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Dark Mission: Blutschuld

von Karina Cooper

Erscheinungsdatum: Juli 2013
Verlag: Luebbe
Ausgabe: Taschenbuch, 367 Seiten
Preis: EUR 8.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
1211001

Viel verschenktes Potenzial.

    

Die Hexenjägerin Naomi West

hat einen neuen Auftrag: getarnt als reiche Erbin und unter falschem Namen muss sie in einem Luxus-Spa in Seattle nach einem abtrünnigen Kollegen fahnden. Für Naomi ist es kein Spaß: sie hasst die Upperclass und all das Schickimicki-Getue und sehnt sich nach ihren Piercings und Waffen. Doch so stöckelt sie in Designerklamotten durch die Pool-Landschaft und begegnet gleich am Anfang dem attraktiven Phin Clarke, dem die Leitung des Resorts obliegt. Obwohl sie in als Snob einstuft, fühlt sich Naomi von diesem Mann angezogen und auch Phin ist von Beginn an fasziniert.

Bald stellt sich heraus, dass Naomis Auftrag doch nicht so trivial ist, denn es geschehen sowohl Übergriffe auf ihr als auch auf das Leben anderer Gäste. Es beginnt eine gefährliche Gratwanderung, in der Naomi ihre Tarnung aufrecht erhalten muss aber gleichzeitig Phins Verführung kaum widerstehen kann…

Meine Meinung von Dark Mission Blutschuld schwankt

zwischen Begeisterung und Enttäuschung. Einerseits gibt es einige interessante, gut präsentierte Elemente, andererseits leidet der Roman unter zahlreichen Schwächen.

Positiv sind: 1. Das typische Urban Fantasy Setting in einer postapokalyptischen Welt,
2. die Grundidee der Romanze zwischen dem konservativen, ruhigen Phin und der aufbrausenden, emotionalen Naomi und
3. der abwechslungsreiche, teils wirklich präzise und fesselnde Schreibstil mit den unterschiedlichen Erzählperspektiven.

Dieses Strickmuster hätte durchaus für einen guten Titel gereicht, leider kommt folgendes dazu: 1. Es fehlt an Grundspannung. Ab und zu gibt es mitreißende Situationen, wo alles fast zu schnell abläuft, dann fährt das Tempo aber wieder runter auf ein Minimum und die Autorin verliert sich in langweiligen Rückblicken und vor allem wortreichen Wiederholungen. Warum manche völlig unwichtigen Dialoge extrem in die Länge gezogen werden, weiß ich wirklich nicht.
2. Sexualität wird unsensibel thematisiert und verkommt zusehends als Mittel zum Zweck bzw. hat einfach nur einen reißerischen Unterhaltungswert. Im Grunde mag ich beide Protagonisten, aber das Thema Sex läuft erst völlig triebgesteuert und dann mit so vielen negativen Emotionen ab, dass eine wirkliche, gefühlsmäßige Annäherung der beiden Personen überhaupt nicht zustande kommt oder kommen kann. Kurzum, ich nehme es ihnen nicht ab. Fehlende Authentizität bei der Liebesbeziehung lässt den Roman halt ins Sex-and-Crime Genre abrutschen, auch wenn er vom Schreibstil eigentlich mehr zu bieten hätte.
3. Die unspektakuläre Krimihandlung. Aus diesem Format hätte man wesentlich mehr machen können, aber die Autorin gibt sich damit zufrieden, auf bekannte Klischees zurückzugreifen und das Motiv der Bösewichte ist mehr als fadenscheinig. Naomis gesamter Auftrag gerät in den Hintergrund der sensationslüsternen Liebesgeschichte und löst sich am Ende mehr oder weniger schwach auf. Der Auftritt sämtlicher Randcharaktere ist gesichtslos und uninteressant und macht das Finale der Story zu einer für mich enttäuschenden Vorblätterei. Es gibt noch eine schöne Szene zwischen Naomi und Phin (die „Läuterung“) und dann geht ein Buch zu Ende, das man allzu schnell wieder vergisst und auch nicht unbedingt nochmal lesen muss.

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