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Blood: Blutrot die Farbe der Lust

von Sharon Page

Erscheinungsdatum: Oktober 2008
Verlag: Mira-Taschenbuch
Ausgabe: Taschenbuch, 339 Seiten
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
3311002

Unterhaltsame, pure Erotik. Ein Leckerbissen für zwischendurch, allerdings ohne jeglichen erzählerischen Anspruch. Empfohlen ab 16 Jahre.

    

Althea begleitet ihren Vater auf die Jagd

nach dem mächtigen Vampir Zayan. Zayan muss vernichtet werden, und der Schlüssel dazu sind die vereinten Kräfte der beiden "dämonischen Zwillinge" Yannick und Bastien. Eines Abends im Gasthaus begegnet Althea zum ersten Mal dem Vampir Yannick und ist sofort fasziniert von seiner erotischen Ausstrahlung. In ihren wilden Träumen ist sie ihm bereits begegnet, und auch seinem Bruder Bastien. Noch ist Althea geschockt über ihre erotischen Vorstellungen, doch der Anziehungskraft Yannicks kann sie nicht widerstehen. Sie lässt sich auf ihn ein, obwohl sie ihn kaum kennt und von der Gefährlichkeit der Vampire weiß.

Zusammen mit Yannick befreit sie dessen Zwillingsbruder Bastien aus seinem Grab in einer Gruft, in das er für 10 Jahre verbannt wurde. Als Bastien Althea sieht, weiß er sofort, dass sie die Frau aus seinen Träumen ist. Er muss sie besitzen und ein Konkurrenzkampf gegen seinen Bruder droht zu entbrennen. Doch Althea merkt bald, dass sie beide Vampire gleich anziehend findet und es gibt für sie keinen anderen Ausweg, als beide zu lieben. Entgegen ihrer Moralvorstellungen lässt sie sich auf wilde Liebesspiele zu dritt ein. Dann kommt Zayan ins Spiel, der damals Bastiens Liebhaber war. Kann Bastien seinen ehemaligen Geliebten töten? Wenn er es nicht tun kann, muss Yannick sterben, denn um zu überleben, hat Yannick einen Bund mit dem Teufel geschlossen, der als Bedingung enthielt, dass Yannick zusammen mit Bastien Zayan töten muss. Althea ist verzweifelt, wie kann sie den Brüdern dabei helfen ohne einen zu verlieren?

Angesichts der durchweg guten bis sehr guten

Bewertungen hatte ich relativ hohe Erwartungen an diesen Roman. Leider sind diese nur teilweise erfüllt worden. Blutrot ist ein reiner Erotik-Roman, der sich ausschließlich auf die Dreiecks- bzw. Dreierbeziehung zwischen den Hauptcharakteren konzentriert. Und mit Beziehung meine ich keine Unterhaltung, kein Kennenlernen - nein: reiner Sex. Und den gibt es in allen Formen und Konstellationen. Der Leser wird mit M/F, M/M, F/F und M/F/M unterhalten, ein bisschen BDSM ist auch mit dabei. Die Wortwahl ist durchweg recht explizit, auch manchmal derb. Der Schreibstil von Sharon Page liest sich aber flüssig, kurze Sätze und viele Dialoge oder Monologe machen das Buch zur leichten Unterhaltung. Obwohl ich gerne mal sehr erotische Stories lese und vor allem Fan von paranormaler Erotik bin, hat mich das Buch nicht so überzeugt.

Insbesondere der Vampir-Aspekt war komisch dargestellt und irgendwie lächerlich. Bastien wurde von Zayan gebissen und hat dann aus Wut seinen Bruder verwandelt. Als Vampire sind sie unsterblich und beißen Menschen um sich zu ernähren. Außerdem können sie sich (nackt) in Fledermäuse verwandeln, Lichtblitze aus den Fingern verschießen und tagsüber nicht in die Sonne gehen. Ist alles schön und gut, kennen wir. Leider wird mit dem Thema aber sehr nebensächlich bzw. meiner Meinung nach dilettantisch umgegangen. Einerseits sollte Althea Angst vor den mächtigen Vampirzwillingen haben, andererseits benehmen sich die beiden die Hälfte des Buches wie anhängliche, willenlose Hündchen. Das Vampirdasein wird eher als eine Art Fluch angesehen und stört bei der Ausübung der Liebe nur bzw. kommt gar nicht zum Tragen. Daher ist auch die Rahmenhandlung irgendwie überflüssig und hanebüchen. Die drei rennen in der Gegend rum um Zayan zu finden etc. und zwischendurch wird an jedem Ort eine kurze Nummer geschoben. Ernste Gespräche oder spannende Kampfszenen gibt es nicht ansatzweise. Althea, die ja anfangs ach so tugendhaft daherkam, überkommt ihre Zweifel innerhalb weniger Minuten und wandelt sich zum sexhungrigen Vamp, der von jeder sexuellen Spielart angemacht wird. Ob sie nun von einem der beiden gebissen werden könnte, ist auf einmal völlig egal. Totales Vertrauen folgt auf dem Fuße. Solch unrealistische Personenkonstellationen mag ich einfach nicht.

Ich kann ja verstehen, dass in so einem Buch der Schwerpunkt auf anderen Dingen liegt, aber ein bisschen Glaubhaftigkeit hat noch nie geschadet. Deswegen ist auch das Ende blass und vorhersehbar und ertrinkt überdies in Kitsch. Sämtliche auch nur ansatzweise kritischen oder spannenden Situationen werden "magisch" oder durch externe Hilfe glasklar aufgelöst und alle haben sich lieb. Wo sind die mysteriösen und gefährlichen Vampire geblieben? Bei Blutrot bleiben sie relativ blutleer und allzu menschlich.

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Blood

Blutrot die Farbe der Lust




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