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...oder lieber Romantasy?

Das Dunkle Volk: Mondschein

von Yasmine Galenorn

Erscheinungsdatum: Juni 2012
Verlag: Knaur
Ausgabe: Kartoniert mit Klappe, 496 Seiten
Preis: EUR 9.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
0122002

Recht interessanter Serienauftakt, dem es an Herz und Tiefgang fehlt.

    

So gut wie ihr ganzes Leben

war die Hexe Ciceley Waters mit ihrer drogenabhängigen Mutter durchs Land gezogen, ohne richtige Heimat. Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt sie nun in die Heimatstadt New Forest zurück, zu ihrer Halbschwester Rhiannon. Dort soll sie ein Hexengeschäft übernehmen und in das Haus ihrer verstorbenen Verwandten einziehen. Doch in dem kleinen Ort ist nichts mehr wie früher, eine fremde Macht hat sich im angrenzenden Wald niedergelassen und einige Leute werden vermisst.
Als Ciceley beginnt, Nachforschungen anzustellen, trifft sie auch auf ihren früheren Geliebten, den Feenprinz Grieve. Sie hegt immer noch tiefe Gefühle für ihn, doch Grieve hat sich verändert, das Böse hat ihn verwandelt. Ciceley muss erfahren, dass Myst, die mächtige und dunkle Feenkönigin des Indigo-Hofes die anderen Feen vertrieben hat und nun den Krieg gegen die Vampire wieder anfacht. Als immer mehr Freunde entführt werden, beschließt Ciceley alles zu tun, im sie zu retten, auch wenn sie dafür mit den Vampiren zusammenarbeiten muss.

Dies war mein erstes Buch von Yasmine Galenorn,

die ja bereits mit ihrer "Schwestern des Mondes" Serie einigermaßen bekannt wurde. Ich muss sagen, so ganz überzeugt hat sie mich mit "Das dunkle Volk Mondschein" nicht.
Wir lernen die (nicht nur) Hexe Ciceley Waters kennen, nach einem straffen Abriss ihrer Vergangenheit, katapultiert die Autorin den Leser auch sogleich mitten ins Geschehen um die Entführungen, Wiedersehen mit Grieve, die Bedrohung durch den Indigo-Hof und Ciceleys diverse Schicksale. In der Ich-Perspektive schleudert sich die Heldin durch ein mit Handlung vollgepacktes Abenteuer, das wirklich viel will, aber nicht alles erreichen kann.

Der Schreibstil ist recht reell, handlungsorientiert und einfach zu lesen. Ich mochte die kurzen, fast poetischen Abhandlungen über Natur, Farben und Stimmungen. Das Vokabular der Autorin ist ansehnlich und treffend, die Dialoge ohne Füllstoff und oft erfrischend direkt. Insgesamt ist die erdachte Story sehr fantasievoll, malerisch und irgendwie fast episch, wenn man die Schlacht zwischen den Feenhöfen und dem Vampirvolk bedenkt. Unserer Heldin Ciceley kommt hierbei natürlich eine entscheidende, wenn auch noch geheime Rolle zu, die wahrscheinlich nur häppchenweise enthüllt wird. Überhaupt bringt Yasmine Galenorn unglaublich viele Aspekte in die Geschichte ein, die aber mangels Platz gar nicht richtig entwickelt werden können. Hier liegt meiner Meinung auch das größte Manko des Romans. Während die Story vorbeirauscht, konnte ich für Ciceley nicht so richtig Sympathie entwickeln, ebenso wenig für ihren Geliebten Grieve oder eine der anderen zahlreichen Nebenfiguren. Ciceley selbst ist eine seltsame Mischung aus tougher Kriegerin, distanzierter Strategin und willenloser Kurtisane. Sie erschien mir stellenweise herzlos, dann wieder notgeil und flatterhaft. Ihre edelmütigen Ansätze wirken künstlich und manchmal kam es mir vor, als hätte die Autorin ihr einfach Dinge in den Mund gelegt um die Story voranzutreiben. Keine Figur in diesem Roman wirkte auf mich authentisch und die Hälfte des Flairs, der mit fantasievollen Kreaturen und Settings erzeugt wird, stirbt durch lieblose Protagonisten.

Genauso fruchtlos und leer ist die an sich zauberhafte Lovestory zwischen Ciceley und Grieve, die durch die Grobheit der Autorin vollkommen degradiert wird. Eine Liebe, die die Zeit überdauert, eine schier unüberwindbare Grenze, da Grieve verwandelt wurde, all das sollte eine grandiose Basis für eine Romanze sein. Leider verkommen die wenigen Begegnungen zu hirnlosen Sexorgien, in denen noch mehr Geheimnisse angedeutet aber nie aufgelöst werden. Sehr enttäuschend.
Völlig unnötig und überkandidelt fand ich den Auftritt der Blutfürsten, die sich Ciceley im Kampf gegen den Indigo-Hof untertan machen wollen. Die ganzen Szenen über Blutgaben, Unterwerfung und Orakel sind künstlich hochgeschraubt und tragen überhaupt nichts weiter zur Story bei außer Sensationsgelüste zu befriedigen.

Insgesamt sind hier gute Ansätze und ich bin ehrlich gespannt, wie es im Krieg gegen Myst weitergeht, aber es kann auch sein, dass mit Ciceley als unnahbarer und vermurkster Charakter zu sehr nervt.

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