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Blood Lily Chroniken: Erwachen

von Julie Kenner

Erscheinungsdatum: Januar 2011
Verlag: Egmont-Lyx
Ausgabe: Kartoniert mit Klappe, 330 Seiten
Preis: EUR 9.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Erwachen ist ein kurzweiliges, rasantes Lesevergnügen für Urban Fantasy Fans, die es gern hart und blutig mögen.

    

Eigentlich sollte Lily Carlyle tot sein.

Um ihre Schwester vor einem Gewalttäter zu beschützen, kommt sie bei dem Mord selbst ums Leben. Doch der Himmel hat noch Großes mit Lily vor. Sie erwacht in einem anderen Körper und muss sich gleich gegen ein Dämon zur Wehr setzen. Verwirrt und entsetzt wird sie kurz darauf von Clarence, einem "Boten Gottes" in Kenntnis gesetzt, dass sie der Hölle entkommen sei um die Aufgabe zu erfüllen, die Welt vor den Dämonen zu beschützen. Diese planen die Öffnung der neunten Pforte um die Welt der Menschen zu überschwemmen und die Macht zu übernehmen. Lily soll das mittels ihrer besonderen Kräfte verhindern. Also muss sie sich nicht nur in dem neuen Körper, der einer jungen, attraktiven Frau namens Alice gehört, zurecht finden, sondern auch für den Kampf gegen die Dämonen trainieren. Als sie versucht, Alice Job als Kellnerin in der Kneipe ihres Onkels nachzugehen, begegnet ihr zum ersten Mal der geheimnisvolle und anziehende Deacon Camphire. Es scheint etwas Besonderes zwischen Alice und Deacon zu geben, jedenfalls verfolgt er sie. Doch kann sie ihm oder überhaupt jemandem trauen?

Der erste Teil der Blood Lily Chronicles ist ein actiongeladener,

blutiger Urban Fantasy Thriller mit einer waschechten Kick-ass Heldin. Passend zum atemberaubend hohen Erzähltempo sind die Sätze kurz, die Kapitel kurz und die Dialoge alles andere als ausführlich. Wir lernen Lily aus der Ich-Perspektive kennen, die Autorin wechselt auch zu keiner Zeit in die Sichtweise anderer Figuren und lässt sich auch nicht darauf ein, dem Leser Inhalte zu verraten, die Lily nicht kennt. So stolpern wir mit ihr durch ihr absolut neues, wahnsinniges Leben und wissen genauso wenig, wem sie vertrauen kann und wem nicht. Insgesamt wird hier storytechnisch das Rad nicht neu erfunden. Eine Hauptfigur, die im Körper einer anderen erwacht (Evangeline Stone) und darauf Dämonen jagt (Maxine Kiss, Dante Valentine etc.) sehen wir hier nicht das erste Mal. Da ich dieses Format aber sehr gerne mag, hat mich das weniger gestört. Die Geschichte ist nämlich angenehm straff präsentiert, hat überraschende Wendungen, actiongeladene Kampfszenen und stellenweise auch erotisch-prickelnde Situationen. Was dem Roman zu einer TOP Wertung fehlt, ist der überzeugende Hauptcharakter. Lily selbst ist tatsächlich für mich die größte Schwäche des Buches. Viele ihrer Denkweisen und Ansichten konnte ich nicht teilen und ich glaubte oft, dass die Autorin selbst nicht wusste, wie sie es begründen soll. Also hat sie Lily einfach "machen" lassen und alles in einem Nebel aus Rachsucht, Blutdurst, Schicksalsglaube und Selbstüberschätzung getarnt. Lily hat einen sehr brutalen, menschenverachtenden Zug an sich, der sich nur in Relation mit ihrer Schwester erweicht. Sie tötet prinzipiell ohne Skrupel und genießt es auch, es gibt unzählige Andeutungen auf ihre Mordlust und in solchen Situationen wirkte sie sehr distanziert und entartet auf mich. Einerseits wehrt sie sich, ihre neue Rolle als Dämonenjägerin zu akzeptieren und will am liebsten nur ihre Schwester beschützen, andererseits findet sie sich extrem gut in dem ihr auferlegten Killerprofil wieder. Diese tiefgreifenden Schwankungen ihrer Motivation sind nur ansatzweise rübergebracht und bleiben Zeit der Handlung oberflächlich. Die Klasse und den Facettenreichtum einer Dante Valentine erreicht Lily Carlyle zu keinem Zeitpunkt. Dafür haben mir alle anderen Haupt- und Nebenfiguren sehr gut gefallen. Deacon ist der typische unwiderstehlich-männliche Held mit dem düsteren Geheimnis und dem großen Leiden. Auch Zane entspricht diesem Klischee. Beide haben aber Potential, werden bewusst verschleiert dargestellt und üben auf den Leser mit unterschwelliger Erotik einen großen Reiz aus. Romantik ist in diesem Buch übrigens NICHT vorhanden! Die wenigen Szenen zwischen Lily und Deacon oder Zane sprühen zwar oft vor Sinnlichkeit, lassen Gefühle aber aus und es wird auch von Lily deutlich gemacht, dass sie trotz ihrer Sehnsucht nach Sex dieser "Schwäche" nicht nachgeben will. In dieser Hinsicht fand ich Lily etwas zickig, auch wenn ihr Misstrauen durchaus angebracht ist. Ein Leben, in dem hinter jeder Ecke der Tod in Gestalt von rachsüchtigen Dämonen lauert, bietet eben keinen Platz für Entspannung. Und so stürzt sich Lily auch halsbrecherisch in selbstmörderische Aktionen und schlachtet lustig vor sich hin. Ein bisschen mehr Tiefgründigkeit im Bezug auf ihren Charakter hätte nicht geschadet. Man sollte übrigens auf keinen Fall den Klappentext des zweiten Teils "Zerrissen" lesen, bevor man nicht das erste Buch bis zur letzten Seite gelesen hat! Ich könnte mich jetzt noch darüber ärgern, dass mir das passiert ist...

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