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Dorina Basarab: Dämonisch verführt

von Karen Chance

Erscheinungsdatum: Oktober 2010
Verlag: Piper
Ausgabe: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Kämpferische Heldin in fantasievoller, magischer Welt - für Fans von Cassie Palmer.

    

Als Tochter des

mächtigen Vampirs Mircea und einer Menschenfrau ist Dorina eine Dhampirin, halb Mensch, halb Vampir - und ihr Anderssein grenzt sie aus jeglicher Gesellschaft aus. Tobsuchtsanfälle und ein hohes Gewaltpotential beherrschen ihren Alltag als Auftragskillerin. Nur ihre Freundin Clare, eine Magierin, deren Fähigkeiten hemmend auf Zauber wirken, löst in Dorina so etwas wie Ruhe aus. Umso besorgter ist sie, als Clare plötzlich spurlos verschwindet. Dorina befürchtet, dass sie von Vampiren entführt wurde. Dann bekommt sie eine Nachricht von Mircea und begibt sich murrend zu ihm in sein luxuriöses Penthouse in New York. Dort erfährt Dorina, dass sie einen Auftrag erledigen soll: finde den wahnsinnigen und gefährlichen Dracula (übrigens Dorinas Onkel) und setze ihn fest. Im Austausch für diese waghalsige Aktion will Mircea Dorina bei der Suche nach Clare helfen. Das i-Tüpfelchen ist der Vampire Louis-Cesare, der Dorina bei diesem Job begleiten soll. Sie ist außer sich vor Wut und kann es kaum fassen, doch es gibt wohl oder übel keine bessere Möglichkeit, als Mirceas Rang auszunutzen um Clare zu finden.

Für alle, die

bereits Karen Chance's Cassie Palmer Serie (auch bei Piper) gelesen haben, finden hier einen wohlbekannten Stil und ähnliche Charaktere wieder. Selbst Namen von Personen sind eins zu eins übernommen worden, ob aus Absicht oder nicht, weiß ich nicht genau. Den ganzen Roman über habe ich gegrübelt, ob es sich bei Dorinas Mircea um den gleichen wie bei Cassie Palmer handelt. Aber auch falls nicht, fühlt sich Dorinas Welt wie eine Parallele zu Cassie Palmers Revier an, und ich glaube, die Autorin kann schreiben was sie will, es kommt immer wieder eine Cassie-Mixtur heraus. Anfangs habe ich mich darüber leicht geärgert, doch kurze Zeit später packt einem die actionreiche Geschichte und man mag der cholerischen und aufbrausenden Dorina eine Chance geben.

Er braucht ärztliche Hilfe«, erklang erneut die Stimme, und der dunkelhaarige Vampir, dem sie gehörte, schritt langsam durch den Raum. Er achtete sorgfältig darauf,wohin er den Fuß setzte, ganz offensichtlich wollte er vermeiden, seinen Zweitausend- Dollar-Anzug oder die Ferragamo-Treter schmutzig zu machen. Er roch nach gutem Brandy, Nikotin und Fichtennadeln. Letzteres ist mir immer ein Rätsel gewesen. Vielleicht wars irgendein teures Kölnischwasser, das ein italienischer Parfümeur für ihn mixte, oder die Phantasie ging mit mir durch. Möglicherweise eine Erinnerung an zu Hause.

»Der Senat kann bestimmt was arrangieren, wenn man bedenkt, dass er erst letzten Monat keine Mühe gescheut hat zu behaupten, so etwas würde nicht mehr passieren.« Ich schüttete noch etwas mehr Alkohol auf die Bissmale an Hals und Brust, bevor ich mir den scheußlichen Riss im Oberschenkel des Jungen vornahm. Einige Sekunden später fiel er in Ohnmacht, was uns eine Stille bescherte, die zumindest ich als unangenehm empfand. Ich brach sie zuerst,weil es mir vor allem darum ging, dies hinter mich zu bringen; Machtspiele irgendeiner Art interessierten mich weniger. »Was willst du?« »Mit dir reden«, sagte der Vampir ruhig. »Ich brauche deine Hilfe.«

Sie ist eine "Schlägertussi", eine dickköpfige, extrem harte Einzelkämpferin mit bissigem Humor und einem einsamen Herzen. Eigentlich sehnt sie sich nach ihrer Familie, die sie nie hatte und verflucht ihr Halb-Dasein, welches sie weder zu den Vampiren noch zu den Menschen gehören lässt. Verbitterung und Sarkasmus sind Züge an ihr, die oftmals alles schwarz sehen lassen und Beziehungen zum Scheitern bringen. Es ist auch wirklich nicht einfach mit ihr, dafür aber oft amüsant und mitreißend. Irgendwie habe ich es auch akzeptiert, dass der große Dracula ihr Onkel sein soll. Eigentlich mag ich es nicht, wenn moderne Geschichten auf einmal mit Bruchstücken aus Legenden oder historischen Personen aufwarten. Aber die Autorin hat ganz ordentlich in der rumänischen Geschichte recherchiert und Fans von dem "echten" Vlad Tepes werden häufiger beipflichtend nicken.

Ansonsten ist das Buch eine rasante Verfolgungsjagd, ein wildes Potpourri aus magischen, fantastischen Kreaturen und viel Blut, Blut und nochmals Blut. Die Kampfszenen sind teilweise richtig eklig, da spritzen die Gedärme herum und Dorina wird heftigst vermöbelt. Immer wieder wurde ich überrascht vom Einfallsreichtum der Autorin, die eine Flut an unterschiedlichen Wesen erfindet und alle ins richtige Licht rücken kann. Atmosphärisch ähnelt diese Buch an vielen Stellen eher der High Fantasy und bleibt fern von "modernem" Gerät wie Maschinengewehre, FBI usw. Menschen kommen so gut wie überhaupt nicht vor und sind wenn dann jämmerliche, schwache Kreaturen.
Natürlich bekommen wir Dorina aus der Ich-Perspektive und gemäß ihrem handlungsorientierten Charakter flitzt die Story nur so dahin und wird nur durch wenige Monologe oder Rückblicke verlangsamt. Interessierte, die auf der Rückseite des Buches "sexiest Halbdämonin alive" und "prickelnde Turbulenzen" gelesen haben, mögen eine kleine Romanze erwarten, werden sich aber mit einigen wenigen erotischen Szenen begnügen müssen. Für Romantik ist Dorina eindeutig nicht der Typ. Im Vergleich zu Cassie Palmer ist sie aber durchaus dem anderen Geschlecht eher zugeneigt und es ist nicht so, als könnte Karen Chance keine heißen Szenen schreiben. Der Schwerpunkt liegt allerdings ganz klar auf anderne Inhalten.
Insgesamt hat es ein wenig gedauert, dieses Buch zu beenden, denn Karen Chance liest sich anstrengend, man hängt in komplexen, von Adjektiven und Füllwörtern überquellenden Passagen, deren Sätze kein Ende nehmen wollen. Manche Geschöpfe bedienen sich einer gestelzten, altmodischen Sprache und manchmal passiert einfach so viel in so kurzer Zeit, dass man langsam lesen muss, um auch alles mitzubekommen. Leichte, schnell zu verdauende Unterhaltung ist der Roman demnach nicht, aber ein interessantes, fantasievolles Abenteuer.

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Dorina Basarab

Dämonisch verführt
Dämonisch ergeben

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Armitage, 29. April 2011, 07:56

Soleil, 27. April 2011, 20:52

Sabrina, , 13. Oktober 2010, 11:15