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Demonica: Entfesselt

von Larissa Ione

Erscheinungsdatum: November 2011
Verlag: Egmont-lyx
Ausgabe: Taschenbuch kartoniert mit Klappe, 448 Seiten
Preis: EUR 9.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
1202000

Schund. Rette sich wer kann.

    

Der attraktive Dämon Shade hat Runa Wagner das Herz gebrochen.

Seither sinnt sie auf Rache. Da werden Shane und Runa von Unbekannten entführt und gemeinsam in eine Zelle gesperrt. Die unerwartete Nähe lässt die Gefühle zwischen den beiden wieder auflodern. Doch wie einst wagt Shade es nicht, sich Runa ganz hinzugeben. Er fürchtet, dadurch einen alten Fluch auszulösen, der auf ihm lastet. Können sich Shade und Runa aus dem Gefängnis befreien und den Fluch aufheben?

Da ich es bei diesem Roman nur bis ca. Seite 80 geschafft

habe, belasse ich es bei der Inhaltsangabe des Verlags. Wohl kann man hinzufügen, dass es neben dieser Liebesgeschichte zwischen Shade und Runa noch eine kurze Sidestory um Kynan und Gem gibt und außerdem diverse Konflikte um die Brüder Eidolon, Wraith und Shade an sich.

Eigentlich hatte ich gehofft, dass dieser zweite Teil der allseits hochgepriesenen Demonica Serie über die Anfangsschwierigkeiten des ersten Teils hinwegtrösten kann. Im Gegenteil leider ist Entfesselt ein Haufen klischeehafter Seifenoper-Müll mit gehirnamputierten Charakteren und weiblichen Protagonisten, die allesamt in die Kategorie TSTL fallen (too stupid to live). Ich habe es trotz mehrfacher Anläufe nicht gepackt, die restlichen Seiten nach Seite 80 mehr als zu überfliegen. Warum finde ich ein Buch so dermaßen schlecht, das sich in diversen Quellen nur bester Kritiken erfreut? Das kann ich ganz genau sagen:

1. Sex und Erotik werden in diesem Roman in den Dreck getreten, verroht, zu einem Mittel zum Zweck degradiert und völlig entromantisiert. Nicht, dass ich etwas gegen reine Erotik Romane hätte, auch BDSM hat durchaus seine Reize. Aber in Entfesselt wird mit einem derartigen Gossenjargon dahergeschwallt und rumgef... und das total ohne Sinn und Gefühl. Sex ist etwas, das man mit egal wem tut, wenn man das Bedürfnis verspürt. Dabei rangiert das etwa in Höhe mit dem Bedürfnis, sich einen Mückenstich zu kratzen. Wirklich wirklich schlecht sind auch die BDSM Ansätze in diesem Roman. Wohl kann Shade den Frauen Leid und Qual nehmen, indem er sie foltert (kann mir das einer erklären??). Doch bei seiner Runa geht das natürlich nicht, er will ihr ja nicht wehtun. Trotzdem vergewaltigt er sie jedes Mal fast. Na ja, aber das ist ja was gaaaanz anderes. Jedenfalls kommt Runa irgendwann auf die Idee, sie müsste auch von ihm gefoltert werden, damit sie einen gewissen Status erreiche. Alles total hohle Begründungen der Autorin, um eine SM-Szene zu rechtfertigen. Es reicht ja nicht, ihre Figuren einfach diese Neigung haben zu lassen. Jedenfalls war das alles so peinlich und unerotisch inszeniert, dass ich es kaum lesen konnte. Und diese Orgasmen...Ständig hat jeder kosmische, "den Kopf sprengende" Höhepunkte, die sich im Laufe der Geschichte immer noch steigern. Man könnte meinen, es gäbe nichts Wichtigeres im Leben.

2. Ich konnte die Charaktere nicht ertragen, keinen von ihnen, allen voran Runa und Shade (und das waren ja ausgerechnet die Protagonisten). Keiner von ihnen ist in irgendeiner Form charakterlich beständig oder auch nur nachvollziehbar. Es werden keine begründeten Aussagen oder Entscheidungen getroffen und die Dialoge sind hohles, pseudocooles Gelaber ohne Herz und Verstand. Shade ist eine jämmerlich machohafte Figur mit total überzogenen Facetten, die sich im Laufe der kümmerlichen Story irgendwie in Nichts auflösen. Dann wird aus dem arroganten, wild in der Gegend herumf... Dämon ein liebestoller Softie ohne dass diese Entwicklung nachvollziehbar wäre. Die Werwölfin Runa ist eine verbitterte Figur, die von Shade damals ausgenutzt und sitzen gelassen wurde. Vielmehr hat sie ihn sogar erwischt, wie er mit anderen im Bett war. Also hasst sie ihn aus tiefster Seele und freut sich überhaupt nicht, dass ausgerechnet er mit ihr in einem Käfig gefangen ist. Leider verwandelt sich Runa innerhalb weniger Seiten in eine sabbernde, sexgeile Tussi, die komplett vergisst, wie sehr sie Shade hasst. Ein Wink mit seinem sexy Hintern und schon will sie seine Kinder austragen. Natürlich erinnert sie sich zwischendurch noch ein paar Mal daran, wie sehr sie ihn doch hasst (sonst gäbe es ja gar keine Story).

3. Die Story ist (bis auf die üblichen Klischees) nicht vorhanden. Also rekapituliere: Er und sie hassen sich. Er und sie sind zwangsweise auf engem Raum zusammengepfercht. Er und sie fallen übereinander her. Er und sie müssen mit dem Konflikt zwischen sexueller Anziehungskraft und Vergangenheitsbewältigung klarkommen. Und der böse böse Feind, der die beiden gefangen genommen hat, ist so dumm, dass er es noch nicht einmal schafft, sie zu töten. Nein, denn sie poppen zu lassen ist eine viel schlimmere Folter. Sämtliche Wendungen dieser Geschichte sind darauf ausgelegt, innerhalb weniger Augenblicke erneute sexuelle Situationen heraufzubeschwören. Spannung ist absolut nicht vorhanden. Schlimm ist es, wenn man pro Doppelseite nur einen einzigen Satz liest und trotzdem problemlos dem Plot folgen kann.

4. Der Schreibstil. Jeder Dialog, jede Handlung ist verseucht von sexistischen Anspielungen und oberflächlichen Flüchen oder Kraftausdrücken. Irgendwann konnte ich dieses Ghetto-Getue einfach nicht mehr ertragen. Es ist auch nicht möglich, dass sich die Charaktere normal unterhalten, immer läuft es auf Zickereien, Streit, Prügelei oder eben Sex hinaus. Grässlich gekünstelte und von Schmalz triefende Gespräche wechseln sich mit unterirdischem Jargon ab.

Insgesamt ist Entfesselt ein Absturz diese Genre in die unterste Schublade und für mich eine totale Geldverschwenung. Das war es für mich mit Frau Ione, auch ihre Eternal Riders Serie wird umgehend von meinem Wunschzettel entfernt.

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Armitage, 19. August 2012, 18:20

Katerina, 19. August 2012, 10:18

Boo, 09. Oktober 2011, 19:11