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Demonica: Verführt

von Larissa Ione

Erscheinungsdatum: Juni 2011
Verlag: Egmont-lyx
Ausgabe: Taschenbuch 400 Seiten
Preis: EUR 9.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
2312002

Eine 08/15 Story mit schillernden Gestalten, die über die schlechten sprachlichen Fähigkeiten der Autorin stolpern. Schade.

    

Das Leben hat es bislang mit Tayla nicht gut gemeint:

die junge Frau wuchs in Armut und mit einer drogensüchtigen Mutter auf, die früh verstarb. Von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht, hat sie sich immer als Außenseiterin gefühlt. Die Gilde der Dämonenjäger, genannte Aegi, hat Tayla endlich so etwas wie ein Zuhause gegeben. Hier kann sie ihr kämpferisches Talent ausleben und den Hass auf die Dämonen, die ihr ihre Mutter genommen haben.

Eines Tages wird Tayla auf einem gefährlichen Einsatz verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Was sie zuerst nicht glauben kann ist, dass dieses geheime Hospital von Dämonen geführt wird. Dort werden Vampire, Dämonen und alle anderen paranormalen Kreaturen behandelt von einem Dämonenärzte-Team unter der Führung des ernsten und charismatischen Eidolon. Zusammen mit seinen Brüdern Shade und Wraith nimmt er seine Aufgabe sehr genau und möchte auch Tayla heilen, sei sie nun Todfeindin oder nicht. Tayla ist entsetzt, als sie sich unter ihren verhassten Gegenspielern wiederfindet, doch gleichzeitig ist sie von Eidolons Anziehungskraft gefesselt. Der äußerst attraktive Inkubus hat auf Frauen eine unwiderstehliche Wirkung und obwohl er genau weiß, dass es tödlich sein könnte, sich mit Tayla einzulassen, kann Eidolon nicht die Finger von ihr lassen.

Ein hocherotischer, komplexerund mitreißender Auftakt einer Dämonen-Romantasy Reihe,

so hätte es im besten Falle sein sollen. Schillernde Propaganda und einige früh erschienene positive Kritiken haben mich ungeduldig auf das Leseabenteuer warten lassen. Selbst von der Nachricht, dass Larissa Ione auch unter dem Pseudonym Sydney Croft schreibt, hatte ich mich nur einschüchtern, aber nicht abhalten lassen. Demonica Verführt ist ein klassischer "Finde-deinen-Gefährten" Romantasy, bei dem das Hauptaugenmerk auf Dämonen liegt. Die Autorin erfindet hier eine interessante, detaillierte Hierarchie und Struktur, in der sie ihre Dämonen handeln lässt. Es gibt zu vielen Aspekten Informationen, die das Bild der Dämonen für den Leser sehr klar umreißen: Alter, diverse Spezies, Aussehen, Fähigkeiten, Entwicklung, Fortpflanzung, Sprache etc. All diese Feinheiten sind gelungen und waren für mich das Highlight dieses Romans.

Im Übrigen spielt die Geschichte in einer nicht näher definierten, etwas apokalyptisch anmutenden Gegenwart, in der paranormale Kreaturen unentdeckt neben den Menschen leben und von einer Organisation namens Aegi bekämpft werden. Warum die als ziemlich dämlich und unterentwickelt dargestellten Menschen noch nicht verstanden haben, dass es auch unter den ach so bösen Dämonen ein paar Gute gibt, ist einer der zahlreichen dramaturgischen Schachzüge der Autorin, die ich einfach nur schlecht fand. Im Fokus stehen die toughe und durch ein hartes Leben verbitterte Tayla und der geheimnisvolle Dämonendoktor Eidolon. Dass ihrer beider Schicksal untrennbar verbunden ist, wird einem bereits bei der ersten Begegnung klar. Denn Anbrennen lässt hier keiner etwas: schon nach wenigen Seiten gibt es die erste Sexszene zwischen den Protagonisten.

Eigentlich mag ich es nicht sonderlich, wenn dies gleich zu Beginn des Buches "vorweg genommen" wird, gibt es doch kaum Schöneres, als darauf zu warten, aber mir wurde schon bald klar, dass Sex in diesem Buch einfach nur allgegenwärtig ist und einen ganz anderen Stellenwert hat als in manch anderen Liebesromanen. Dieser Stellenwert spiegelt sich vor allem im Schreibstil von Larissa Ione wieder: er ist simpel, flüssig, effekthascherisch und derb. Um eine feine Wortwahl hat sie sich meistens nicht gekümmert und lässt ihre Figuren locker flockigen Gossenjargon sprechen. Ich persönlich fand es geradezu grässlich, dass Tayla Eidolon "Hellboy" nennt und dass ziemlich oft das Wort mit F und alles mögliche aus der Fäkalsprache fällt. Genauso unausgereift und grob sind die Charaktere: Tayla ist eine "tortured heroine", eine bissige Kick-Ass Heldin, die sich in ihrem tiefsten Inneren nach der starken Schulter zum Anlehnen sehnt. Das durchaus vorhandene Entwicklungspotential ihres Charakters, nämlich die "Läuterung" von der gedankenlosen Killerin zur "dämonenfreundlichen", offenen Frau, wird an derbe Sprüche, Moralkeulenartige Meinungsänderungen und schlampig begründete Monologe verschenkt. Erst hasst sie alle Dämonen, sie hasst sie, sie hasst sie... und dann.. oh, sie hasst sie ja doch nicht.. warum bloß? Hmm... Hellboy hat so einen tollen Hintern.. aber sie hasst Dämonen, sie hasst sie... Leider laufen auf diesem Niveau alle inneren Veränderungen ab und das setzt die Handlungsfähigkeit der Figuren auf das rein instinktive herab. Jegliche Hoffnung auf Anspruch war bei mir nach einem Drittel des Buches dahin.

Eidolon ist ein ultramaskuliner, dauerpotenter Held, der dazu da ist, stoisch Taylas Launen zu relativieren und das männliche Gegenstück in einer vorhersehbaren Romanze zu bilden, die über große Strecken nur auf Sex basiert. Die Sexszenen sind recht explizit, gar nicht mal so schlecht wie befürchtet und leiden nur mäßig unter der ungelenken Sprache der Autorin. Natürlich ist alles extrem überzogen und alle sind immer nur völlig geflasht von dem ultimativen Erlebnis, als Eidolon Tayla küsst, berührt etc. Irgendwie amüsant oder seltsam, ich weiß auch nicht genau, fand ich die Tatsache, dass Tayla keinen Orgasmus bekommen kann beim Sex und dass sich Eidolon dann völlig in die Idee verrennt, ihr einen beschaffen zu müssen. Und das alles, während grausame Organhandelmorde ablaufen, Tayla ihn ja eigentlich furchtbar hasst usw. Die Relativität der Geschehnisse zueinander ist völlig daneben und storytechnisch ist dieses Buch eine wahllose Aneinanderreihung von sensationsgeilen Bruchstücken, die zusammengemixt eine mäßig nette Sex&Crime Unterhaltung bilden. Ich selbst konnte mich zu keinem Zeitpunkt mit Tayla identifizieren und war auch relativ resistent gegen die handelsüblichen "Teaser" für die nächsten Teile der Serie, die solche Bücher immer latent enthalten. Was passiert mit Shade? Wer wird den schrecklichen Wraith zähmen?

Insgesamt ist Demonica Verführt nichts von Bedeutung, nichts von bleibendem Erinnerungswert.

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Demonica

Verführt
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