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...oder lieber Romantasy?

Anna Strong: Lockruf des Blutes

von Jeanne C. Stein

Erscheinungsdatum: Juni 2008
Verlag: Knaur
Ausgabe: Taschenbuch, 382 Seiten
Preis: EUR 7.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Kompromissloser, schneller Thriller mit einer willensstarken Hauptfigur.

    

Obwohl es in

der Vampirgesellschaft missbilligt wird, pflegt Anna weiterhin guten Kontakt zu den Menschen und geht auch weiterhin ihrer Arbeit als Kopfgeldjägerin nach. Eines Tages, als sie bei ihren Eltern ist, bekommen sie seltsamen Besuch. Die damalige Freundin Carolyn von Annas verstorbenem Bruder tritt verzweifelt mit einem seltsamen Anliegen an sie heran. Ihre Tochter Trish ist verschwunden und Caroly fürchtet, dass Trish etwas mit dem kürzlich geschehenen Mord an einem Teenager in ihrem Alter beteiligt sein könnte. Zu alledem behauptet sie auch noch, Trish sei die Tochter von ihr und Annas totem Bruder Steve. Sofort ist die ganze Familie in Aufruhr und obwohl Anna große Abneigung gegen Caroly verspürt, verspricht sie, bei der Suche nach Trish zu helfen. Ihr erster Verdächtiger ist der attraktive Lehrer Daniel Frey, der anscheinend Schülerinnen "besonders" betreut und auch zu sich nach Hause einladen soll. Schon bei der ersten Begegnung merkt Anna, dass Frey kein Mensch ist. Er kann telepathisch mit ihr Kontakt aufnehmen, doch er ist kein Vampir. Bald ist Anna davon überzeugt, dass Frey nicht der Täter sein kann. In all dem Chaos um Annas Umzug in ihr wieder aufgebautes Haus am Strand, dem Job als Kopfgeldjägerin und dem Rätsel um ihre Rolle in der Vampirgesellschaft nachdem Avery tot ist, sieht sich Anna einem komplizierten und gefährlichen Kriminalfall gegenüber. Kurz darauf entdeckt sie Trish und ihren Freund, die sich verzweifelt in Annas Haus versteckt hielten. Hier erfährt Anna völlig schockiert, dass Carolyn allen eine ungeheuerliche Lüge aufgetischt hat: in Wirklichkeit hat sie ihre Tochter aus Geldsorgen zu Kinderpornographie gezwungen! Anna ist total außer sich und schwört Rache. Doch dann wird ihre wichtigste Zeugin ermordet und die Suche gestaltet sich immer schwieriger. Kann ihr Daniel Frey helfen?



Wie schon der

erste Teil, überzeugt auch Lockruf des Blutes mit einem rasanten und ultrakompakten, direkten Schreibstil. Mit den ersten Sätzen des Buches bricht die Handlung überfallartig über den Leser herein und lässt nicht mehr los. Anna wird dieses Mal in einen richtigen Kriminalfall verwickelt und agiert mehr oder weniger als private Ermittlerin. Das lässt eine andere Entwicklung der Serie durchscheinen, als ich ursprünglich gehofft hatte. Im ersten Teil ging es mehr um Anna selbst, ihr neues Dasein als Vampir und die damit verbundenen Probleme und Möglichkeiten. Nun hat sich Anna wohl mehr oder weniger ihren Platz erkämpft und widmet sich voll ihren Aufgaben. Dass die Vampirgesellschaft Ansprüche an sie stellt und die Frage um ihre besondere Rolle als "Die Eine" scheint sie nicht sonderlich zu interessieren. Das fand ich persönlich etwas schade. Sehr erfrischend fand ich die Tatsache, dass neben den Vampiren nun auch andere Paranormale Wesen auftauchen. Mit Sehern und Gestaltwandlern gewinnt das Buch an Farbe und Abwechslung. Daniel Frey ist ein interessanter Charakter und es würde sich lohnen, mehr über ihn zu erfahren.

Leider ist Anna als eine sehr selbstbezogenen Person dargestellt und überhaupt passiert viel zu viel, als dass sie sich auf Beziehungen einlassen könnte. Immer mehr lässt die Autorin Anna als Einzelkämpferin dastehen, die nicht viel übrig hat für Liebe und Bindung. Selbst die sporadischen Treffen mit ihrem menschlichen Freund Max werden Anna zu viel, und nicht nur, weil sie als Vampir immer mit der Blutgier zu kämpfen hat. Es ist die harte und fast tierische Seite an ihr, die immer mehr die Oberhand gewinnt und dadurch kommt es zu brutalen Szenen und viel Kampfinhalt. Die Handlung ist extrem dicht gepackt, und innerhalb weniger Tage passiert so unglaublich viel, dass es fast überirdisch erscheint. Obwohl schwächer als der erste Teil, ist Lockruf des Blutes immer noch ein sehr spannender Thriller, den zu Lesen es sich lohnt. Ich hoffe einfach nur, dass Anna nicht weiter als unerbittliche, unnahbare Person "gezüchtet" wird, sondern dass im Folgenden mehr Wert auf ihre emotionale Entwicklung gelegt wird. Sonst wird die Nähe zur Hauptfigur irgendwann zerstört und man hat nur noch eine unpersönliche Krimistory, die sich von Tempo und harten Szenen ernährt.

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Verführung der Nacht
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