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Anya Kalinczyk: Flammenzorn

von Laura Bickle

Erscheinungsdatum: November 2011
Verlag: Luebbe
Ausgabe: Taschenbuch, 400 Seiten
Preis: EUR 8.99


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Solider, realistisch erzählter Urban Fantasy Krimi.

    

Anya Kalinczyk ist nicht wie die Anderen:

sie ist eine Laterne. Ein Mensch, der Geister nicht nur sehen, sondern auch vernichten kann. Seit ihrer Kindheit hat sie eine große Affinität zu dem Element Feuer und ihr bester Freund ist der kleine Feuerelementar Sparky, der immer an ihrer Seite ist. Menschen können ihn nicht sehen, doch für Anya ist er Gesellschaft, Kamerad und Unterstützung bei ihrem gefährlichen Job. Als Brandermittlerin der Feuerwehr in Detroit begibt sich Anya tagtäglich in Gefahr und seit langem ist sie einem skrupellosen Brandstifter auf den Fersen, der ihr immer wieder durch die Lappen geht. Zusätzlich gehört Anya noch einer Gruppe an, die sich die DAGR nennt und Geister- und Dämonenaustreibungen vornimmt. Anyas spezielles Talent ist dabei eine große Hilfe.

Viel Privatleben hat sie nicht, ihre Andersartigkeit schottet sie von den Menschen ab. Und als sich die Brände häufen und am Tatort ein seltsames Symbol gefunden wird, widmet Anya ihre ganze Energie der Suche nach dem Täter.

Über Flammenzorn hatte ich im Vorhinein keine einzige Rezension

gelesen, noch nicht einmal eine ausführliche Inhaltsangabe. Ich wollte einfach mal völlig vorbehaltlos an einen Urban Fantasy Roman herangehen. Und es gab keine Erwartungen, die eventuell enttäuscht werden konnten.

Dieser Roman ist ein sehr klassischer Urban Fantasy Titel mit einen stark krimilastigen Plot. Hauptfigur ist die Brandermittlerin Anya, deren Geschichte trotz des absoluten Fokus auf ihre Sichtweise nicht aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Anya war mir sympathisch, sie ist sehr selbstständig und intelligent. Ihre analytischen Fähigkeiten treiben die Geschichte voran und ich fand sie erfrischend autonom und überhaupt nicht zickig. Allerdings kam sie mir emotional leider nicht sehr nahe, sie hat auch etwas Kühles, Abgeschottetes an sich. Von einer schwierigen Kindheit geprägt lebt sie ein Einzelgänger-Leben und tut sich mit sozialen Kontakten schwer. Einzig Sparky kann sie sich öffnen und überraschenderweise fand ich diesen Sidekick sehr gut gemacht und zu keiner Zeit nervig. Ich war sehr skeptisch darüber, denn meistens treiben mich solche Streiche spielenden Tierchen nach wenigen Auftritten in den Wahnsinn. Sparky jedoch bringt kurz Schmunzelmomente, bleibt sonst aber angenehm dezent.

Der Schreibstil von Laura Bickle ist flüssig, eloquent und recht gediegen. Sie verliert sich gerne in ausufernden Beschreibungen von Architektur und Landschaften in und um Detroit. Auch von Geschichte hält sie glaube ich mehr als z.B. von Charakterisierungen. Ihre Figuren leben und charakterisieren sich durch ihre Handlungen und Dialoge. Es wird nicht jeder erst einmal vorgestellt oder durchleuchtet. Die meisten behalten ihre Geheimnisse und Anya ist die einzige, über die wir als Leser mehr erfahren. Ab und zu gab es einige Längen in der Erzählung, das tut der Qualität des Buches aber keinen Abbruch. Es geht eben nicht alles Schlag auf Schlag. Die Spannung jedoch wird fantastisch aufrecht erhalten und es ist bis zum Schluss nicht vorhersehbar wie sich Anya entscheiden wird bzw. wie sich die ganze Sache auflöst. Wenn die Feindfigur nicht ganz Schwarz gezeichnet wird und Gewissen und Moral die Taten in Zweifel ziehen, dann sind wir mitten im wirklichen Leben und folgen keinem Klischee. Laura Bickle ist das gut gelungen und sie versetzt ihre Figur Anya in eben eine solche Rolle. Das Paranormale Element in diesem Buch ist ein wenig ungewöhnlich, Geister kennen wir zwar schon von Chess Putnam, die ganze Theorie von den unterschiedliche Feuerelementaren ist neu. Die Autorin versucht, all dem einen historischen Hintergrund zu geben und an manchen Stellen kam es mir so folkloristisch vor wie z.B. die Ausführungen von Patricia Briggs. Romantik und Erotik kommen in Flammenzorn vor, allerdings nur absolut am Rande und nicht sehr ausgeführt. In Anyas Leben und vor allem in diesem Krimi gibt es keinen Platz für eine Romanze und die angedeutete Dreiecksgeschichte kommt auch gar nicht so weit um eine Rolle zu spielen. Das hat mich aber nicht sonderlich gestört.

Insgesamt ist Flammenzorn ein spannender Serienauftakt, der zwar zu unspektakulär ist, um ganz vorne mitzumischen, aber dennoch seinen ganz eigenen Charme hat. Ich werde auf jeden Fall die weiteren Abenteuer von Anya verfolgen, wenn die Reihe nicht vorher eingestellt wird. Ist leider vom Format her ein typischer Kandidat dafür :-(

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