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...oder lieber Urban Fantasy?

Black Dagger: Vampirseele

von J.R. Ward

Erscheinungsdatum: November 2010
Verlag: Heyne
Ausgabe: 400 Seiten, Taschenbuchformat (Teil 1)
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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In zahlreiche Episoden geteilter, umfangreicher Roman mit einem tollen Paar im Mittelpunkt.

    

Seitdem Xhex von Lash entführt wurde,

scheint für John Mathew die Zeit stillzustehen: er lebt in der Ungewissheit, ob sie überhaupt noch lebt, ob sie gefoltert oder gequält wird. Seine Reizschwelle liegt extrem niedrig und er ist bereit, sein Leben zu riskieren für ein einziges Zeichen, dass Xhex nicht tot ist. Dabei weiß er genau, dass seine Liebe zu ihr eigentlich keine Zukunft hat, denn Xhex hat ihr Herz vor ihm verschlossen, ihr traumatisiertes Leben als Halb-Sympathin hat sie hart werden lassen. Doch davon will sich John nicht aufhalten lassen.

Lash hat tatsächlich Xhex zu seiner Gefangenen gemacht und hatte eigentlich vor, sie langsam zu Tode zu foltern. Doch er beginnt, Gefallen an ihrem kämpferischen, widerborstigen Wesen zu finden und genießt den täglichen Konflikt mit ihr. Als Omegas Sohn und Anführer der Lesser geht er weiter seinen Plänen nach, die Vampire komplett auszulöschen. Dafür müssen mehr Lesser rekrutiert werden. Doch irgendetwas scheint mit ihm nicht zu stimmen, seine Kraft schwindet ständig. Zwischen den alten Freunden Qhuinn und Blaylock ist es auch nicht mehr wie früher. Seitdem Blay seinem Freund gestanden hat, dass er schwul und in ihn verliebt sei, gab es einen Bruch, denn Qhuinn hatte ihn abgewiesen. Als Sohn einer adligen Vampirfamilie kann er unmöglich einen Beziehung zu einem Mann eingehen. Doch seine permanenten Sexeskapaden befriedigen ihn nicht wirklich. Blay leidet augenscheinlich unter der Situation und alles wird noch schlimmer, als sich Qhuinns Cousin Saxton für Blay zu interessieren beginnt.

Ich habe Vampirseele und Mondschwur direkt hintereinander gelesen,

alles andere ist einfach nicht empfehlenswert. Und so kann man in einem Stück die Geschichte von John und Xhex genießen. Ihr Kampf gegeneinander, gegen die Lesser und die Vergangenheit ist für mich der Höhepunkt der beiden Bücher gewesen und hier bekommt man ganz J. R. Ward-typisch die ganze Palette an intensiven Emotionen: Liebe, Trauer, Enttäuschung, Verlangen, Zorn, Zweifel, Schuld. Mit dem ihr ganz eigenen, metapherreichen Schreibstil kann Autorin wunderbar atmosphärische Situationen schaffen und ihren Figuren Leben einhauchen.

John ist ein faszinierender, gefühlsbetonter Charakter, der seine tief verborgenen Dramen mit großer Stärke kompensieren kann. Dass er stumm ist, stört nicht im geringsten, denn seine Kommunikation mit den Anderen ist gut gelöst, scheinbar kann fast jeder Lippen lesen oder ein bisschen die Gebärdensprache. Es ist zwar unglaubwürdig, dass Xhex innerhalb weniger Tage die komplette Gestik versteht, aber darüber kann man gut hinwegsehen. Xhex selbst ist ein sehr sehr harter Charakter, extrem in Misstrauen und Zweifeln verhaftet. Sie erkennt, dass John ihr tiefe Gefühle entgegenbringt, kann aber aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen nicht darauf eingehen. Für sie zählt erst einmal nur die Rache an Lash. Gekonnt schafft es die Autorin, Xhex langsam "aufzutauen", ohne sie zu weich zu machen. Jede Figur behält ihre Würde und wird nicht zu einer willenlosen, triebgesteuerten Marionette, wie es in manch anderen Liebesromanen der Fall ist.

Obwohl alles sehr hochstilisiert ist, bleiben John und Xhex in sich reell und bieten eine Beziehung mit mitreißenden Höhen und Tiefen. Die Liebesszenen zwischen den beiden sind sehr erotisch und einfallsreich. Doch obwohl der Schwerpunkt auf John und Xhex liegt, bekommt ihre Geschichte insgesamt nicht mehr als ein Viertel der gesamten Buchseiten. Wie gewohnt laufen parallel noch weitere Handlungsstränge, und es werden meiner Meinung nach von Band zu Band immer mehr. Konzentrierte sich J. R. Ward am Anfang der Black Dagger Geschichte noch auf die Hauptliebesstory und den Part über Omega und die Lesser, verzweigt sich ihr Universum immer mehr und wird zu einem Episodenfilm, in dem sich kurze Szenerien wie Blitze abwechseln. So geht es auch mit Qhuinn und Blays schwieriger Geschichte weiter und obwohl ich nichts gegen Homoerotik und gleichgeschlechtliche Beziehungen einzuwenden habe, interessiert mich derartige Literatur aber überhaupt nicht. Natürlich ist alles einfühlsam und glatt beschrieben, hat aber in meinen Augen keinen Reiz. Da fand ich die ausführlichen Beschreibungen von Lash, seinem Verfall, seinen kranken Plänen und seinem Kampf ums Überleben noch halbwegs interessanter.

Ich denke jedoch, dass es auch die Hälfte der Seiten für ihn getan hätte. Eine weitere Parallelhandlung beschreibt Payne, die Tochter der Jungfrau der Schrift, die in ihrer erstarrten, geregelten Welt der Auserwählten gefangen ist. Nur das Training mit Wrath ist ihre einzige Ablenkung. Doch nach wenigen Zeilen schwenkt der Fokus in eine andere Zeit, und wir sehen Darius und den jungen Thorment, wie sie nach einer verschwundenen jungen Vampirin suchen. Schließlich gibt es dann noch die - meiner Meinung nach völlig überflüssige - Handlung um ein Fernsehteam, das Aufnahmen für eine paranormale Sendung in einer angeblichen Spukvilla machen möchte. Aufgrund dieser Versplitterung der Story kann ich keine TOP Wertung mehr geben, ab und zu kam mir das Umgeschwenke doch zu sehr wie Seitenfüllerei vor. J. R. Wards erzählerisches Talent und ihre treffenden, lebensechten Dialoge lassen zu keiner Zeit nach, doch leider fokussiert sie zunehmend Themen und Szenarien, die mich nicht so sehr interessieren. Ich hätte viel lieber etwas von Zsadist und Bella oder den anderen Brüdern erfahren, anstatt zu verfolgen, wie in dem Spukhaus der Regisseur Gregg seiner Assistentin Holly nahe kommt.

Insgesamt ist und bleibt Black Dagger eine Institution im Bereich Urban/Erotic Fantasy und wahre Fans kommen auch an Vampirseele und Mondschwur nicht vorbei. Ich persönlich hoffe allerdings, dass die Autorin wieder ein wenig zu ihrem alten Format zurückfindet.

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