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...oder lieber Romantasy?

Anita Blake Jägerin des Zwielichts

von Laurell K. Hamilton

Erscheinungsdatum: Mai 2011
Verlag: Luebbe
Ausgabe: 399 Seiten, Taschenbuchformat
Preis: EUR 9,99
ISBN: 978-3-404-16054-9


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
** ** ** **

Ich erkenne Anita nicht wieder.


Ein halbes Jahr

war Anita von der Bildfläche verschwunden, hatte sich zurückgezogen um einerseits der Dreiecksgeschichte zwischen Jean-Claude und Richard zu entgehen, und andererseits um sich ihrer Kräfte wirklich gewahr zu werden. Als sie wieder zurück ist, erwartet sie leider eine Hiobsbotschaft: einer der Leoparden ihres Rudels, dessen Nimir-Ra Anita übergangsweise ist, wurde entführt und wird wahrscheinlich gefoltert. Anita muss handeln, weiß aber, dass sie sich mit mächtigen Gestaltwandlern anlegt. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als um Hilfe zu bitten, und wer wäre mächtiger als St. Louis' Vampirmeister Jean-Claude? Als sie ihn wiedersieht, flammen die alten Gefühle wieder auf, und Anita fällt es schwer, sachlich zu bleiben. Um ihren Leoparden zu retten, müssen Anita und Jean-Claude ihre Kräfte vereinen, doch Anita hat keine Ahnung, was diese Verschmelzung in ihr auslösen wird. Dann, während des Kampfes für die Befreiung des Leoparden, kommt es zu einem schicksalsschweren Unfall...

Nachdem Göttin der Dunkelheit

und Herrscher der Finsternis die reinsten, kaltblütigen Thriller sind, wechselt Laurell K. Hamilton in Jägerin des Zwielichts wieder zu der sexuell "aufgeladenen" Anita, zu einer fast willenlosen, zwischen verschiedenen Gelüsten umhertaumelnden Heldin. Es ist ein wenig Zeit vergangen, seit der letzten Episode, und man meint, Anita hätte sich durch den Abstand zu Jean-Claude und Richard etwas abgekühlt. Die Geschichte beginnt auch mit einer typischen Anita Blake Situation: jemand, der ihr nahe steht wird entführt und Anita setzt sofort alles daran, zur Hilfe zu eilen. Was eine actionreiche Urban Fantasy Story hätte werden können, wird mit jeder Seite mehr ein skurriles BDSM Sex-Abenteuer mit unzähligen komplexen Beziehungskisten und verworrenen Anziehungskräften. Ich finde es teilweise so schade, denn ich mag den Schreibstil der Autorin nach wie vor sehr!
Sie ist immer noch fähig, bissigen Humor zu entwickeln, amüsant und kurzweilig zu schreiben, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Ich mag ihre Fantasie, ihren tollen Einfallsreichtum und ihre animalischen Anwandlungen. Die Story in Jägerin des Zwielichts ist auch an sich nicht verkehrt (wenn man sie zwischen all den Sexszene überhaupt erkennen kann): Anita wird während der Rettung ihres Leoparden gebissen und bangt nun um ihre Menschlichkeit. Zwischen all dem Chaos gibt es noch Jean-Claude und Richard, die beide auf ihre unterschiedliche Art und Weise nicht die Finger von Anita lassen können.

Leider verwandelt Laurell K. Hamilton diesen guten Stoff zusehends in ein versextes Zerrbild und lässt ihre Hauptfigur auf eine Art "verlottern", die mir überhaupt nicht gefällt. Klar gerät Anita durch ihre außergewöhnliche Macht und ihr gutes Aussehen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, aber JEDER in diesem Roman ist irgendwie scharf auf sie und das Schlimme daran ist, JEDER kommt auch zum Zuge. Anitas Promiskuität, und sei sie auch noch so durch Beeinflussung hervorgerufen, ist in meinen Augen eine Herabsetzung ihres Charakters auf ein billiges Niveau. Ich will jetzt nicht nuttig oder so benutzen, aber an manchen Stellen habe ich mich wirklich gefragt, wo denn jetzt bitte die klar denkende, willensstarke und konservative Anita geblieben ist.

Wie bereits schon angedeutet, ist der immer beharrlichere Hang der Autorin zu BDSM nicht mehr wegzureden. Ihre männlichen Gestalten werden immer androgyner, immer düsterer, blutlüsterner. Es werden Lack und Latex getragen, Leute werden gefesselt, gefoltert, gebissen, vergewaltigt. Und Anita selbst ist auch dabei bzw. macht mit. Es gibt mehrere Dinge, die ich mittlerweile an ihr abstoßend finde, u.a. der Hunger nach Fleisch. Sie hat das Bedürfnis, ihre Sexpartner zu beißen, ihr Blut zu trinken und ihr Fleisch zu FRESSEN. Wenn der Charakter Anita Blake schon immer so gewesen wäre, nun gut. Aber wer sie seit dem ersten Teil kennt wird denken: was für eine abartige Anita ist das denn?!
Nun, bleibt zu sagen, dass ich immer noch ein Fan von Jean-Claude und auch von Richard bin, dass mich Anitas Schicksal weiterhin interessiert, aber dass sie in meinen Augen jegliche Autorität verloren hat. Sie ist nicht länger eine Urban Fantasy Heldin auf dem Niveau von Kate Daniels, Mercy Thompson oder Rachel Morgan. Sie ist ein versexter Spielball in einer blutigen Massenorgie, eine fahrige, willenlose Puppe in einem Erotik-Trash-Thriller, die von einem Abglanz lebt, der bald verblichen sein wird. Ich bewerte das Buch als durchschnittlich teils aus sentimentalen Gründen, teils weil es meine sensationsgeile Seite befriedigt *ähem*.

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Anita Blake Serie

Bittersüße Tode
Blutroter Mond
Zirkus der Verdammten
Gierige Schatten
Bleiche Stille
Tanz der Toten
Dunkle Glut
Ruf des Blutes
Göttin der Dunkelheit
Herrscher der Finsternis
Jägerin des Zwielichts
Nacht der Schatten

Ab Göttin der Dunkelheit splittet der Verlag ein Original in zwei deutsche Teile auf - in bester Geldmach-Manier.




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