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Darkyn: Dunkle Erinnerung

von Lynn Viehl

Erscheinungsdatum: Februar 2011
Verlag: Egmont-lyx
Ausgabe: 380 Seiten, Taschenbuchformat
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
1221002

Gute, unterhaltsame Fortsetzung.

    

Die Polizistin Samantha Brown ermittelt in einem Mordfall,

in dem der Täter ein seltsames, antikes Kreuz bei seinem Opfer hinterlassen hat. Ihre Spur führt Samantha in den nahegelegenen Nachtclub Inferno und zu dessem Besitzer Lucan. Sein reserviertes und zugleich anzügliches Verhalten verwirrt und fasziniert Samantha, gleichzeitig ist er aber einer der Hauptverdächtigen. Lucan selbst ist ein Darkyn, der vormalige Scharfrichter des Highlord und nun seit geraumer Zeit im Exil lebend. Eine tiefe Feindschaft trennt ihn von Michael Cyprien, der nun seinerseits mit der Chirurgin Alexandra seine Gefährtin gefunden hat. Lucan hat seine Liebe an die junge Francis verloren, die vor vielen Jahren jedoch unerwidert blieb. In Samantha glaubt Lucan beim ersten Treffen die Reinkarnation seiner verstorbenen Geliebten zu sehen. Auch wenn er weiß, dass es gefährlich sein wird, Samantha von seiner dunklen Existenz zu erzählen, geht er das Risiko ein um ihr nahe zu kommen...

Lange lange habe ich die Darkyn Reihe ruhen lassen,

weil ich nach den ersten beiden Bänden irgendwie einen faden Nachgeschmack hatte. Nun habe ich mich durch Lucan und Samanthas Geschichte gelesen und ich fühlte mich gut unterhalten. Allerdings hat es etwas gedauert, bis ich zu diesem Fazit kam. Meistens bildet sich meine Meinung über ein Buch sofort nach wenigen Seiten und bleibt dann auch so. Bei Darkyn Dunkle Erinnerung jedoch durchlief ich schon während des Lesens die verschiedenen Stadien von "Ach du liebe Zeit, was für ein Schund" bis hin zu "Wow, irgendwie prickelnd". Der Schreibstil von Lynn Viehl gefällt mir nach wie vor nicht so besonders, das sprachliche Niveau schwankt zwischen - für meine Verhältnisse - zu salopp und explizit bis hinzu extrem. Sie schafft es, auf eine Seite völlig banale Dialoge neben schockierend blutige Szenen zu setzen. Das kreiert ein unterschwelliges Auf und Ab und lässt niemals Ruhe in der Story aufkommen. Stellenweise kommt mir alles sehr konzeptlos vor, da reihen sich Szenenwechsel aneinander, da gibt es Nebencharaktere- und handlungen, die unnötig aufgeblasen werden, da verschwendet sie mal viele Worte an langweiligen Details und platzt an anderer Stelle mit Überraschungen nur so heraus. Ich stellte mir das so vor, dass Lynn Viehl sich erst nach jedem Absatz überlegt hat, worauf sie jetzt gerade Lust hat, zu schreiben. Mit der Erzählperspektive verhält es sich ähnlich: sie ist immer in der dritten Person, allerdings kann man mal in Samantha, mal in Lucan und mal in andere Charaktere hineinschauen. Die Autorin lässt jeden seine Monologe vorbeten und bedient sich dieses Stilmittels, um ihre Figuren näher zu beleuchten. Und jetzt ist es schon wieder passiert: ich frage mich beim Schreiben dieser Rezi, warum ich das Buch gut fand. Nun, trotz aller Oberflächlichkeiten und der klischeehaft aufgemachten Lovestory zwischen Lucan und Samantha, die wir in dieser Form schon zigmal hatten, ist das Buch flüssig zu lesen und stillt wohl eine gewisse Sensationslust bei mir. Lynn Viehl treibt es nämlich gern auf die Spitze mit ihren Figuren, lässt sie aufeinander prallen, sich streiten, schlagen, verletzen, betrügen, belügen etc. Alle menschlichen (und vampirischen) Abgründe kommen ans Tageslicht und werden nicht beschönigt. Das gibt dem Ganzen Ehrlichkeit und Direktheit. Die Charaktere benehmen sich manchmal zwar wie Elefanten im Porzellanladen, können so aber viel Stimmung rüberbringen. Es ist mir jedenfalls beim Lesen nicht langweilig geworden und man kann über die Vorhersehbarkeit der Handlung hinwegsehen und sich einfach nur gut amüsieren. Die erotischen Szenen sind interessant, außergewöhnlich und nicht unbedingt immer romantisch. Die Autorin kann auch Mann und Frau ohne Romantik zusammenbringen und auch bereits situierte Paare (wie Michael und Alex) geraten durchaus in krisenhafte Situationen. Insgesamt sind mir die Darkyn sympathisch, ich mag die hierarchische Struktur und die vielen Details, die sich die Autorin darum ausgedacht hat. Wenn jetzt die Erzählweise noch etwas strukturierter und fortgeschrittener wäre, könnte diese Serie durchaus mit Lara Adrian und J. R. Ward mithalten.

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Darkyn

Versuchung des Zwielichts
Im Bann der Träume
Dunkle Erinnerung
Blindes Verlangen
Für die Ewigkeit
Ruf der Schatten
Am Ende der Dunkelheit

Leseprobe


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Ingrid, NDS, 27. Januar 2012, 19:43