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Dark Mission: Fegefeuer

von Karina Cooper

Erscheinungsdatum: November 2012
Verlag: Luebbe
Ausgabe: Taschenbuch, 367 Seiten
Preis: EUR 8.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Actionreiche Verfolgungsjagd vor futuristischer Kulisse.

    

New Seattle ist ein Moloch aus Beton und Stein:

Ebene für Ebene windet sich die Stadt in den Himmel hinauf. Jessica Leigh versucht sich hier unbemerkt durchzuschlagen. Sie ist eine Hexe und stets auf der Flucht vor den Missionaren des Ordens, der die Stadt fest im Griff hält. Einer der besten Jäger ist Silas Smith: Sein Auftrag lautet, Jessies Bruder, einen angeblichen Mörder, zu finden und an den Orden auszuliefern. Jessie muss das verhindern! Dumm nur, dass sie in Silas mehr entdecken muss, als einen gewissenlosen Killer — und er in ihr mehr als nur eine Hexe ...

Ausnahmsweise kann ich hier den Klappentext des Verlags

bedenkenlos stehen lassen, viel mehr darf man auch nicht über den Inhalt erwähnen ohne spannende Details vorwegzunehmen.

Dark Mission - Fegefeuer ist ein futuristischer Urban Fantasy Thriller, der eigentlich aus einer großen Verfolgungsjagd besteht. Im Seattle der Zukunft gibt es eine gigantische Kluft zwischen Arm und Reich: während die Elite in sonnendurchfluten Wolkenkratzern residiert, müssen die Benachteiligten und Verfolgten im Untergrund um jedes Licht kämpfen. Die Welt ist durch Krieg, Naturkatastrophen und Umweltverschmutzung unwirtlich geworden und die Religion scheint sich wieder zu mittelalterlichen Strukturen zurückentwickelt zu haben. Hexen werden von den sogenannten Missionaren verfolgt und gnadenlos hingerichtet, da sie durch ihre Macht eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen sollen.

Die Autorin Karina Cooper hat einen kühlen, straffen und schmucklosen Schreibstil, der die Handlung schnell vorantreibt und ihre Charaktere nicht viele Worte machen lässt. Aus der neutralen Erzählperspektive kommen abwechselnd die beiden Hauptfiguren Jessica und Silas zum Zuge.
Jessie ist eine mutige, hartnäckige Person, die sich auch von harten Schicksalsschlägen nicht unterkriegen lässt. Sie kann ziemlich zickig sein und neigt zu Kurzschlusshandlungen, beweist aber auch Loyalität und Gefühl. Sie ist eine Hexe, aber "zaubern" im Fantasy-Sinne kann sie nicht. Ihre Gabe ist der "Blick in die Gegenwart", das heißt, sie kann in Trance andere Orte und die dortigen Ereignisse sehen. Mit ihrem Bruder verbindet sie ein starkes Band, doch finden kann sie ihn dennoch nicht.
Dann gibt es noch Silas Smith, den verschlossenen, kampferprobten Missionar, der in kein System so recht passen will. Er ist ein schwieriger, zerrissener Charakter, der einerseits von Jessie fasziniert, andererseits von seinem Pflichtgefühl zerfressen ist. Er soll Jessie benutzen, um an ihren Bruder zu gelangen und verfängt sich in ihrem verführerischen Netz. Das hört sich jetzt wie eine Liebesgeschichte an, aber Romantik kommt in diesem Roman eher nicht auf. Vielmehr gibt es auf der atemberaubenden Flucht/Suche der beiden einige Szenen, in denen sie vom Verlangen übermannt werden und wild übereinander herfallen. Natürlich wird das sofort verdrängt und bereut und macht die Beziehung noch komplizierter. Fans von Harmonie werden hier frustriert, denn auch nach einer erotischen Situation gehen Jessie und Silas mit derben Kommentaren und Verbitterung auseinander.

Die Autorin wollte darstellen, dass eine Liebe zwischen komplizierten Charakteren ebenso schwierig ist, für mich war es aber teilweise nicht glaubhaft umgesetzt. Einige Wendungen haben es quasi darauf angelegt, effekthascherisch und überdramatisch zu sein. Die Story an sich ist nicht vorhersehbar, hat ein ordentliches Tempo und viele Actionszenen. Dennoch wollte bei mir nicht so recht der Funke überspringen, denn wenn mir die Figuren nicht sympathisch ist, ist es mir auch relativ egal, was mit ihnen geschieht. Ich konnte mich mit Jessie nicht identifizieren und auch wenn Silas ein attraktiver und verführerischer Mann ist, mochte ich seine Brutalität gegenüber Jessie nicht. Einige Sexszenen haben zu viel Gewalt und der exzessive Einsatz von Schimpfwörtern macht nichts "cooler", sondern eher noch derber.

Insgesamt ist Fegefeuer ein unterhaltsamer Sci-fi/Urban Fantasy Roman mit einigem Potenzial. Nicht sehr gefühlvoll, aber ich glaube, der zweite Teil interessiert mich :-)

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