei Engelszorn hat mich diese Überemotionalisierung und diese glatte Art irgendwann gestört. Es gibt keine Grauschattierungen in dieser Welt von Extremen, leider jedoch verpufft dieser Aufwand hier an einer gewöhnlichen, unspektakulären Handlung mit einigen zähen Längen. Sowohl die Aufregung über Lijuans Ball als auch die Suche nach dem Mörder in der Engelsbevölkerung sind künstlich aufgebauscht und im Grunde uninteressant. Letzteres entpuppt sich als ein verwirrendes Komplott innerhalt der Hierarchie der Engel und seitenweise bekommt der Leser Namen, Abrisse von Lebensgeschichten, vermutliche Motive und - Langeweile. Neben all dem herrscht natürlich auch nach wie vor die erotische Spannung zwischen Raphael und Elena - nach einem Jahr Abstinenz brennt die Leidenschaft förmlich. Wenn sie sich nur kurz berühren, scheint es Funken zu sprühen und auch wenn sich Elena nach ihrem Erzengel sehnt, übt sich dieser in Zurückhaltung um sie in wegen ihrer körperlichen Schwäche nicht zu verletzen? Aber was gibt es da zu verletzen? Der künstliche Aufschub der Sexszene ist angesichts der kurz dargestellen, unspektakulären Auflösung als sinnlos entlarvt und leider hat Nalini Singh sich wohl vorher schon in erotischen Dingen verausgabt, denn als es endlich zum Akt zwischen Elena und Raphael kommt, hat sie nicht viele Worte übrig. Genauso lieblos und schnell wird dann auch der lang ersehnte, ewig diskutierte Ball bei Lijuan abgehandelt und die große Bedrohung durch die Herrin der lebenden Toten wird in wenigen Seiten aufgelöst. Auch wenn ich ein glühender Fan von Nalini Singh bin (ihre Gestaltwandlerserie ist einmalig), kam es mir hier ein wenig so vor, als hätte sie "auf Sparflamme" gearbeitet, sich im Erfolg des ersten Teils gesonnt und die Handlung vor sich hinplätschern lassen. Schade.

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