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...oder lieber Romantasy?

Chess Putnam: Geisterstadt

von Stacia Kane

Erscheinungsdatum: Dezember 2011
Verlag: Egmont-lyx
Ausgabe: Kartoniert mit Klappe, 400 Seiten
Preis: EUR 9.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Spannendes Gruselabenteuer für UF-Fans.

    

Chess ist mal wieder ziemlich fertig,

ihre zart aufblühende Beziehung zu Terrible hatte sich durch ihre Lüge zerschlagen und mit Drogennachschub sieht es finster aus. Da sie unbedingt Geld braucht, nimmt Chess einen gefährlichen und geheimen Auftrag der Kirche an, der sie erst einmal durch einen bindenden Eid zum Schweigen zwingt. Zusammen mit Lauren, der Tochter des Kirchenältesten, soll Chess eine Verschwörung der Lamaru aufdecken und zerschlagen. Die kirchenfeindliche Sekte versucht mal wieder mit skrupellosen Mitteln an die Macht zu gelangen. Bald gerät Chess in einen üblen Sumpf des Verbrechens und muss zudem auch noch Bump, dem "Herrscher" von Downside, Rechenschaft darüber ablegen. Bei einem bindenen Eid gar nicht so einfach.

Mit Geisterstadt kommt der vorerst letzte deutsche Teil

der Chess Putnam Serie, und obwohl ich das sehr schade finde, freue ich mich gleichzeitig darüber, dass dieser Band sozusagen als "Abschluss" der Trilogie gesehen werden kann. Wie immer ist Chess an der Grenze ihrer Belastbarkeit und kämpft sich mehr oder weniger high durch ein spannendes, brutales Abenteuer. Stacia Kane widmet sich ausgiebigst der genauen Beschreibung von Chess' Gemütslage, depressiven Anwandlungen und wirren Sehnsüchten, was zu ausgedehnten Monologen (und einer Seitenzahl von 500+) führt. Da ich den Charakter Chess immer noch als interessant und ausbaufähig einschätze, gibt es dafür keine Abstriche, doch wenn man extreme Figuren nicht mag, ist man hier definitiv falsch.

Die mit harten Actionszenen gespickte Verbrecherjagd hat alptraumhafte Schockszenen und viel viel Schmerz und Leid für Chess. Ständig wird sie verletzt, verfolgt, bedroht oder benutzt, es ist ein wahrhafter Strudel aus Gewalt, Korruption und Menschenfeindlichkeit in diesem Roman. Dass es kaum ein schönes, sicheres Plätzchen für die Hauptfigur gibt, muss man erstmal 500 Seiten durchhalten. Die fast zerstörte Beziehung zwischen Chess und Terrible wird in diesem Teil wieder hervorgeholt, wird Objekt der Zerrissenheit und Sehnsucht für Chess. Es wird wirklich nichts einfach gemacht und man kann als Leser heftig mitleiden.

Trotz all dieser Stärken hat mich Geisterstadt nicht so sehr beeindruckt wie die Vorgänger, was zum großen Teil an der verworrenen Handlung lag. Die Autorin hat an vielen Stellen versucht, alles noch komplexer und verworrener zu gestalten, tat sich aber damit meiner Meinung nach keinen Gefallen. Chess stolpert irgendwann nur noch durch die Story und hat bis kurz vor Schluss eigentlich die Kontrolle verloren (auch über sich selbst). Wenn der Hauptfigur die Steuerung entgleitet, wird man als Leser auch vom Geschehen entfernt, und so konnte mich auch das heftig-brutale Finale nicht ultimativ überzeugen. Zum Thema Romanze: Grob-Ungeschminkt-Unkonventionell und damit nichts für klassische Romantiker. Chess und Terrible liefern sich eine Art verkorkste Hass-Liebe, die ich auch in der Form so nie vorher gelesen habe. Durchaus interessant und mitreißend, aber nichts für zarte Gemüter.
Als "Zwischen-Finale" der Reihe ist Geisterstadt unbedingt lesenswert, für Hardcore UF-Fans natürlich ein Muss. Ansonsten: Danke Chess für die gruselig-rasante Zeit und bis zum Re-Read (die Bücher werde ich auf jeden Fall behalten).

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Boo, 13. Juli 2012, 20:55