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...oder lieber Urban Fantasy?

Blutland: Von der Leidenschaft gerufen

von Delilah S. Dawson

Erscheinungsdatum: Mai 2013
Verlag: Luebbe
Ausgabe: Taschenbuch, 461 Seiten
Preis: EUR 8.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Wunderbar und fantasievoll.

    

Nach der Scheidung von ihrem besitzergreifenden Mann

versucht Trish Everett ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sie kümmert sich um ihre Großmutter und geht ihrem Job als Krankenpflegerin nach. Eines Tages stößt sie bei einer Wohnungsauflösung auf ein wunderschönes Amulett, welches das Bildnis eines attraktiven Mannes trägt. Aus einer seltsamen Eingebung heraus lässt Trish das Schmuckstück mitgehen. Beim Öffnen spritzt eine seltsame Flüssigkeit auf ihre Haut, die sich auch nicht mehr entfernen lässt. Und dann passiert es: in der nächsten Nacht glaubt sich Trish in einem Traum, als sie nackt in einem seltsamen Wald erwacht, beobachtet von einem Fremden. Der charmante Mann in altmodischer Kleidung stellt sich als Criminy Stain vor, seines Zeichens Magier und Leiter eines illustren Wanderzirkus. Noch glaubt Trish, alles sei ein Traum, und bleibt daher beim Anblick seiner nadelspitzen Zähne und der seltsamen Kreaturen relativ gelassen. Doch als Criminy davon spricht, sie zu sich geholt zu haben, fängt Trish so langsam an zu verstehen, dass das Amulett über wahre Magie verfügt, und sie tatsächlich in dem Land namens Sang gelandet ist. Doch wie und wann kann sie wieder zurückkehren?

Ich hatte eine fantasievolle Adaption

von Alice im Wunderland erwartet und nicht nur eben dies bekommen, sondern noch viel mehr. Blutland ist ein mit Steampunk Elementen bereicherter Abenteuer-Liebesroman, der ein wenig von allem mischt, ohne abgekupfert zu wirken.

Delilah S. Dawsons Schreibstil fand ich die ersten paar Seiten gewöhnungsbedürftig, verfiel aber rasch dem simplen, anschaulichen Charme und der treffenden Wortwahl. Kurze Sätze und der völlige Verzicht auf Pathos wirken nicht dümmlich, sondern verpassen der Handlung eine straffe, schlanke Note. Es passiert wirklich unglaublich viel in diesem Buch, und der Einfallsreichtum der Autorin hat mich immer wieder aufs Neue fasziniert. Und wenn man davon ausgeht, dass ich Geschichten mit Wechseln von Traumland und Wirklichkeit eigentlich überhaupt nicht leiden kann, hat sich Blutland außerordentlich gut geschlagen.

Alle Charaktere ohne Ausnahme fand ich brillant gezeichnet, individuell ausgestaltet und voller geheimnisvoller Eigenarten. Allen voran war natürlich Criminy mein Held (wie auch immer man seinen Namen ausspricht, bei mir war er "Krimini"). Er ist eine faszinierende, mysteriöse Mischung aus Vampir und Zauberer und er wird mit einer Leichtigkeit ausgestattet, die absolut verführerisch und beneidenswert ist. Ich war von seinem Verhalten gegenüber Trish völlig eingenommen, denn er verkörpert eine elegante Mischung aus Old-School Gentleman und instinktgesteuertem Vampir. Von Anfang an bekennt er sich zu Trish, die lange braucht, bis sie seinen wahren Wert erkennen kann. Hartnäckigkeit imponiert mir immer, und Criminy hat sich mit seinen mutigen Taten einen Platz in meinem Herzen gesichert.
Trish fand ich zu Beginn ein wenig klischeehaft, die typische verletzte Frau, die aus einer miesen Beziehung kommt und eigentlich gar nicht in die nächste stürzen will. Sie hat auch so ihre zickigen Empfindlichkeiten und braucht oft ganz schön lange, um sich zu entscheiden. Aber so wirr ihre Gefühlswelt auch sein mag, ich mochte sie trotzdem, denn an sich war sie frei von Falschheit und konnte sehr gut auf sich selbst aufpassen. Zusammen ergaben Trish und Criminy ein unwiderstehliches Paar und es gibt wunderschöne Szenen zwischen den beiden, seien es jetzt nur prickelnde Dialoge oder die erotischen Szenen, die wohl dosiert eingesetzt werden.

Das World Building ist legendär, und ich konnte gar nicht genug kriegen von all den fremdartigen Kreaturen, schicksalshaften Verwicklungen und mysteriösen Geheimnissen. Es scheint, als hätte die Autorin bei jedem Satz Tausend neue Dinge im Kopf, mit der sie die Geschichte bereichern möchte und genau dieses Gefühl kommt beim Leser an. Trotz aller Details, Alice-im-Wunderland-Andeutungen und kleiner Dreiecks-Lovestory wirkt Blutland keinesfalls überladen oder albern. Sicherlich mag es Leute geben, die damit wenig anfangen können, vor allem sollte man von Steampunk nicht abgeneigt sein. Es fehlt auch die düstere, schwermütige Atmosphäre, die Romanen dieses Genre gerne anhaftet. Criminy ist kein tortured hero und lebt sein Leben voller Stolz und Hingabe. Er muss sich als Vampir nicht in dunklen Ecken verstecken (und tut es vor allem nicht!!) und ich fand ihn in keinster Weise abstoßend. Schwarz-geschuppte Klauen und ein Mund voller Haifischzähne sind jetzt auch in Vampirkreisen eher nicht das Schönheitsideal - trotzdem ist Criminy durch und durch verführerisch... Was mich ein bisschen irritiert hat, war das relativ offene Ende (kein Cliffhanger, aber nah dran).

Insgesamt ist Blutland eine wunderbare Geschichte für alle Romantikfans und solche, die gerne verrückte Stories lesen :-) Ich hoffe sehr, dass auch die Fortsetzungen bei Lübbe erscheinen werden.

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Blutland

Von der Leidenschaft gerufen




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» neuer Eintrag

Boo, 03. Juni 2013, 19:00

Boo, 03. Juni 2013, 18:12

Katerina, 20. Mai 2013, 09:59