Anita Blake – Bittersüße Tode

von Laurell K. Hamilton

erscheint auf Deutsch im November 2003 im Luebbe Verlag
397 Seiten, Taschenbuchformat

Preis: EUR 7,95

ISBN: 3404150538
Übersetzt von Marie-Luise Betzenberger

Fazit

Vielversprechender Auftakt zu einer actionreichen und spannenden Serie - besser als Buffy!

Anita Blake ist eine vielbeschäftigte Frau. Sie ist Animatorin bei RIPT, einem kleinen Unternehmen, das Totenerweckungen anbietet. Hier steht sie jede Nacht auf Friedhöfen und erweckt mit ihrer Magie Zombies, die dann Testamente nachreichen oder Zeugenaussagen machen. Nebenbei arbeitet sie noch bei der Polizei, genauer gesagt für die Einheit, die für übernatürliche Verbrechen zuständig ist. Falls es Morde gibt, die im Zusammenhang mit Vampiren oder ähnlichen stehen, wird Anita zur Hilfe gerufen.
Dieses Mal ist es etwas anders: in St. Louis werden in regelmäßigen Abständen Vampire ermordet. Da Anita über ihren Job hinaus als "Scharfrichterin" mit untrüglichem Spürsinn bekannt ist, treten die Vampire an sie heran um sie um Hilfe bei der Suche nach dem Mörder zu bitten. Als Anita ablehnt, wird ihr Leben plötzlich sehr gefährlich. Die Meistervampirin der Stadt, die mächtige Nikolaos, lässt Anita entführen um sie durch Folter und Erpressung zur Mitarbeit zu zwingen. Doch es scheinen auch einige auf Anitas Seite zu sein: der geheimnisvolle Vampir Jean-Claude, die Gestaltwandler und vielleicht auch Edward, der ehrgeizige Kopfgeldjäger. Es kommt zu einer offenen Auseinandersetzung mit Nikolaos...

Das Tempo dieses Buchs haut einen um, wahrlich. Bereits nach den ersten paar Sätzen wird man in einen Strudel von Ereignissen reingezogen, der bis zum Ende nicht abreißt. Der Schreibstil ist realistisch, anschaulich und ehrlich. Sehr abwechslungsreiche Satzkonstruktionen und treffende Beschreibungen mit außergewöhnlichen Adjektiven machen auch nicht ganz so actionreiche Passagen interessant. Das ganze ist in der Ich-Perspektive geschrieben, also sehr auf Anita Blake bezogen. Rund um Anita werden bereits im ersten Band zahllose Nebencharaktere vorgestellt, die alle individuell dargestellt werden. Es gilt sich gut zu konzentrieren, um alle Namen einzuordnen.
Nach bewährter Krimi Manier wird die Geschichte straff von Anfang an aufgezogen und man kann bis zum Ende den Atem anhalten. Es gibt viele Wendungen, überraschende Momente und verblüffende Dialoge. Anitas coole Art und ihr trockener Humor sorgen für einige entspannte Augenblicke, aber kurz darauf wird sie schon wieder in Schwierigkeiten verwickelt. Das ist das einzige, was mich ein wenig stört, dass es nie Zeit zum Luft holen gibt, dass Anita eine unerschöpfliche Energie zu haben scheint. Das gibt so ein Superhelden Image, das klischeelastig ist. Ansonsten wird aber nicht sehr viel mit den üblichen Klischees gespielt. Es gibt keine romantischen Liebesszenen, kein Held, der Anita zur Seite steht und keine lauen Sommerabende auf dem Balkon. Vielmehr wird mit blutigen und gewaltsamen Szenen nicht gespart und teilweise ist der Roman nichts für schwache Nerven. Man fragt sich schon fast, wie die Autorin nach diesem ersten, rasanten Band das ganze noch toppen will.

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