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...oder lieber Urban Fantasy?

Engelssturm: Uriel

von Heather Killough-Walden

Erscheinungsdatum: Mai 2012
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch, 476 Seiten
Preis: EUR 8.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
2112002

Standard-Romantasy Werk ohne nennenswerte Höhen und Tiefen.

    

Einst wurden für die vier bevorzugten Erzengel

Gefährtinnen geschaffen, die sogenannten Sternenengel. Doch als im Himmel Krieg aus Neid ausbrach, wurden die Sternenengel auf die Erde geschickt, um sie zu schützen. Seit 2000 Jahren sind die Erzengel Michael, Gabriel, Uriel und Azral, zusammen mit ihrem Hüter nun auf der Erde um die Sternenengel zu suchen.
Eleanore Granger lebt seit ihrer Kindheit in Angst und auf der Flucht. Ihre besonderen Fähigkeiten aus den Bereichen Telekinese, Wetterbeeinflussung und Heilkraft machen sie zu einer Außenseiterin. Es scheint zudem, als wäre eine skrupellose Organisation hinter ihr her, und Ellie tut alles, um nicht aufzufallen. Sie arbeitet in einer kleinen Buchhandlung, der in diesen Tagen eine besondere Ehre zuteil wird: der berühmte Schauspieler Christopher Daniels wird eine Autogrammstunde für seine Fans geben. Schon immer war Ellie von dem attraktiven Mann fasziniert, der in der Rolle eines Vampirs perfekt aufzugehen scheint. Zufällig begegnen sich Ellie und Christopher in der Buchhandlung, und während Ellie nicht weiß, dass er in Wirklichkeit der Erzengel Uriel ist, wird Uriel seinerseits sofort klar, dass Ellie die Seine ist. Kann er sie überzeugen ohne sie zu vertreiben? Und bald stellt sich heraus, dass auch der "Gefallene" Samael hinter dem Sternenengel her ist...

An sich mag ich das Thema Engel ja ganz gern,

auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass "Engel die neuen Vampire sind".
In Engelssturm kommen auch durchaus Engel vor, sogar ziemlich bekannte, wenn man die klangvollen Namen wie Michael, Gabriel und Uriel hört. Das Problem ist nur, dass bei mir zu keiner Zeit ein "Engel-Gefühl" aufkam. Das ist schwierig zu beschreiben, aber meiner Meinung nach müssen Engel anders sein als Vampire oder Dämonen. Jede dieser paranormalen Spezies hat in meiner Vorstellung einen gewissen Charakter, der auch nicht veränderbar ist. Ein Vampir ohne Charisma ist undenkbar, genauso ein Werwolf ohne Beschützerinstinkt.

So wie ich das sehe, hat Heather Killough-Walden hier eine Geschichte geschaffen, die von Engeln handelt, die eigentlich Vampire sind. Es gibt zwar eine ganz ansehnliche Hintergrundgeschichte um die vier Erzengel, die ihre Sternenengel suchen, aber logisch nachgrübeln darf man da nicht. Man muss es einfach so hinnehmen, dass Gott bzw. "der Alte Mann", einige Engel bevorzugt um sie dann auf die Erde zu schicken damit sie vor Neidern geschützt sind. So konstruiert sich jedenfalls eine vier- oder mehrteilige Serie um Engel, die ihre Gefährtinnen suchen, ganz einfach.
Man steigt leicht in die Geschichte ein, ich fand die Darstellung der vier Erzengel auch noch nicht einmal sooo kitschig. Natürlich verdreht man die Augen, wenn man liest, dass sie alle wunderschön, reich, teilweise berühmt und natürlich unwiderstehlich sind. Ein Erzengel, der eine internationale Karriere als Schauspieler macht... für mich entbehrt das jeglicher "Engelhaftigkeit". Sie haben auch keine Flügel, reden wie ganz normale Menschen und konsumieren Produkte wie jeder Andere.

Im neutralen Erzählstil plätschert die Story dann leicht lesbar vor sich hin und unterhält ganz gut. So ergibt es sich, dass Uriel auf die ängstliche Ellie trifft, die nur in Gefahrensituationen ihr Helfersyndrom ausleben kann. Von Anfang an ist klar, dass es hier eine Liebesgeschichte mit klaren, klischeehaften Rollenverhältnissen geben wird. Muss ja nicht schlecht sein, ist aber von der Autorin nicht sehr gelungen umgesetzt.
Am störendesten fand ich die Verwandlung von Uriel in einen Vampir, das hat der Handlung extrem geschadet und ich mochte weder die Darstellung der Blutlust noch sämtliche erotischen Szenen. Wo zu Beginn der "Engel" Uriel noch für mich interessant war, wird er als Vampir zu einer brutalen, von sich selbst losgelösten Gestalt, die einfach nur beherrschen will. Ellie geht vollkommen in dieser Dominanz unter und ist ab der Mitte des Buches zu keiner selbstbestimmten Handlung mehr fähig. Sie klebt an Uriel, ohne selbst zu wissen warum und ihre panischen Fluchtversuche vor sich selbst und den Erzengeln nehme ich ihr zu keinem Zeitpunkt ab.

Was die Story wirklich auf ein durchschnittliches Niveau rettet ist der Antagonist Samael. Er ist zwar der Gegenspieler, wird aber höchst detailliert und vielschichtig dargestellt. Er ist nicht der hohle Draufhau-Böse, den man leicht überlisten kann. Er spielt ein doppeltes, undurchsichtiges Spiel und ich fand ihn charismatischer und interessanter als alle anderen Figuren zusammen. Der Rest der Story um die Jäger, die Ellie als Versuchsobjekt einfangen möchten um ihre DNA zu "klauen", ist dermaßen abgegriffen, dass es schon fast peinlich ist. Ab der Mitte des Buches zieht sich die Handlung etwas und man kann ohne Probleme ganze Absätze überspringen. Entgegen meinen Erwartungen gibt es wenige Liebesszenen und so gut wie keine expliziten dazu. Es ist eher ein zahmer, mit unzähligen Fülldialogen gespickter Fantasy-Roman, der wohl recht episch angelegt ist, niemals jedoch die Grenze der banalen Durchschnittlichkeit übersteigt.

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Katerina, 27. August 2012, 12:32