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...oder lieber Romantasy?

Blanche: Der Erzdämon

von Jane Christo

Erscheinungsdatum: April 2012
Verlag: Sieben-Verlag
Ausgabe: Taschenbuch, broschiert, größeres Format
Preis: EUR 14.90


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Ein Dämon. Eine Killerin. Ein packendes Schicksal.

    

Nach dem Tod ihres Mentors Wayne ist die Profikillerin Blanche nur noch von Rache erfüllt.

Lange Jahre hat sie ihre Gefühle unterdrückt und in eisiger Selbstbeherrschung gelebt. Inmitten eines gefährlichen Umfelds im von Banden umkämpften Paris versucht sie sich am Leben zu halten um ihren geliebten Wayne zu rächen.
Was sie nicht erwartet hat, ist dass eines Tages ein Dämon bei ihr auftaucht. Beliar ist ein mächtiger Erzdämon, der im Auftrag von Saetan zu Blanche kommt. Sie soll einen unerledigten Handel erfüllen, den Wayne zu Lebzeiten mit der Hölle geschlossen haben soll. Zuerst ist Blanche skeptisch, glaubt weder an Dämonen noch an irgendwelche Verpflichtungen. Doch Beliar besteht darauf, dass sie Waynes Seele ausliefert und Blanche ahnt, dass sie sich hier nicht wehren kann. Doch Beliar verfällt immer mehr der faszinierenden, verschlossenen Kämpferin.

Bereits nach wenigen Seiten wurde mir klar: Blanche ist eine leicht abgewandelte Version von Dante Valentine.

Nach fünf Minuten unbändiger Enttäuschung folgte leichte Faszination (vor allem für Beliar), dann aufgeregte Spannung, dann endgültige Anerkennung. Und zwar Anerkennung für die schriftstellerische und stilistische Leistung der Autorin, mich trotz dieser ganzen "abgekupferten" Story zu überzeugen.

Rein inhaltlich gibt es im Vergleich zu Dante und Japhrimel kaum Abweichungen: Er engagiert sie im Namen Luzifers, es entsteht eine Annäherung, dann greift der Höllenfürst ein, dann macht sich die Heldin Satan selbst zum Feind. Das Setting ist dabei zweitrangig, auch wenn sich Jane Christo wirklich Mühe gibt, mir Paris näher zu bringen. Es gibt viele Passagen, in denen Straßenzüge, Gebäude und Gegenden benannt und beschrieben werden, doch sehr atmosphärisch war das nicht. Was ich auch nicht so sehr mochte (und was schlussendliche die Wertung "Higlight" verhindert hat), war die Bandenfehde zwischen den Russen und den Italienern. So profan wie ich das jetzt ausdrücke, ist es natürlich nicht dargestellt, aber die ganze Vermischung von Blanches Schicksal und ihrem Auftrag mit dem üblen Pariser Drogen- und Rotlichtmilieu hat mir nicht gefallen. Es gab der ganzen ohnehin schon harten Story eine weitere depressive und "unmenschliche" Note, die nicht nötig gewesen wäre, um Blanches brutale Anwandlungen und vereiste Gefühlswelt zu untermalen.
Doch es gab weitaus mehr Aspekte, die mir sehr gut gefallen haben. Da ist zum einen Blanche, die ultimative, austrainierte Killerin, deren grausame Kindheit von Schlägen und Verstoßung geprägt ist. Auch ihr Mentor hat sie nun verlassen und sie schwelgt in einer Art eiskalter Selbstverleugnung, die sie sogar für Schmerzen unempfindlich machen kann. Ich bewundere ihren Mut, ihre Hartnäckigkeit und auch ihre Entwicklung in diesem Roman. Überhaupt führt sie mir mal wieder vor Augen, dass ich eine Schwäche für "Kick-Ass-Heldinnen" habe.

Und dann gibt es den Erzdämon Beliar *seufz*. Er ist die ruhige, beherrschte Macht, das uralte, machtvolle Böse, in dessen Innerem eine lange verschlossene Zartheit lebt. Ich finde sein vernarbtes, düsteres Aussehen faszinierend, seine Flügel, die ihn wie einen schwarzen Mantel umgeben. Ganz klar profitiert er natürlich von meiner Liebe zu Japhrimel und es gibt unzählige Stellen, in denen sich diese beiden Charaktere in meinem Kopf vermischt haben. Nur Japhrimel ist noch fremdartiger, unmenschlicher und... bedeutsamer.
Beliar wird ein wenig weich, als er sich für Blanche öffnet, aber das macht nichts, denn sie wird es auch. Dieser Konflikt, "wie lasse ich Gefühle bei einer eiskalten Heldin zu ohne unglaubwürdig zu werden", wurde durch die Autorin gut gelöst und ich fühlte mich durch die Charaktere nicht allein gelassen. Der sparsame, wenn auch höchst gelungene Einsatz von erotischen Szenen hat dem ganzen nur noch mehr Qualität verliehen.

Es gibt stilistisch einen leichten Hang zum Pathos, zum Dramatischen, zur Esoterik. Alles scheint sich immer an einer haarscharfen Grenze zum Wahnsinn abzuspielen und Normalität hat in dieser Story nichts verloren. Aber das schafft Intensität und Jane Christo lockert das an manchen Stellen mit schwarzem Humor oder ruppigen Monologen auf. Sehr angenehm ist, dass es keine Füllpassagen, unnötiges Geschwätz oder Wiederholungen gibt. Vieles kann sich im Kopf des Lesers abspielen und durch das hohe Tempo entsteht eine tolle Spannung, die sich bis zum Schluss aufrecht erhält.

Insgesamt ein aufregendes Vergnügen mit Potenzial. Ich bleibe dran!

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