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Untot mit Biss

von Karen Chance

Erscheinungsdatum: November 2008
Verlag: Piper
Ausgabe: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: EUR 8,95
ISBN: 9783492291835


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
* * ** * **

Komplexe Dark Fantasy, mit leider unausgereifter Heldin und viel zu verwaschenem Inhalt.

Cassandra, "Cassie", ist

eine Seherin, sie hat unregelmäßige Visionen der Zukunft und Vergangenheit. Leider meist über sich anbahnende oder bereits geschehene Katastrophen. Das macht ihr Leben etwas stressig und gefährlich. Als Kind wurden ihre Eltern durch den Meistervampir Tony getötet, der Cassie dann entführte um sich ihre Kräfte für seine persönlichen, korrupten Geschäfte zu Nutze zu machen. Doch Cassie gelang es zu fliehen und seither verbirgt sie sich vor ihrem Entführer. Eines Tages jedoch erhält sie eine Todesdrohung und weiß sofort, dass sie erneut abhauen muss um ihr Leben zu schützen. Kurz möchte sie noch ihrem Freund und Mitbewohner Tomas Bescheid sagen, doch als sie in den Club kommt, wo er arbeitet, kommt alles anders. Die Vampire greifen an und voller Schreck muss Cassie mitansehen, wie Tomas selbst seine Identität als Vampir lüftet und Cassie seinerseits verschleppt. Sie findet sich vor dem Senat der Vampire wieder, der momentan in größeren Schwierigkeiten steckt. Anscheinend kam es zu mehreren Mordfällen bzw. Übergriffen auf die Meistervampire im Senat durch einen abtrünnigen Meister namens Rasputin. Dieser soll sich auch mit dem dunklen Kreis der Magier verbündet haben um mehr Macht zu erlangen.

Der Senat der Vampire und die weißen Magier wollen dies unter allen Umständen verhindern. Cassie weiß zuerst nicht, was ihre Rolle dabei ist, sie denkt die ganze Zeit, dass Tony einfach seine Seherin gewaltsam zurück haben möchte. Ihr verzweifelter Fluchtversuch mithilfe ihres Geisterfreundes Billy Joe scheitert, doch Cassie gelingt es, einen Bruchteil ihrer dunklen Vergangenheit zu entdecken: anscheinend waren ihre Eltern doch nicht menschlich und normal, sondern gehörten auch der magischen Welt an. Anhand von machtvollen aber verwirrenden Visionen und den Gesprächen mit den Vampiren und dem Magier erfährt Cassie bald, dass ihre Aufgabe bzw. ihr Schicksal verzweigter und schwieriger ist als gedacht. Kann es sein, dass sie der Nachkomme der antiken Seherin Kassandra ist, der die Macht gegeben wurde, das Schicksal der Welt zu beeinflussen?

Es war schon

gar nicht so einfach, eine Inhaltsangabe für dieses Buch zu schreiben. Es steht wohl gerade an der Grenze zwischen komplexer Dark Fantasy und absolut verwirrtem Genre-Mix. Zuerst einmal sind sowohl das Coverbild als auch der Buchtitel inklusive Klappentext total missverständlich. Von sexy und humoriger Romance kann ja wohl gar keine Rede sein. Und Untot mit Biss hört sich eher nach einem Titel für Autorin wie Lynsay Sands oder Charlaine Harris an. Der Klappentext reißt nur kurz Cassies Fähigkeiten an und entwirft eine lockere Story, bei der sie sich mit einem sexy Vampir verbünden muss. Hä? Untot mit Biss ist keine einfache Lektüre für zwischendurch. Man braucht Geduld und viel Aufmerksamkeit um sich da durchzuwurschteln. Der Schreibstil der Autorin ist verwinkelt, holperig und gespickt mit ungebräuchlichen Worten und Wendungen. Entweder da ist etwas mit der Übersetzung mächtig schief gegangen oder sie wollte sich tatsächlich so kompliziert ausdrücken. Viele Passagen werden durch ausschweifende Detailbeschreibungen von Gegenständen oder Möbeln in die Länge gezogen und es scheint die Zeit still zu stehen. Dann passiert wieder unglaublich viel gleichzeitig und es fällt schwer, den roten Faden zu erkennen. Das Buch an sich ist fast ein Kammerspiel, es gibt wenige Schauplätze und fast nur ausladende Dialoge bei denen unzählige Personen anwesend sind. Der ständige Wechsel zwischen Visionen, Monologen, Dialogen von Cassie und anderen, Dialogen mit ihrem Geisterfreund, den die anderen nicht hören können und Rückblicken in die Vergangenheit mag manchen Leser überfordern oder die Lust verlieren lassen. Es gibt einige sehr vernichtende Kritiken über dieses Buch, die ich auch nun nachvollziehen kann. Mein Hauptkritikpunkt ist noch nicht einmal die absolute Flut von Fantasy-Elementen und Kreaturen, die hier wild gemixt werden; nein, wirklich schade ist, dass die Charaktere so unausgereift sind. Selbst Cassie ist wirr dargestellt und geht in ihrer Person völlig im chaotischen Geschehen unter. Alle anderen Wesen um sie herum, auch die Vampire, die anscheinend eine wichtigere Rolle spielen sollen, sind nur angekratzt und bleiben blass und seltsam fremd.

Trotz umfangreicher und ständiger Interaktion bleibt ein kaltes Gefühl und man kann nicht richtig mitfiebern. Dazu kommt das Fehlen von sämtlichen romantischen oder auch nur freundschaftlichen Inhalten, alle Welt ist irgendwie böse oder verschlagen in diesem Roman. Es ist schwierig, Untot mit Biss mit anderen Urban Fantasy Titeln zu vergleichen. Alle anderen sind irgendwie zu locker und salopp um vergleichbar zu sein. Vom Pathos und der Komplexität her würde ich sogar eher Anne Bishops Schware Juwelen heranziehen. Es herrscht auch eine sowohl unterschwellige als auch gelebte Brutalität bei Karen Chance, die teilweise erschreckenderweise als normal legitimiert wird. So nimmt Cassie Tod und Verstümmelung, Folter und Bedrohung mit einem Gleichmut hin, der auf eine sehr abgebrühte Person hinweist. Doch will man so jemanden als Hauptfigur haben? Angesichts dieser Emotionslosigkeit wird die Story auf ein sehr oberflächliches Erzählniveau herabgesetzt und trotz der unglaublich vielen Fantasy-Elemente und akribisch ausgedachten geschichtlichen Hintergründe kommt kein Tempo auf. Nicht zuletzt finde ich es fast schon lächerlich, dass überall Wer-Ratten, Satyre, Vampire, Elfen, Feen etc. rumlaufen, und die Menschen davon noch nichts bemerkt haben sollen. Vor allem, weil viele wichtige Persönlichkeiten als Paranormale geoutet werden und Dracula himself quasi noch unter uns wandelt. Insgesamt ist das Buch leider zu bemüht, zu vollgestopft und zu herzlos geraten um wirklich gut zu sein.

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Cassandra Palmer Serie

Untot mit Biss
Hinreißend untot
Für immer untot
Unwiderstehlich untot
Verlockend untot

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