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Dark Forgotten: Hexenlicht

von Sharon Ashwood

Erscheinungsdatum: Oktober 2010
Verlag: Knaur
Ausgabe: 448 Seiten, HC Klappenbroschur (nicht gebunden!)
Preis: EUR 12.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Ein etwas zäher, oberflächlicher Serienstart mit blassen Helden. Ganz nett.

    

In Holly Carvers Familie gibt es Hexen seit Generationen.

Auch sie selbst verdient ihren Lebensunterhalt mit kleinen Zaubern, Austreibungen und sonstigen magischen Dienstleistungen. VOn Großer oder gefährlicher Magie hat sie sich allerdings distanziert, denn seit einem traumatischen Erlebnis in ihrer Kindheit gibt es bei ihr eine innere Blockade und mächtige Zauber verursachen ihr Schmerzen.

Mit der Männerwelt macht sie es sich auch nicht einfach: zwar ist sie mit ihrem Freund Ben glücklich, doch dieser scheint ihre Identität als Hexe abzulehnen. Auf der anderen Seite gibt es da den überaus attraktiven Vampir Alessandro, der Holly bei gefährlichen Aufträgen hilft. Auch wenn Holly sich vor seinen dunklen Mächten fürchtet, übt er große Anziehung auf sie aus. Eines Tages nun geschehen in dem Städtchen Fairview seltsame Morde, die weder von Vampiren noch von Werwölfen verübt worden sind. Holly ahnt, dass es sich hier um eine größere, gefährlichere Bedrohung handeln muss. Und bald stellt sich heraus, dass ein uralter, mächtiger Dämon die Macht an sich reißen will.

So aufregend wie sich vielleicht meine und jede andere Inhaltsangabe

von Hexenlicht liest, ist das Buch tatsächlich leider nicht. Während ich auf den ersten Seiten die quirlige, leicht schusselige und alles nicht so ernst nehmende Holly kennen lernte, stolperte ich schon über den stellenweise ungelenken und unpassenden Schreibstil. Entweder ist die Übersetzung schlecht gelungen oder die Autorin fand oft wirklich nicht die richtigen Worte. Dialoge wirken stumpf oder aufgesetzt, Redewendungen bemüht platziert und völlig humorfrei. Was locker rüberkommen soll, wirkt sich auf die an sich nicht so schlechte Story eher negativ aus.

Die Handlung bekommt der Leser abwechselnd aus Hollys und Alessandros Sichtweise präsentiert. Dabei geht die Geschichte größtenteils sehr linear voran, es gibt nur wenige Rückblicke. Überhaupt finde ich an sämtlichen Charakteren absolut nichts besonderes. Holly ist die typische naive Heldin, die von ihrer wahren Macht gar nichts weiß. Alessandro ist der starke, gequälte Held, der in Liebe zu Holly entbrennt, ihr aber nicht nachgeben will um sie zu schützen. Alle anderen Nebenfiguren sind blass, nichtssagend und stereotyp. Die Vampirkönigin Omara ist eine rückgratlose, betont hoheitsvolle Person, die eigentlich überhaupt nichts ausstrahlt. Hollys Freund Ben ist so platt und einseitig dargestellt, einfach nur langweilig. So läuft Holly durch ihr eigenes Abenteuer und schwätzt mal hier, mal da, überlegt sich, ob sie sich auf Alessandro einlassen soll und dann wieder nicht.

Auch wenn die Bedrohung durch den Dämon aus dem Dimensionstor immer präsenter wird, stellt sich nicht so wirklich ein Aktionismus ein. Oft hatte ich das Gefühl, ich müsste den Personen einen Schubs geben. Schließlich habe ich dann ab der Hälfte des Buches angefangen, Füllpassagen mehr oder weniger zu überspringen. Immer häufiger war ich einfach nur enttäuscht darüber, wieviel Potential hier verschenkt wurde. Der simple Erzählstil und die Oberflächlichkeit der Emotionen werten gute Ansätze leider massiv ab und erzeugen zähe Längen durch lieblos platzierte, lange Beschreibungen von Nichtigkeiten. Überhaupt finde ich, dass ausgedehnte Erläuterungen von Mobiliar, Essen, Kleidung, Wetter, Architektur etc. einen präzisen und ausgewogenen Schreibstil voraussetzen. Leider kann Sharon Ashwood das meiner Meinung nach nicht leisten.

Normalerweise passiert es ja, dass die Autorin das irgendwann selbst merkt und sich danach auf Liebesszenen verlegt. Aber in Hexenlicht gibt es auch davon nicht viel. Einige kurze Passagen sind leider recht unerotisch da holprig und gestelzt. ACHTUNG SPOILER: Die einzig lesenswerte Szene, in der das ganze ein wenig an Oberflächlichkeit verliert ist jene, in der Alessandro Holly (endlich) beißt. Ein kurzes Aufflackern von Emotionen, Konflikt und Erotik, dann geht es wieder in der linearen Handlung unter.

Irgendwann hatte ich dann bis zur Leseprobe des nächsten Bandes "Vampirdämmerung" vorgeblättert und kurz drübergelesen. Da erst ist mir klar geworden, dass Hexenlicht eigentlich ein Stand-Alone ist. Im nächsten Teil wird zwar die Story um das geöffnete Portal weitergeführt, Holly und Alessandro werden aber als Protagonisten komplett abgelöst. So erklärt sich auch die Oberflächlichkeit in der Präsentation der beiden, denn sie haben ja nur knapp 450 Seiten um sich darzustellen von Annäherung bis Happy End. Das bietet ganz nette Unterhaltung, ist mir aber zu wenig. Erst recht, wenn jedes Buch mit EUR 12,99 im oberen Preissegment liegt. Die Aufmachung ist hochwertig, ok, aber der Inhalt kann nicht mithalten.

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Soleil, 03. Februar 2011, 18:42