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...oder lieber Urban Fantasy?

Abra Barrow: Wolfsträume

von Alisa Sheckley

Erscheinungsdatum: November 2009
Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch, 450 Seiten
Preis: EUR 8.95


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
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Ein Leseabenteuer, an dem man nicht vorbeikommt.

    

Abra Cadabra (so heißt sie wirklich!) führt ein relativ eintöniges Leben

in Manhatten: sie ist Assistenzärztin in einer Tierklinik und leidet unter ihrem cholerischen Chef, hat nicht viele Freunde und ihr Mann Hunter, von Beruf Schriftsteller, ist eher mit seiner Arbeit als mit Abra verheiratet. Doch sie hat sich in ihr Alltagsleben gefügt und hängt an ihrem Mann, auch wenn er sie oft vernachlässigt und von oben herab behandelt. Dann eines Tages hat sie in der U-Bahn eine seltsame Begegnung mit einem Mann, der eine Eule bei sich trägt.

Als sich ihre Blicke treffen, fühlt Abra etwas Seltsames, als wäre er kein Fremder für sie. Bald jedoch vergisst sie dieses Ereignis, besonders, als all ihre Aufmerksamkeit von Hunter eingenommen wird. Seit er von seiner dreimonatigen Reise nach Rumänien zurückgekehrt ist, scheint er sich jeden Tag mehr von dem Mann zu entfernen, den sie geheiratet hat. Er wird ruhelos, noch abweisender und ist oft nächtelang nicht zuhause. Abra schafft es jedoch nicht, ihn wirklich damit zu konfrontieren, da er ab und an wieder zum alten, liebevollen Hunter wird. Doch eines Tages hat der Alltag ein Ende: es kommt zum Streit zwischen den beiden, da Abra herausfindet, dass Hunter sie jahrelang mit anderen Frauen betrogen hat. Und in Rumänien muss er eine kennengelernt haben, die mehr als nur eine Affäre ist. Tief enttäuscht beschließt Abra ihn zu verlassen, doch die Bindung zu Hunter ist zu stark. Abra willigt sogar ein, Manhatten zu verlassen und mit ihm in die Pampa nach Northside zu ziehen, nur um bei ihm zu bleiben. Als die beiden in dem einsamen, alten Haus ankommen, ahnt Abra, dass ihr Leben nie mehr so sein wird wie vorher.

Was für eine Überraschung! Nach dem "Ene-mene-miste"-Prinzip hatte ich diese Buch

aus dem Regal gewählt und hatte mich lange vom Cover und dem Klappentext abschrecken lassen. Ich vermutete eher eine Niedrig-Niveau Komödie à la Alexandra Ivy oder Christina Dodd. Doch was wirklich kam, ist ein anspruchsvoller, authentischer Urban Fantasy Roman in ausgereiftem Stil und mit tollen Charakteren. Von Anfang an überzeugt Alisa Sheckley aka Alisa Kwitney durch gekonnte Wortwahl und einen ganz feinen, manchmal zynischen Humor, der in eine herrliche Situationskomik ausartet. Allein einige Szenen sind so schräg, dass ich richtig lachen musste. Dagegen ist Lynsay Sands hektisches Bemühtsein um Komik richtiggehend flach. Die Geschichte präsentiert in der Ich-Form Abra Cadabra, eine unsichere, romantisch-verklärt veranlagte 31-jährige Frau, die nur ihren Mann in ihrem Leben hat. Ihr Job ist nicht wirklich erfolgreich und Freunde fehlen. Mit präzisen Beschreibungen, einem wunderbaren Gespür für Details und lebensechten Situationen erzählt die Autorin wie Abra an den sich verändernden Gegebenheiten scheitert, wächst, sich entwickelt.

Sich mit dem Werwolfvirus zu infizieren erscheint zuerst absurd, doch bald wird diese Tatsache in Abras Leben omnipräsent. Ihre Art damit umzugehen ist eine Gratwanderung zwischen wissenschaftlichem Unglauben und abgeschreckter Faszination. Noch nie habe ich ein Buch dieses Genre gelesen, in dem es so gut gelungen ist, das Paranormale in eine lebensechte Geschichte einzubauen ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Ohne den Werwolffaktor wäre das Ganze ein tragisch-komisches Beziehungsdrama mit spannenden Wendungen und einer mehr als sympathischen Heldin. Bewundernswert, wie Frau Sheckley hier ihre Talente spielen lässt, um Abra Leben einzuhauchen und den Leser bis zum Schluss zu fesseln. Was etwas langsamer anläuft, entwickelt sich ab der Mitte des Buches zu atemloser Spannung, gespickt mit hoch-erotischen, animalischen Liebess- und blutigen Kampfszenen. Gestaltwandler zu sein hat hier nichts mit Vollmondromantik zu tun, sondern ist eine komplexe, unerforscht-magische Sache, die leicht ins Unkontrollierbare abrutschen kann.

Und was die Bewertungspunkte unten betrifft, da bin ich nicht aus Versehen zu oft auf Strg+V gekommen... Dieses Buch bietet wirklich von allem etwas, eine perfekte Unterhaltung. Natürlich kann man das nicht mit Black Dagger und Co. vergleichen, hier gibt es keine schillernden, gequälten Helden und keine Hochglanz-Erotik. Aber einen kurzen Blick auf das wahre Leben - wie es zusammen mit Werwölfen sein könnte.

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Axl, 22. Januar 2011, 13:43